Kurz gefasst
Kim sagte bei einem Treffen am 22. bis 23. Oktober in Pjöngjang zu Kompaniechefs, jede Kompanie müsse eine Eliteeinheit werden; das Treffen brachte Tausende Soldaten zusammen.
Am 21. September explodierten in der DMZ zwei Minen und verletzten drei südkoreanische Soldaten. Seoul macht nordkoreanische Minen verantwortlich, Pjöngjang weist den Vorwurf zurück.
Südkorea schlug nach mehreren schweren Zwischenfällen Militärgespräche über die Demarkationslinie in der DMZ vor, und Kim wies diesen Vorschlag zurück.
Nordkorea testete trotz UN-Sanktionen einen neuen Typ eines Präzisionstorpedos und eine Mittelstrecken-Hyperschallrakete, die beide auf künstliche Intelligenz setzen.
- Februar, neunter ParteitagKim fordert stärkere konventionelle Streitkräfte und bekräftigt Atom- und Raketenpläne
- 21.09.In der DMZ explodieren zwei Minen und verletzen drei südkoreanische Soldaten
- 22.10.Zweitägiges Treffen der Kompaniechefs beginnt in Pjöngjang, abgehalten am 22. bis 23. Oktober
- 24.10.KCNA berichtet über Kims Aufruf zu einer Elitearmee, die die stärkste der Welt werden soll
Eine Elitearmee und eine „militärische Revolution“
Kim Jong Un nutzte ein zweitägiges Treffen von Kompaniechefs in Pjöngjang am Donnerstag und Freitag, 22. bis 23. Oktober, um der Armee zu befehlen, so lange zu trainieren, bis sie die stärkste Streitmacht der Welt ist. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA bezeichnete Kim diesen Vorstoß als „militärische Revolution“. Das Treffen war die erste Versammlung der gesamten Armee seit dem neunten Parteitag im Februar und brachte Tausende Soldaten in einen großen Saal, in dem Kim die zentrale Figur war. Er sagte den Kommandeuren, jede Kompanie müsse militärisch und technisch zu einer soliden Eliteeinheit und zu dem gemacht werden, was er perfekte Kampfverbände nannte. Kim argumentierte zudem, die Stärke der Armee könne sich stark vervielfachen, wenn ihre Einheiten ideologisch geläutert würden, Elite-Standards erreichten und makellose Disziplin hielten. Verteidigungsminister Kim Song Gi lobte die Rolle der Armee in den vergangenen sieben Jahren und räumte Probleme ein, die überwunden werden müssten, ohne sie zu benennen.
Reibungen mit Seoul wegen der DMZ
Das Treffen folgte auf einen Vorschlag Südkoreas für Militärgespräche darüber, wo die Demarkationslinie durch das Zentrum der entmilitarisierten Zone verläuft, nach mehreren schweren Zwischenfällen. Kim wies diesen Vorschlag zurück. Die Spannung reicht bis zum 21. September zurück, als in der DMZ zwei Minen explodierten und drei südkoreanische Soldaten verletzten. Seoul erklärt, es seien nordkoreanische Antipersonenminen im Spiel gewesen, und macht das Regime verantwortlich, während Pjöngjang die Vorwürfe zurückwies und behauptete, die südkoreanischen Behörden hätten die Fakten gefälscht. Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester des Machthabers, sagte, der Norden werde binnen weniger Tage Propagandalautsprecher gegen den Süden an der Grenze wieder aufstellen. Die Zone folgt der Frontlinie am Ende des Koreakriegs (1950–1953), wie sie auf einer dem Waffenstillstandsabkommen von 1953 beigefügten Karte festgelegt wurde, und jeder Versuch, einen Friedensvertrag zu unterzeichnen, ist seither gescheitert.
Waffentests und die Nuklearfrage
Nordkorea hat zudem einen neuen Typ eines Präzisionstorpedos und eine Mittelstrecken-Hyperschallrakete getestet, die beide auf künstliche Intelligenz setzen. Trotz UN-Sanktionen hat Pjöngjang seinen Status als Nuklearwaffenstaat in Gesetzesform gegossen, und das Regime hat wiederholt erklärt, das Atomarsenal sei dauerhaft und unumkehrbar. Auf dem Parteitag im Februar hatte Kim stärkere konventionelle Streitkräfte gefordert und Pläne zur Ausweitung des Atomarsenals und des Raketenprogramms bekräftigt. Die entscheidenden Daten in dieser Abfolge reichen vom Parteitag im Februar bis zur Ankündigung am 24. Oktober.
Bindungen zu Russland und was als Nächstes kommt
Nordkorea ist ein wichtiger Verbündeter Russlands, seit Moskau 2022 in die Ukraine einmarschierte. Pjöngjang hat Soldaten, Granaten und Raketen geschickt, um den Kriegskurs des Kremls zu unterstützen, im Austausch für wirtschaftliche Vorteile und Militärtechnologie. Kim Yo Jongs Lautsprecherplan könnte binnen Tagen wirksam werden, während Südkoreas Vorschlag für Militärgespräche vom Norden weiterhin abgelehnt wird.