Vater angeklagt, nachdem 3-jähriger Sohn in Łódź allein auf Fensterbrett im dritten Stock gefunden wurde, während er mit dem Hund spazieren ging
Ein 3-jähriger Junge, der nur eine Windel trug, wurde stehend auf dem Fensterbrett im dritten Stock eines Wohnblocks in Łódź entdeckt, während er Gegenstände nach draußen warf. Sein Vater war währenddessen mit dem Hund spazieren. Die Polizei verschaffte sich gewaltsam Zutritt und rettete das Kind; dem Vater drohen nun bis zu fünf Jahre Haft.
Am Sonntag, den 14. Juni 2026, spielte sich in der ul. Podrzeczna im Stadtteil Bałuty in Łódź eine erschreckende Szene ab. Gegen 16:30 Uhr sahen Passanten Gegenstände aus einem Fenster im dritten Stock fallen. Als sie nach oben blickten, sahen sie einen 3-jährigen Jungen, der nur mit einer Windel bekleidet auf dem äußeren Fensterbrett stand. Das Kind warf Spielzeug und kleine Möbelstücke aus dem offenen Fenster auf den darunter liegenden Rasen. Alarmierte Zeugen wählten sofort den Notruf 112, um die Gefahr zu melden.
Polizei und Feuerwehr eilen herbei
Eine Polizeistreife und die Feuerwehr trafen fast gleichzeitig am Einsatzort ein. Während ein Beamter unten blieb, lief ein anderer in das Gebäude und fragte Nachbarn, in welcher Wohnung sich das Kind befinden könnte. Sie identifizierten schnell die Wohnung im dritten Stock, dem obersten Stockwerk des Blocks. Die Beamten verschafften sich Zutritt zur Wohnung und fanden den Jungen allein vor. Aufnahmen der Bodycams, die später von der Polizei veröffentlicht wurden, zeigen, wie ein Beamter das Kind mit den Worten „Hallo, Polizei“ begrüßt und in Sicherheit bringt.
Die Polizeibeamten kümmerten sich um den Jungen. Sie zogen ihn an und wechselten seine Windel.
Vater kehrt während des Einsatzes zurück
Während die Beamten noch in der Wohnung waren, kehrte der 38-jährige Vater zurück. Er gab gegenüber der Polizei an, er sei mit dem Familienhund und seinem anderen Kind kurz spazieren gegangen und habe den Jungen schlafend zurückgelassen. Er behauptete, das Fenster sei geschlossen gewesen und das Kind müsse es selbst geöffnet haben. Die Mutter war zu diesem Zeitpunkt bei der Arbeit und nicht in den Vorfall verwickelt. Die Erklärung des Vaters überzeugte die Polizei nicht, die das Zurücklassen des Kindes ohne Aufsicht als leichtsinnig einstufte.
Der Vater traf während des Einsatzes am Tatort ein. Er erklärte den Beamten, dass er mit dem Hund und seinem anderen Kind einen kurzen Spaziergang gemacht habe. Er behauptete, das Kind habe geschlafen, als er ging.
- Zeugen melden Kind auf Fensterbrett und fallende Gegenstände
- Polizei und Feuerwehr treffen gleichzeitig in der ul. Podrzeczna ein
- Kind in Sicherheit gebracht; Vater kehrt zur Wohnung zurück
- Vater wegen Kindeswohlgefährdung angeklagt
Anklage und rechtliche Konsequenzen
Der Junge wurde zur medizinischen Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Er erlitt keine Verletzungen, blieb aber zur Beobachtung dort. Das medizinische Personal bestätigte, dass der Junge gesund und unverletzt sei, er werde jedoch vorsorglich unter stationärer Beobachtung bleiben. Das Familiengericht wurde benachrichtigt, und die Staatsanwaltschaft hat den 38-jährigen Vater wegen Gefährdung des Lebens seines Kindes angeklagt. Nach polnischem Recht wird dieses Vergehen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft. Das Gericht wird nun prüfen, ob die elterliche Vernachlässigung das Kind in ernsthafte Gefahr gebracht hat. Die Polizei veröffentlichte später Bodycam-Aufnahmen der Rettung, die sich in den polnischen Medien schnell verbreiteten und die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Sicherheit von Kindern lenkten.


