
Kap Verde schreibt Geschichte: Kleinste Nation erreicht nach torlosem Remis gegen Saudi-Arabien das WM-Achtelfinale
Der Inselstaat mit rund 500.000 Einwohnern belegte nach einem 0:0-Unentschieden gegen Saudi-Arabien den zweiten Platz in der Gruppe 8 hinter Spanien, zog ungeschlagen weiter und wurde zum bevölkerungsärmsten Land, das je die K.o.-Phase einer Fußball-Weltmeisterschaft erreicht hat.
Die entscheidende Nacht
Kap Verdes letztes Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien blieb torlos, war aber spannungsgeladen. Früh bedrohte Saudi-Arabiens Salem Al Dawsari das Tor, doch eine entscheidende Grätsche von Wagner Pina verhinderte den Schuss. Torhüter Vozinha wehrte später einen Kopfball von Kanno ab. Kap Verde konterte: Semedo dribbelte in den Strafraum, doch seinen flachen Schuss parierte Al-Owais. In der zweiten Halbzeit brach Duarte durch, aber Al-Owais rettete mit einem Bein. Monteiro und Pina prüften den saudischen Keeper ebenfalls, während späte Nachsetzer von Pina und Gary Rodrigues unbelohnt blieben.
Nach dem Abpfiff drängte sich die Mannschaft um ein Mobiltelefon, um Spaniens Spiel zu verfolgen. Spaniens 1:0-Sieg über Uruguay sicherte Kap Verde den zweiten Platz und eine ungeschlagene Gruppenbilanz. Sie sind das erste Team seit Senegal im Jahr 2002, das bei seinem Debüt ungeschlagen eine WM-Gruppe übersteht.
Überall gab es Tränen des Stolzes und der Freude. Alle warteten ängstlich auf den Schlusspfiff, und als er ertönte, waren die Emotionen überwältigend. Es war wohl der Moment des Turniers bisher.
Kleinste Nation, größter Traum
Mit etwas mehr als 500.000 Einwohnern ist Kap Verde nun das bevölkerungsärmste Land, das je die K.o.-Phase einer Fußball-WM erreicht hat. Der Archipel aus zehn Vulkaninseln liegt im Atlantik, rund 600 km vom Senegal entfernt. Die Qualifikation ist eine bemerkenswerte Leistung für eine Nation mit begrenzter Fußballinfrastruktur. Der 40-jährige Torhüter Vozinha hielt gegen Spanien einen Weißen Fleck und machte während des gesamten Turniers entscheidende Paraden – Sinnbild für die defensive Widerstandsfähigkeit des Teams.
Diaspora und langfristiger Plan
Trainer Pedro „Bubista“ Brito wies die Erzählung zurück, die Serie sei ein Märchen.
Es ist kein Märchen. Es ist das Ergebnis von Arbeit, Organisation und Teamgeist.
Der Kader schöpft aus Kap Verdes Diaspora: 14 der 26 Spieler wurden außerhalb des Landes geboren, sechs davon aus der großen Gemeinde in Rotterdam. Der Fußballverband hat einen langfristigen Entwicklungsplan umgesetzt, der Verbindungen zu Portugal und anderen europäischen Nationen nutzt. Diese Strukturen haben eine konkurrenzfähige Mannschaft hervorgebracht, die bereits vor ihrem WM-Debüt in afrikanischen Wettbewerben beeindruckte.
Feierlichkeiten und der Härtetest gegen Argentinien
Die Qualifikation löste jubelnde Szenen in der Kabine Kap Verdes aus, wo Spieler tanzten und Trainer Zigarren anzündeten. Fans auf den Inseln feierten den historischen Erfolg. Der ehemalige spanische Weltmeister Juan Mata lobte das Team.
Was Kap Verde leistet, ist wirklich unglaublich. Es geht nicht nur um ein Spiel, sondern um drei Begegnungen auf höchstem Niveau.
Nun trifft Kap Verde im Achtelfinale auf Titelverteidiger Argentinien – ein Spiel, das eine der denkwürdigsten Geschichten der WM 2026 krönt.


