
Vierstöckiger Wohnblock stürzt in Athen ein, da angrenzender Abriss das Fundament untergräbt
Ein vierstöckiges Wohnhaus in der Alkminis-Straße in Petralona, Athen, stürzte am Dienstag während Abrissarbeiten nebenan ein. Alle Bewohner wurden schließlich wohlbehalten aufgefunden, und fünf Personen, darunter der Bauunternehmer und der Eigentümer des angrenzenden Grundstücks, wurden zur Vernehmung gebracht.
Der Einsturz
Ein vierstöckiges (einige Quellen beschreiben es als fünfstöckig, mit Erdgeschoss plus vier Obergeschossen) Wohnhaus in der Alkminis-Straße 22 in Petralona, Athen, stürzte kurz nach 13 Uhr Ortszeit am Dienstag, dem 30. Juni 2026, ein. Das Gebäude beherbergte sieben Wohnungen und war zum Zeitpunkt des Einsturzes bewohnt. Innerhalb von Sekunden verwandelte sich das Bauwerk laut Berichten vom Ort des Geschehens in einen Berg aus Beton und Stahl.
Ursache und Warnungen
Der Abriss eines alten zweistöckigen Gebäudes auf dem benachbarten Grundstück (Alkminis-Straße 20) war im Gange, im Rahmen eines Plans zur Errichtung eines fünfstöckigen Gebäudes mit Keller und Dachgeschoss. Die Abrissgenehmigung wurde erstmals im November 2024 erteilt und im Juli 2025 nach einem Eigentümerwechsel erneuert. Eine Vorabgenehmigung für den Neubau folgte im September 2025, und die Baugenehmigung wurde im März 2026 erteilt.
Arbeiter auf der Abrissbaustelle entdeckten, dass das angrenzende Wohnhaus keine Fundamente hatte. Laut einem Augenzeugen klingelten sie in den vorangegangenen Tagen an allen Wohnungen, um die Bewohner zum Verlassen aufzufordern; nur eine Etage reagierte nicht. Gegen 12:30 Uhr war das Gebäude bereits um 14 Grad geneigt. Arbeiter riefen Warnungen, als die Struktur nachzugeben begann. Derselbe Zeuge beschrieb, wie ein Bauunternehmer sie Sekunden vor dem Einsturz aus ihrem Auto zog.
Rettungseinsatz
Dreißig Feuerwehrleute mit acht Fahrzeugen, ein spezielles Rettungsfahrzeug mit einem Suchhund der 1. EMAK-Einheit, sowie Polizei, EKAB-Krankenwagen und Einsatzkräfte von DEFA und DEDDIE wurden zum Ort des Geschehens entsandt. Der stellvertretende Leiter des Griechischen Feuerwehrdienstes, Generalleutnant Anastasios Pappas, koordinierte den Einsatz.
Erste Berichte sprachen von vier eingeschlossenen Personen. Drei wurden relativ schnell von Angehörigen gefunden. Die vierte Person, eine Frau, wurde zunächst vermisst, später jedoch wohlbehalten aufgefunden – sie war im Urlaub in Nafplio und befand sich zum Zeitpunkt des Einsturzes nicht im Gebäude. Eine Person am Ort des Geschehens erlitt einen Ohnmachtsanfall, jedoch wurden keine Todesfälle gemeldet.
Ermittlungen
Fünf Personen wurden zur Polizeiwache Petralona gebracht, um vernommen zu werden: der Bauunternehmer, der Eigentümer des angrenzenden Grundstücks und drei für die Abrissarbeiten verantwortliche Ingenieure. Die Ermittlungen zur Klärung der Verantwortlichkeit für das strukturelle Versagen dauern an.
- Ursprüngliches zweistöckiges Gebäude in der Alkminis-Straße 20 errichtet.
- Abrissgenehmigung für das Gebäude in der Alkminis-Straße 20 erteilt.
- Abrissgenehmigung nach Eigentümerwechsel erneuert.
- Vorabgenehmigung für ein fünfstöckiges Gebäude mit Keller und Dachgeschoss erteilt.
- Baugenehmigung für den Neubau erteilt.
- Abrissarbeiten an der Alkminis-Straße 20 nebenan beginnen.
- Arbeiter beobachten, dass das angrenzende Gebäude Nr. 22 um 14 Grad geneigt ist; Evakuierungswarnungen werden verstärkt.
- Das vierstöckige Wohnhaus in der Alkminis-Straße 22 stürzt ein.
- Feuerwehr, EMAK-Rettungseinheit, Polizei und Krankenwagen treffen ein; Rettungseinsatz beginnt.
- Drei der zunächst vier vermissten Personen werden gefunden; die vierte wird später wohlbehalten im Urlaub aufgefunden.
- Fünf Personen – Bauunternehmer, Grundstückseigentümer und drei Ingenieure – werden zur Vernehmung gebracht.


