
Hape Kerkeling zum Botschafter des Leipziger Christopher Street Day ernannt und warnt vor ‚kälterem Wind‘ für queere Rechte
Der Schauspieler, Komiker und Bestsellerautor wird einer von zwei offiziellen Botschaftern der Veranstaltung am 18. Juli sein und nutzt diese Rolle, um davor zu warnen, dass die mühsam errungenen Freiheiten erneut zur Diskussion stünden.
Eine prominente Stimme schließt sich der Sache an
Die Christopher-Street-Day-Demonstration (CSD) und das Straßenfest in Leipzig haben einen prominenten Unterstützer gewonnen. Die Organisatoren gaben am 10. Juni bekannt, dass Hape Kerkeling, der 61-jährige Schauspieler, Komiker und Bestsellerautor, einer von zwei offiziellen Botschaftern der diesjährigen Veranstaltung sein wird. Die Identität des zweiten Botschafters wurde noch nicht bekannt gegeben. Der CSD soll am 18. Juli in der ostdeutschen Stadt stattfinden.
Kerkeling gehört zu den bekanntesten queeren Persönlichkeiten Deutschlands. Der Begriff queer wird von Menschen verwendet, die sich nicht mit der heteronormativen Mehrheit identifizieren, darunter Schwule, Bisexuelle oder Transgender. Sein Engagement lenkt große öffentliche Aufmerksamkeit auf das Leipziger Event, das eine politische Demonstration mit einem Straßenfest verbindet.
Eine kämpferische Botschaft für 2026
Das Motto des CSD Leipzig 2026 lautet „Keine Ruhe, kein Zurück – Queere Rechte Stück für Stück!“. Kerkeling äußerte sich direkt zum Ton des Slogans.
Unser diesjähriges Motto ‚Keine Ruhe, kein Zurück – Queere Rechte Stück für Stück!‘ klingt kampfeslustig, und das muss es auch. Denn wir alle spüren, dass der Wind kälter wird. Wenn Errungenschaften, die wir für sicher hielten, wieder zur Debatte stehen, wenn Menschen Angst haben müssen, Händchen haltend durch unsere Innenstädte zu gehen, dann ist das ein Alarmzeichen für uns alle.
Er fügte hinzu, dass Freiheit gepflegt und mitunter verteidigt werden müsse. Die Äußerungen spiegeln eine tiefergehende Besorgnis innerhalb der queeren Gemeinschaft in Deutschland über das politische Klima und die Beständigkeit der in den letzten Jahrzehnten errungenen Rechte wider.
Das Vermächtnis der Christopher Street
Die Tradition des Christopher Street Day geht auf die Aufstände der queeren Gemeinschaft in der Christopher Street in New York City im Jahr 1969 zurück. In ganz Deutschland und darüber hinaus dienen CSD-Veranstaltungen gleichzeitig als Feier und als Gedenktag für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und andere queere Menschen. Die Zusammenkünfte sollen Sichtbarkeit fördern und für vollständige Gleichberechtigung eintreten.
Die Leipziger Ausgabe 2026 setzt diese Tradition fort, wobei Kerkelings Botschafterrolle der Veranstaltung sowohl kulturelles Gewicht als auch eine schärfere politische Note verleiht. Die Organisatoren haben den Tag ebenso als Protest wie als Festival konzipiert – eine Haltung, die der neue Botschafter offenbar teilt.


