Klima · Madrid, Bordeaux und Ávila
Rekord-Waldbrände in Spanien und Frankreich durch Klimawandel befeuert, wie Studien zeigen, Julihitze bricht Rekorde
Spanien erlebte seinen heißesten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen, gleichauf mit 2022, während allein in diesem Monat Waldbrände 150.000 Hektar verbrannten. Eine schnelle Attributionsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass die globale Erwärmung die extremen Brandbedingungen in Zentralspanien mindestens 20-mal wahrscheinlicher gemacht hat.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von EL PAÍS, El Periódico, The New York Times und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Der Juli 2026 in Spanien war gleichauf mit 2022 der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen, mit einer Durchschnittstemperatur von 25,7 °C, 2,6 °C über dem Normalwert von 1991–2020.
Eine Studie von World Weather Attribution ergab, dass der Klimawandel die extremen Brandbedingungen in Zentralspanien mindestens 20-mal und im Südwesten Frankreichs mindestens doppelt so wahrscheinlich gemacht hat.
Waldbrände verbrannten allein im Juli etwa 150.000 Hektar in Spanien, während das Feuer in der Gironde in Frankreich über 42.000 Hektar verzehrte und 250.000 Evakuierungen erzwang.
Eine Studie in Scientific Reports zeigt, dass sich die Sommertage mit extremem Brandrisiko in Spanien von weniger als 10 auf etwa 25 verdoppelt haben und die Intensität der brandfördernden Bedingungen um 50 % gestiegen ist.
Der französische Innenminister Laurent Nuñez erklärte, dass 70 % der Brände vorsätzlich gelegt wurden, seit Saisonbeginn wurden 275 Verhaftungen vorgenommen.
Rekordhitze und historische Brände
Spanien schloss den Juli 2026 gleichauf mit 2022 als heißesten Juli ab, seitdem die offiziellen Aufzeichnungen Mitte des 20. Jahrhunderts begannen. Die durchschnittliche Tagestemperatur auf dem spanischen Festland erreichte 25,7 °C, 2,6 °C über dem Normalwert von 1991–2020, laut Daten der staatlichen Wetterbehörde (Aemet). Drei Hitzewellen suchten das Land im Juli heim, die letzte war Ende Juli noch aktiv. Die extreme Hitze trug zu einem katastrophalen Waldbrandmonat bei: rund 150.000 Hektar brannten und 26 Großbrände entzündeten sich, darunter ein tödliches Feuer in Los Gallardos und ein ausgedehnter Brand über Ávila, Madrid und Toledo, der den ersten landesweiten Notstand Spaniens für einen Waldbrand auslöste.
Frankreich erlitt seinen größten Brand seit mindestens 50 Jahren im Département Gironde bei Bordeaux. Seit dem Ausbruch am 22. Juli verzehrte das Feuer mehr als 42.000 Hektar und zwang 250.000 Menschen zur Evakuierung. Die Flammen kamen bis auf 15 Kilometer an Bordeaux selbst heran, obwohl Bürgermeister Thomas Cazenave wiederholt erklärte, eine Evakuierung der 270.000-Einwohner-Stadt sei nicht geplant. In der gesamten Europäischen Union waren bis Ende Juli über 400.000 Hektar verbrannt, was bereits die 346.836 Hektar überstieg, die im gleichen Zeitraum 2025 brannten.
Klimawandel verschärfte die Bedingungen
Eine schnelle Attributionsstudie von World Weather Attribution (WWA), veröffentlicht am 30. Juli, kam zu dem Schluss, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel die extremen Feuerwetterbedingungen im Südwesten Frankreichs mindestens doppelt so wahrscheinlich und in Zentralspanien mindestens 20-mal wahrscheinlicher gemacht hat. Die Forscher analysierten den Daily Severity Rating (DSR), der Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Trockenheit des Brennstoffs und Wind kombiniert, um abzuschätzen, wie schwierig ein Brand nach dem Entzünden zu kontrollieren ist. Im derzeitigen Klima werden Ereignisse dieser Intensität im Südwesten Frankreichs etwa einmal alle 20 Jahre und in Zentralspanien einmal alle sechs Jahre erwartet. Das WWA-Team stellte fest, dass nasse Winter gefolgt von trockenen Frühlingen zu einem entscheidenden Treiber des Waldbrandrisikos in den betroffenen Regionen werden.
