- Juli 2025Kinder erkranken; bei 247 Schülern und Mitarbeitern werden abnorm hohe Bleiwerte im Blut festgestellt
- Spätere UntersuchungBeamte und Krankenhauspersonal manipulierten Bluttests und nahmen Bestechungsgelder an
Lebenslange Haft und Vermögenseinziehung
Ein Gericht in der Provinz Gansu im Nordwesten Chinas hat Li Huifang, Besitzerin des Heshi-Peixin-Kindergartens in Tianshui, wegen Herstellung und Verkaufs giftiger und schädlicher Lebensmittel zu lebenslanger Haft verurteilt. Chinesische Staatsmedien berichteten, sie sei verurteilt worden; das Zwischengericht von Lanzhou ordnete zudem die Einziehung von 500.000 Yuan aus ihrem persönlichen Vermögen an. Die Umrechnungen dieser Summe variieren je nach Medium, es werden etwa 300.000 Zloty und rund 61.000 Euro genannt. Die Berichte sagen nicht, ob das Urteil angefochten werden kann.
Wie die Vergiftung ans Licht kam
Der Fall begann im Juli 2025, als Kinder in dem privaten Kindergarten erkrankten. Ermittler fanden bei 247 Schülern und Mitarbeitern abnorm hohe Bleiwerte im Blut; 235 Kinder wurden wegen einer Bleivergiftung im Krankenhaus behandelt, nachdem sie gedämpfte Rotdattelkuchen und Wurst-Mais-Brötchen gegessen hatten. Die Leiterin Zhi Jinglin wurde zu 15 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 300.000 Yuan verurteilt; in einigen Berichten erscheint der Name auch als Zhu Jinglin. Vier Küchenmitarbeiter erhielten Haftstrafen von sechs bis acht Jahren; das Gericht stellte fest, dass sie von Li und Zhi angewiesen worden waren, den Mahlzeiten für Kinder und Mitarbeiter giftige Zutaten beizumischen.
Farbe im Essen und Bleiwerte
Die Ermittler erklärten, Küchenmitarbeiter hätten den Speisen ungenießbare Farbe beigemischt, damit sie appetitlicher aussahen und mehr Kinder in den Kindergarten lockten. Die Farbe war eindeutig als nicht zum Verzehr geeignet gekennzeichnet. Proben der gedämpften Rotdattelkuchen enthielten 1.052 Milligramm Blei pro Kilogramm, die Wurst-Mais-Brötchen 1.340 Milligramm pro Kilogramm – bei einem nationalen Lebensmittelsicherheitsgrenzwert in China von 0,5 Milligramm pro Kilogramm. Berichte beziffern den Bleigehalt der Speisen auf etwa das 2.000-Fache des Grenzwerts. Die Weltgesundheitsorganisation erklärt, Blei sei für kleine Kinder besonders schädlich und könne Gehirn und zentrales Nervensystem schwer schädigen.
- Gedämpfter Rotdattelkuchen
- 1052 mg/kg
- Wurst-Mais-Brötchen
- 1340 mg/kg
- Nationaler Grenzwert
- 0.5 mg/kg
Daten aus dem Artikeltext
Vertuschung und Bestechung
Eine spätere Untersuchung ergab, dass Beamte und Krankenhauspersonal versuchten, das Ausmaß der Vergiftung durch Manipulation von Bluttestergebnissen zu verschleiern. Die Darstellungen unterscheiden sich darin, wer beteiligt war: Eine beschreibt Dutzende Provinzbeamte, eine andere nennt kommunale Beamte, die Bestechungsgelder von einem Investor des Kindergartens annahmen. Laut den Berichten führten diese Zahlungen zu laschen Lebensmittelsicherheitskontrollen in mehreren anderen Kindergärten. Die Ergebnisse ordnen den Fall in ein breiteres Versagen der Aufsicht ein, das über den einzelnen Kindergarten hinausgeht.
Neue Regeln für Mahlzeiten auf dem Campus
China hat inzwischen nationale Leitlinien für Mahlzeiten auf dem Campus veröffentlicht. Demnach muss jede neue Lebensmittelcharge vor der Verwendung getestet werden. Mehl, Reis und Speiseöl dürfen laut den Berichten nur über zentrale Beschaffungsstellen gekauft werden.