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KI & Tech·vor 6 Std.

Landesregierung von Nordrhein-Westfalen räumt KI-Unterstützung bei Reden ein, weist vollständige Automatisierung zurück

Eine Umfrage zeigt, dass die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen künstliche Intelligenz für den Entwurf von Reden und Gastbeiträgen einsetzt, Beamte betonen jedoch, dass menschliche Mitarbeiter alle Inhalte prüfen und finalisieren.

Hintergrund: KI-Debatten bei Reden

In den vergangenen Wochen wuchs die Kritik, nachdem Berichte über Politiker bekannt wurden, die künstliche Intelligenz zum Verfassen von Reden und Gastbeiträgen nutzten. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) sah sich mit Vorwürfen konfrontiert, da mehrere Texte, darunter eine Rede zum Holocaust-Gedenktag, eine Trauerrede und eine Neujahrsansprache, teilweise KI-generiert gewesen sein sollen. Auch Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) geriet unter Druck, nachdem eine Analyse der „Zeit“ ergab, dass ein „Handelsblatt“-Artikel unter seinem Namen im April fast vollständig KI-geschrieben war und ein Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ im März weitgehend KI-generiert wurde.

Die offizielle Linie der NRW-Regierung

Eine dpa-Umfrage bei allen Regierungsressorts in Nordrhein-Westfalen zeigt, dass die Staatskanzlei und viele Ministerien KI zur Unterstützung bei der Erstellung von Reden und Gastbeiträgen nutzen, jedoch kein Kabinettsmitglied KI vollständige Texte schreiben lässt. Die Staatskanzlei erklärte, dass Reden von Ministerpräsident Hendrik Wüst und Chef der Staatskanzlei Nathanael Liminski auf inhaltlicher und redaktioneller Vorbereitung durch Mitarbeiter basieren und KI nicht für die eigenständige Erstellung fertiger Reden oder Beiträge verwendet wird.

KI-Werkzeuge können unterstützend eingesetzt werden, etwa für Recherchen, das Zusammenfassen von Informationen oder die Strukturierung von Themen. Alle Entwürfe werden geprüft, bearbeitet und freigegeben. Quellen, Daten und Fakten werden nicht ungeprüft übernommen, sondern mit Originalquellen abgeglichen.

Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Ähnliche Antworten kamen aus den Ministerien für Wirtschaft, Finanzen, Familie, Wissenschaft, Bildung und Bauen.

Ministerien, die KI ablehnen

Mehrere Ministerien in NRW bezeichnen sich selbst als KI-Verweigerer. Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass Minister Karl-Josef Laumann keine KI für Reden, Grußworte oder Gastartikel nutze. Das Umweltministerium merkte an, dass Oliver Krischer frei spreche und sich auf Stichpunktnotizen seines Hauses sowie persönliche Erfahrungen stütze, „die eine KI nicht kennen kann“. Auch das Landwirtschaftsministerium unter Silke Gorißen sowie das Innenministerium berichteten von keinerlei KI-Nutzung.

Experten fordern Transparenz

Der Politikberater Martin Fuchs hält die Debatte für überfällig. Er merkte an, dass KI in der Regierungskommunikation auf Landesebene seit etwa drei Jahren Standard sei und er Workshops zu diesem Thema durchführe.

Ich begrüße es, wenn politische Kommunikation effizienter wird und innovative Technologien genutzt werden, insbesondere um Zeit für andere Kommunikationsaufgaben freizumachen.

Fuchs forderte zudem Transparenz über den KI-Einsatz in der politischen Kommunikation.

Düsseldorf

2 Quellen

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