
USA unterrichten Ukraine über Moskauer Gespräche von CIA-Chef John Ratcliffe mit russischen Beamten
Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass er Informationen aus Washington erhalten habe, nachdem CIA-Direktor John Ratcliffe Russland einen unangekündigten Besuch abgestattet hatte, bei dem Beamte über festgefahrene Waffenstillstandsverhandlungen und die NATO-Sicherheit sprachen.
Unterrichtung über Moskauer Gespräche
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab am Freitag bekannt, dass die Vereinigten Staaten Kiew detaillierte Informationen über eine Reihe von Treffen gegeben hätten, die in dieser Woche in Moskau stattgefunden hatten. Selenskyj bestätigte auf Telegram, dass ukrainische Beamte in ständigem Kontakt mit Washington gestanden und am Donnerstag und erneut am Freitag Gespräche geführt hätten, um den Inhalt der Austausche zu bewerten. Obwohl der ukrainische Führer die Namen der beteiligten russischen Beamten nicht nannte, äußerte er sich zufrieden über die bilaterale Koordination und lobte den Ton, den die amerikanischen Vertreter in ihren Gesprächen mit Moskau angeschlagen hatten.
Wir schätzen die Koordination unserer Maßnahmen und die Tatsache, dass Amerika eine völlig realistische Vision davon vorantreibt, was getan werden muss. Russland muss seinen Krieg beenden, und die notwendigen Bedingungen dafür müssen geschaffen werden.
Ratcliffes Mission und unterschiedliche Darstellungen
Die diplomatische Unterrichtung folgt einem unangekündigten Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau, der am Dienstag in der russischen Hauptstadt eintraf. Die Mission ist der erste öffentliche Besuch eines CIA-Direktors in Moskau und erfolgte nach Berichten, wonach der russische Präsident Wladimir Putin versuchen könnte, die Einheit des NATO-Bündnisses auf die Probe zu stellen. Über den Hauptzweck von Ratcliffes Gesprächen sind widersprüchliche Darstellungen aufgetaucht. Das Wall Street Journal und Politico berichteten, Ratcliffe sei gereist, um eine ausdrückliche Warnung vor möglichen russischen Militärschlägen gegen NATO-Mitgliedstaaten, insbesondere im Baltikum, zu übermitteln. Zwei von Reuters zitierte Quellen bestätigten, dass Ratcliffe die Möglichkeit einer russischen Operation gegen einen NATO-Verbündeten zur Sprache brachte, während er auch über die russische Unterstützung für den Iran sprach.
- CIA-Direktor John Ratcliffe trifft in Moskau ein für Gespräche mit russischen Geheimdienstbeamten.
- Berichte tauchen auf, wonach Ratcliffe russische Beamte vor Angriffen auf NATO-Verbündete warnte.
- US-amerikanische und ukrainische Beamte führen erste Gespräche über die Moskauer Treffen.
- Wolodymyr Selenskyj bestätigt, dass er von den USA über die Moskauer Gespräche unterrichtet wurde.
Geheimdienstkanäle und Waffenstillstandsverhandlungen
Die New York Times berichtete, dass Ratcliffes Treffen ein Versuch der Regierung von US-Präsident Donald Trump waren, die festgefahrenen Waffenstillstandsverhandlungen wieder in Gang zu bringen. Demnach traf Ratcliffe Vertreter der russischen Sonderdienste, um den Kreml zu drängen, ein Abkommen mit Kiew zu schließen, bevor sich die militärische und wirtschaftliche Lage Moskaus weiter verschlechtert. Die CIA unterhält aktive Kommunikationslinien zu russischen Sicherheitsführern, darunter FSB-Direktor Alexander Bortnikow, die parallel zu den diplomatischen Kanälen laufen. CIA-Analysten haben lange bezweifelt, ob die Kreml-Berater Putin ein genaues Bild des Krieges vermitteln, was die Behörden zu der Einschätzung veranlasste, dass Putin als ehemaliger Geheimdienstoffizier Einschätzungen, die direkt vom US-Geheimdienstchef geliefert werden, möglicherweise größeres Gewicht beimisst.
Kiews diplomatische Haltung und Reaktion des Weißen Hauses
Ukrainische Beamte betrachten Ratcliffe als einen neutraleren Vermittler als die Präsidentengesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, die zuvor Waffenstillstandsverhandlungen führten, aber in Kiew als zu russlandnah wahrgenommen wurden. In Washington bezeichnete Trump Ratcliffes Reise nach Moskau als ein halb routinemäßiges Treffen und deutete an, dass aus den unangekündigten Gesprächen positive Ergebnisse erwachsen könnten. Der Kreml wies Berichte zurück, wonach Ratcliffe Warnungen vor möglichen Operationen gegen NATO-Gebiet übermittelt habe. Trump spielte auch Andeutungen eines bevorstehenden russischen Angriffs auf das Bündnis herunter und erklärte öffentlich, Putin werde kein NATO-Mitglied angreifen.