Tage mit Feuerwetter haben sich verdoppelt
Eine separate Studie, veröffentlicht am selben Tag in Scientific Reports, untersuchte die Feuerwettertrends in Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland von 1981 bis 2025. Sie ergab, dass die Intensität der wichtigsten brandfördernden Bedingungen (Hitze, Trockenheit und Wind) in Teilen Spaniens und Frankreichs um bis zu 50 % zunahm, wenn man 2016–2025 mit 1981–2010 vergleicht. Die Anzahl der Sommertage mit sehr günstigen Bedingungen für die Brandausbreitung stieg in einigen Gebieten der Iberischen Halbinsel von weniger als 10 auf etwa 25.
- Durchschnitt 1981–2010
- 10 Tage
- Durchschnitt 2016–2025
- 25 Tage
Daten aus dem Artikeltext
Raúl Cordero, Forscher an der Universität Groningen und Ko-Autor der Studie, sagte, verbesserte Prävention und Brandbekämpfung hätten die jährliche Zahl der Brände in Spanien von über 20.000 Anfang der 2000er Jahre auf unter 10.000 gesenkt, doch dieser Fortschritt werde nun überwältigt.
„Das reicht im aktuellen Klimakontext nicht mehr aus.“
Eine für Brände bereite Landschaft
Über die sich erwärmende Atmosphäre hinaus weisen Experten auf jahrzehntelange Landaufgabe als zweiten starken Treiber hin. Der Rückgang der Landwirtschaft in Südeuropa hat Mosaike aus Weideland und gepflügten Feldern durch dichte, zusammenhängende Wildvegetation ersetzt, die in heißen, trockenen Sommern intensiv brennt. Emilio Chuvieco, Professor für Geographie an der Universität Alcalá, betonte, dass beide Faktoren eine Rolle spielen.
„Es ist notwendig, den Klimawandel zu berücksichtigen, aber soziale Veränderungen sind ebenfalls sehr wichtig.“
Jennifer K. Balch von der University of Colorado Boulder fügte hinzu, dass sich das globale Bild verändert.
„Wir sehen auf der ganzen Welt immer extremere Brände.“
Was als Nächstes kommt
Der französische Präsident Emmanuel Macron erkannte das Ausmaß der Herausforderung an und sagte, das Land müsse 'einen anderen Wald wiederaufforsten und wiederaufbauen' und sich an 'die strukturellen Bedingungen des Klimawandels und den Druck von Urbanisierung und Tourismus' anpassen. Innenminister Laurent Nuñez sagte, 70 % der Brände seien vorsätzlich gelegt worden, seit Saisonbeginn seien 275 Verhaftungen erfolgt.
Der Klimatologe Jean-Pascal Van Ypersele, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des IPCC, warnte, dass Massenevakuierungen wie die in der Gironde häufiger werden, solange die Emissionen unkontrolliert bleiben.
„Ich fürchte, wir werden solche Massenevakuierungen immer häufiger sehen. Solange wir den Klimawandel nicht ernst nehmen und die Kohlendioxidemissionen nicht reduzieren, werden Großbrände wie die in der Gironde, Madrid und Ávila immer häufiger auftreten.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- EL PAÍSEl cambio climático ceba los incendios de récord en el julio más cálido registrado en España
- El PeriódicoEl cambio climático ha multiplicado por 20 las condiciones extremas que han alimentado los incendios de este verano en España
- The New York TimesIncendios en Europa: la llegada de una 'nueva era de megaincendios'
- RTVE.esEl mapa de los incendios en Europa: el fuego bate récords avivado por las altas temperaturas
- Jennifer K. Balch
- Professor für Geographie an der University of Colorado Boulder, über globale extreme Brandtrends
- Laurent Nuñez
- Französischer Innenminister, berichtete, dass 70 % der Brände Brandstiftung waren
- Emmanuel Macron
- Präsident von Frankreich, rief zur Wiederaufforstung eines anderen, an den Klimawandel angepassten Waldes auf
- Thomas Cazenave
- Bürgermeister von Bordeaux, erklärte wiederholt, dass eine Evakuierung der Stadt nicht geplant sei
- Jean-Pascal Van Ypersele
- Klimatologe und emeritierter Professor an der Université catholique de Louvain, warnte, dass Massenevakuierungen häufiger werden
- Raúl Cordero
- Forscher an der Universität Groningen und Ko-Autor der Scientific-Reports-Studie zu Brandrisikotrends
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen