
Jimmy Kimmel verlegt James-Talarico-Interview wegen FCC-Druck auf ABC auf YouTube
Der Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel wird sein Interview mit dem texanischen Senatskandidaten James Talarico von der Demokratischen Partei auf YouTube statt im ABC-Fernsehen streamen, nachdem die Regulierungsbehörde vor den bundesweiten Regeln zur gleichen Sendezeit gewarnt hatte.
Sendung ins Internet verlagert
Der Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel gab am Mittwoch bekannt, dass ein Interview mit dem demokratischen Senatskandidaten aus Texas, James Talarico, nicht im ABC-Netzwerk ausgestrahlt wird, sondern exklusiv auf YouTube veröffentlicht wird. Kimmel erklärte in seiner Monolog, dass die Federal Communications Commission (FCC) Drohungen gegen seine Show, ABC und angeschlossene Lokalsender wegen traditioneller redaktioneller Entscheidungen und Gästeauswahl ausgesprochen habe. Der Moderator erläuterte, die Entscheidung sei getroffen worden, um die angeschlossenen Lokalsender, insbesondere in Texas, vor möglichen regulatorischen Konsequenzen zu schützen. Talarico, ein ehemaliger Lehrer und presbyterianischer Seminarist, fordert den amtierenden republikanischen Generalstaatsanwalt Ken Paxton bei der Wahl am 3. November heraus – ein Rennen, das über die Kontrolle des US-Senats durch die Parteien entscheiden könnte.
Sie sind sehr nervös wegen der Zwischenwahlen, und das zu Recht. … Sie laufen Gefahr, ausgerechnet in Texas einen Senatssitz zu verlieren.
Änderungen bei den Ausnahmen von der Gleichbehandlungsregel
Der Streit hat seinen Ursprung in einer regulatorischen Leitlinie, die die republikanisch geführte FCC im Januar verabschiedete. Darin wurde festgelegt, dass Tages- und Spätabend-Talkshows nicht mehr als echte Nachrichtensendungen gelten. Mit dieser Politik verlieren Unterhaltungssendungen, die über öffentliche Frequenzen ausgestrahlt werden, ihre langjährige Ausnahme von den Gleichbehandlungsregeln. Die Sender müssen nun den gegnerischen Kandidaten, die dasselbe Amt anstreben, entsprechende Sendezeit einräumen. Die Leitlinie änderte eine 1996 eingeführte Regelung, als die FCC die Spätabend-Fernsehsendungen zunächst durch eine Ausnahmeregelung für „The Tonight Show mit Jay Leno“ befreite. Kimmel merkte an, dass seine Sendung seit mehr als zwei Jahrzehnten Kandidaten ohne regulatorischen Widerstand empfangen habe, und verwies auf frühere Auftritte von politischen Persönlichkeiten wie Hillary Clinton und Ted Cruz sowie von Vorgängern wie David Letterman und Arsenio Hall. Er stellte fest, dass Donald Trump 2015 und 2016 als Präsidentschaftskandidat in seiner Sendung aufgetreten war, bevor er die republikanische Nominierung gewann.
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Frühere Sendebeschränkungen und Lizenzprüfungen
Die Einschränkung für Talarico folgt einem ähnlichen Fall im Februar, als der Rechtsbeistand von CBS Stephen Colbert davon abriet, ein Interview mit Talarico in der „Late Show“ auszustrahlen. Dieser Beitrag wurde stattdessen auf YouTube veröffentlicht. Die Spannungen zwischen der Trump-Administration und ABC bestehen seit mehreren Monaten. Im vergangenen Jahr führte der FCC-Druck dazu, dass ABC Kimmel vorübergehend suspendierte, nachdem er Äußerungen zum Tod des konservativen Aktivisten Charlie Kirk gemacht hatte. Im April, nachdem Donald Trump und First Lady Melania Trump Disziplinarmaßnahmen wegen eines Witzes über die First Lady gefordert hatten, leitete die FCC eine vorzeitige Überprüfung von acht Rundfunklizenzen ein, die dem ABC-Mutterkonzern Disney gehören. Die Lizenzprüfungen konzentrierten sich auf Sender in Großstadtmärkten wie New York und Philadelphia und verwiesen auf bundesweite Bedenken hinsichtlich der Diversitätspolitik der Unternehmen.
Klage und rechtliche Verteidigung
Der regulatorische Konflikt verschärfte sich, nachdem Trump die FCC wiederholt aufgefordert hatte, die ABC-Rundfunklizenzen zu entziehen, und diese Forderungen erneuerte, nachdem das Netzwerk sich geweigert hatte, eine prime-time Ansprache des Präsidenten zur Wahlkampfsicherheit auszustrahlen. Disney und ABC reichten letzten Monat vor einem Bundesgericht Klage gegen die FCC ein und behaupteten, die Lizenzprüfungen der Behörde stellten eine verfassungswidrige Vergeltungskampagne dar, die gegen den Ersten Zusatzartikel verstoße. In einem Interview mit Reuters verteidigte FCC-Vorsitzender Brendan Carr das Vorgehen der Kommission und argumentierte, die Regierung gewähre den Sendern die kostenlose Nutzung von Funkfrequenzen unter der Bedingung, dass sie die Anforderungen des öffentlichen Interesses erfüllen.
Einen Sender zur Rechenschaft zu ziehen, was seine Verpflichtungen gegenüber dem öffentlichen Interesse und seinen rechtlichen Verpflichtungen angeht, stellt keine Verletzung seiner Rechte aus dem Ersten Zusatzartikel dar.


