
Kennedy-Center-Kuratorium stimmt für erneute Anbringung von Trumps Namen an der Fassade trotz richterlicher Anordnung zur Entfernung
Das Kuratorium des Kennedy Centers stimmte am 13. August dafür, den Namen von Präsident Donald Trump an der Fassade des Gebäudes anzubringen und das Haus für zwei Jahre zu schließen – und widersetzte sich damit einer Verfügung eines Bundesrichters aus dem Mai, wonach nur der Kongress die Einrichtung umbenennen darf.
Kuratorium genehmigt neue Trump-Inschrift
Das Kuratorium des John F. Kennedy Center for the Performing Arts stimmte am Donnerstag, dem 13. August, dafür, eine Inschrift mit dem Namen von Präsident Donald Trump an der Außenfassade des Gebäudes anzubringen. Nach Angaben der demokratischen US-Abgeordneten Joyce Beatty, die geborenes Mitglied des Kuratoriums ist, soll die Fassade die Aufschrift „The John F. Kennedy Center for the Performing Arts Restored and Renovated By President Donald J. Trump“ tragen, und der Standort soll in „the President Donald J. Trump Plaza“ umbenannt werden. Die New York Times berichtete unter Berufung auf eine Resolution, das Kuratorium wünsche, „Präsident Trumps existenzielle und beispiellose Beiträge zum Überleben des Zentrums mit allen rechtlichen Mitteln anzuerkennen und zu würdigen.“
Das von Trump-Loyalisten dominierte Kuratorium stimmte auch dafür, das Kennedy Center für zwei Jahre wegen Renovierungsarbeiten zu schließen. Die Arbeiten an der Heizungs-, Kühlungs-, Elektro- und Brandschutztechnik des Gebäudes sollen bis zum Sommer 2028 abgeschlossen sein. Eine zweite mit der Situation vertraute Quelle bestätigte die Entscheidung gegenüber Reuters.
Bisheriger Verlauf des Rechtsstreits
Trumps Name wurde erstmals im Dezember 2025 an der Fassade angebracht, nachdem Trump ein handverlesenes Kuratorium eingesetzt hatte, das ihn nach seiner Rückkehr ins Amt zum Vorsitzenden ernannte. Die ursprüngliche Umbenennung trug den Titel „The Donald J. Trump and John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts“. Im Mai 2026 ordnete Richter Christopher Cooper die Entfernung des Namens an und entschied, dass das Gründungsgesetz des Kennedy Centers eindeutig vorschreibe, dass die Einrichtung nach Präsident Kennedy benannt sei und keinen anderen formellen Namen aufgrund einer einseitigen Entscheidung des Kuratoriums tragen dürfe.
- Trumps Name nach Umbenennung durch das Kuratorium an der Fassade des Kennedy Centers angebracht
- Richter Christopher Cooper ordnet Entfernung von Trumps Namen an, mit der Begründung, nur der Kongress könne den Namen ändern
- Arbeiter entfernen Trumps Namen vom Gebäude; eine Plane verhüllt die Fassade
- Bundesberufungsgericht lehnt Antrag der Regierung ab, Trumps Namen während des Berufungsverfahrens zu belassen
- Kuratorium stimmt für erneute Anbringung der Trump-Inschrift und zweijährige Schließung des Zentrums
Im Juni entfernten Arbeiter Trumps Namen vom Gebäude. Geschäftsführer Matt Floca erklärte, das Zentrum habe „alle physischen Hinweisschilder auf dem Gelände des Kennedy Centers und auf dem Grundstück“ mit Trumps Namen entfernt. Seitdem ist eine Plane über der Fassade geblieben. Im Juli lehnte ein Bundesberufungsgericht den Antrag der Regierung ab, Trumps Namen während der weiteren rechtlichen Schritte am Gebäude zu belassen, und stellte fest, dass die Behauptungen der Regierung über finanzielle Schäden durch die Spendenakquise nicht durch konkrete Tatsachen oder Beweise gestützt würden.
Reaktionen und Folgen
Abgeordnete Beatty, die die Trump-Regierung und das Zentrum wegen der früheren Namensänderung und der geplanten Schließung verklagt hatte, verurteilte die jüngste Abstimmung.
Diese neueste Entwicklung ist ein durchsichtiger Versuch, die Entscheidung des Gerichts zu umgehen, und widerspricht den Gesetzen, die der Kongress verabschiedet hat. Ich werde weiterhin für dieses geschätzte nationale Denkmal kämpfen.
Die Namensänderung wurde von der Familie Kennedy und der demokratischen Opposition verurteilt, die ihre Rechtmäßigkeit bestreitet. Als Trumps Name im Dezember 2025 erstmals angebracht wurde, wurden Aufführungen abgesagt und die Ticketverkäufe für die verbleibenden Veranstaltungen brachen ein. Das Kennedy Center antwortete zunächst nicht auf die Anfrage von AFP zu einer Stellungnahme zu den Vorgängen im Kuratorium.
Allgemeines Muster der Trump-Branding
Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 hat Trump seinen persönlichen Stempel mehreren Institutionen aufgedrückt. Das inzwischen aufgelöste US Institute of Peace wurde nach Trump umbenannt, sein Name ist seit Ende 2025 darauf zu sehen. Sein Gesicht prangt auf riesigen Bannern vor dem Justiz- und dem Landwirtschaftsministerium. Ein limitierter US-Reisepass zeigt sein Bild, und der Flughafen in West Palm Beach, Florida, ist jetzt nach ihm benannt. Ein Berufungsgericht stoppte letzte Woche seinen geplanten Ballsaal im Weißen Haus, nachdem er den Ostflügel abgerissen hatte, und auch seine Renovierung des Reflecting Pools stieß auf Probleme, obwohl er weiterhin einen Memorial Arch bauen will.
Es bleibt unklar, wie die jüngste Abstimmung des Kuratoriums mit der Verfügung von Richter Cooper aus dem Mai in Einklang gebracht werden soll und ob der Richter die neue Inschrift oder den erneuten Schließungsplan ansprechen wird.


