
Russland greift Kiew mit massivem nächtlichem Angriff an – mindestens zehn Tote, Dutzende Verletzte, während Ukraine Luftabwehr fordert
Russland hat die ukrainische Hauptstadt in der Nacht mit einem kombinierten Drohnen- und Raketenangriff überzogen, der Wohnhäuser und ein zentrales Hotel traf und den Kiews Außenminister als „Nacht des Schreckens“ bezeichnete. Beamte berichten von mindestens zehn Toten und Dutzenden Verletzten; Rettungskräfte durchkämmen noch die Trümmer.
Was geschah
Russische Streitkräfte führten in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag einen groß angelegten kombinierten Angriff auf Kiew und andere ukrainische Städte durch, bei dem Drohnen, ballistische Raketen und Marschflugkörper eingesetzt wurden. Der Angriff begann am späten Mittwochabend, die ersten Luftalarmsirenen ertönten nach 21 Uhr Ortszeit, und dauerte Analysten zufolge mehr als zwölf Stunden an.
Kiew war das Hauptziel. In allen Bezirken beider Ufer des Dnjepr wurden Explosionen gemeldet. Beamte erklärten, insgesamt seien 28 Ziele in der Stadt getroffen worden. Die Angriffe verursachten Brände in Wohnblocks, und ein mehrstöckiges Hotel im zentralen Rajon Schewtschenko (das CityHotel Residence, in der Nähe von Regierungsgebäuden und ausländischen Botschaften) stand in Flammen.
Opfer und Schäden
Bis zum späten Donnerstagvormittag stieg die Opferzahl noch an. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von mindestens zehn Toten und 56 Verletzten, darunter zwei Kinder. Der Leiter der Kiewer Stadtmilitärverwaltung, Tymur Tkachenko, bestätigte zuvor neun Tote und 34 Verletzte und fügte hinzu, dass wahrscheinlich weitere Leichen gefunden würden. Ein weiterer, von der Ukrainska Prawda zitierter Bericht gab die Opferzahl mit elf Toten und 56 Verletzten an. Rettungskräfte zogen an einer Stelle sieben Menschen lebend aus den Trümmern, wie der ukrainische Innenminister mitteilte.
Über 30 Gebäude in verschiedenen Teilen der Hauptstadt wurden zerstört oder beschädigt. Ein neunstöckiger Wohnblock stürzte teilweise ein und schloss Bewohner in den oberen Stockwerken ein. Beamte betonten, dass Russland gezielt zivile Infrastruktur und Wohngebäude angegriffen habe.
- Tote (Bürgermeister Kiew)
- 10 Personen
- Verletzte (Bürgermeister Kiew)
- 56 Personen
- Tote (Militärverwaltung)
- 9 Personen
- Verletzte (Militärverwaltung)
- 34 Personen
- Tote (Medienbericht)
- 11 Personen
Offizielle Reaktionen
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha verurteilte den Angriff als „Nacht des Schreckens“ und beschuldigte Wladimir Putin, einen „niederträchtigen und terroristischen Krieg gegen die Zivilbevölkerung, Frauen und Kinder“ zu führen. Er argumentierte, Moskau sei nicht in der Lage, auf dem Schlachtfeld Ergebnisse zu erzielen, und greife stattdessen auf Angriffe auf Zivilisten zurück.
Zögern Sie die Entscheidungen über die Luftverteidigung für die Ukraine nicht hinaus! Das ist unser wichtigster Appell an die Partner nach der Schreckensnacht, die Kiew erlebt hat. Mindestens zehn Menschen starben infolge eines brutalen russischen Angriffs auf die Hauptstadt der Ukraine unter Einsatz aller Arten von Raketen und Drohnen. Leider könnte die Zahl der Todesopfer noch steigen. Die Rettungsteams sind noch im Einsatz.
Sybiha forderte konkrete internationale Maßnahmen, nicht nur Worte der Verurteilung. Er verlangte die sofortige Lieferung von Luftabwehrsystemen und -raketen, schärfere Sanktionen gegen Russland und verstärkte Unterstützung für den ukrainischen Energiesektor. Er wies jede Rechtfertigung zurück, wonach die russischen Angriffe Vergeltungsmaßnahmen seien, und bestand darauf, dass die Ukraine nach Artikel 51 der UN-Charta ein legitimes Recht auf Selbstverteidigung habe.
Tymur Tkachenko forderte die Einwohner Kiews auf, die Luftwarnungen nicht zu ignorieren, und sagte: „Die Russen greifen gezielt Wohnhäuser an. Diese Nacht hat erneut ihre terroristische Natur gezeigt.“
Weiterer Kontext
Russland griff in der Nacht auch andere ukrainische Städte an, darunter Mykolajiw, Krywyj Rih, Poltawa, Charkiw und Tscherkassy, wie die ukrainische Luftwaffe mitteilte. Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu einem Besuch in Irland aufgehalten hatte, kündigte an, sofort in die Ukraine zurückzukehren.
Polnische und alliierte Kampfjets wurden in der Nacht vorsorglich in die Luft geschickt, nach dem russischen Bombardement. Das Polnische Einsatzführungskommando erklärte, die Mission sei präventiv gewesen und habe der Sicherung des Luftraums in den an die bedrohten Zonen angrenzenden Gebieten gedient. Die Mission endete am Morgen, und es wurde keine Verletzung des polnischen Luftraums festgestellt.
Analysten deuteten an, dass der Angriff mit jüngsten ukrainischen Angriffen auf russische Ölraffinerien zusammenhängen könnte, und stellten fest, dass Russland eine Treibstoffkrise erlebe. Ukrainische Streitkräfte greifen weiterhin strategische Infrastruktur tief im russischen Hoheitsgebiet an, während Moskau Raketenbestände in den Grenzregionen aufstockt.


