
Selenskyj dankt EU-Spitzen in Brüssel – Kallas warnt, Europa könne Starlink nicht so schnell ersetzen
Beim Europäischen Rat in Brüssel hat Selenskyj den EU-Spitzen gedankt, während Kiew und Washington wegen russischem Diesel und Angriffen auf russische Raffinerien zerstritten bleiben. Costa, von der Leyen und Kallas erklärten, der Druck auf Russland müsse aufrechterhalten werden und die Sanktionen blieben in Kraft.
Selenskyj in Brüssel
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm am Freitag, dem 16. Oktober 2026, am zweiten Tag des Gipfels des Europäischen Rates in Brüssel teil, nachdem das Treffen am Donnerstag, dem 15. Oktober, begonnen hatte. Bei einem gemeinsamen Pressestatement mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa dankte er den EU-Spitzen für ihre Unterstützung seit Kriegsbeginn und nannte sie wahre Führungspersönlichkeiten. Selenskyj sagte, er sehe Russland nicht bereit, seinen Einmarsch zu beenden, weshalb sich die Ukraine auf den Winter vorbereiten müsse; dafür brauche es mehr Energieversorgung, eine bessere Luftverteidigung und Finanzierung. Er sagte, die Agenda mit den EU-Spitzen umfasse auch den Haushaltsbedarf der Ukraine für 2027 und ihren Beitrittsprozess, wenige Tage nachdem zwei weitere Verhandlungscluster eröffnet worden waren. Zudem verwies er auf den Energiebedarf der Ukraine angesichts intensiver russischer Angriffe auf ihre Infrastruktur und sagte, das Winterpaket umfasse Luftverteidigung, Finanzierung und Energie.
EU sagt Unterstützung zu und Druck auf Russland
Costa sagte zu Selenskyj, die Unterstützung der EU für die Ukraine bleibe so stark wie eh und je und dies sei nicht der Moment, die Unterstützung zurückzufahren oder die Sanktionen gegen Russland zu lockern. Er argumentierte, es brauche mehr Unterstützung und mehr Druck, um Russland dazu zu bringen, einen echten Waffenstillstand zu akzeptieren und sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Costa sagte Selenskyj zudem, auf die EU sei nicht nur während des Krieges Verlass, sondern auch mit Blick auf die Zukunft der Ukraine als Mitglied des Blocks. Von der Leyen sagte, das Ziel sei, die letzten beiden Verhandlungscluster bis Ende 2026 zu eröffnen, und sie dankte der Rada, dem ukrainischen Parlament, für seine Arbeit an den für den Beitritt nötigen Reformen. Beim Pressestatement sagte sie, Russland tue alles, um die Energie- und Wasserinfrastruktur der Ukraine zu zerstören, und die EU werde Kiew wie in den Wintern zuvor durch den Winter helfen.
Sanktionen, Energie-Waffenruhe und der Streit mit Trump
Von der Leyen sagte, Russland habe die vom US-Präsidenten Donald Trump vorgeschlagene Energie-Waffenruhe nicht respektiert, nicht einmal eine Minute lang, und stattdessen seine Angriffe verstärkt. Sie sagte, die EU arbeite an einem 22. Sanktionspaket und keine Sanktionen würden aufgehoben, bis Russland den Krieg beende. Europa Press berichtet, Selenskyj liege mit Trump im Streit über den Verkauf russischen Diesels in den Vereinigten Staaten und über Trumps Kritik an ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien. Adnkronos beschrieb zum Beginn des Gipfels starke Spannungen zwischen Kiew und Washington. Macron traf Selenskyj am Abend des 15. Oktober und schrieb auf X, Russland wähle die Eskalation, weil es an der Front feststecke. Er sagte, es sei entscheidend, die Ukraine gemeinsam mit allen Mitteln auszustatten, die sie brauche, um sich selbst und ihre Zivilbevölkerung und Infrastruktur zu schützen.
- Einschränkungen des militärischen Satellitendienstes Starshield von SpaceX stören die Kommunikation ukrainischer Drohnen
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- Selenskyj, Costa und von der Leyen sprechen am zweiten Tag des Brüsseler Gipfels bei einem gemeinsamen Pressestatement
Starlink und die Verteidigungsbereitschaft Europas
Kaja Kallas, die Hohe Vertreterin der EU, sagte bei ihrer Ankunft im Rat, Starlink sei für die Ukraine wirklich notwendig und Europa könne diese Kapazität kurzfristig nicht ersetzen. Sie sagte, die Europäische Verteidigungsagentur erfasse alle kritischen Fähigkeiten und Lücken, und die Umsetzung müsse so schnell wie möglich beginnen, weil die EU diese Fähigkeiten selbst brauche. Ihre Äußerungen folgten auf Einschränkungen des militärischen Satellitendienstes Starshield von SpaceX, die am 14. Oktober eingeführt wurden und Unterbrechungen der Kommunikation ukrainischer Drohnen und weitere militärische Schwierigkeiten für Kiew verursachten. Die Verteidigungsbereitschaft steht neben dem Winterpaket und dem Haushaltsbedarf der Ukraine auf der Agenda des Rates.

