
Harry Kane rettet England mit Doppelpack gegen DR Kongo in Atlanta vor WM-Schock
England lag über eine Stunde mit 1:0 zurück, bevor Kapitän Harry Kane in den letzten 15 Minuten zweimal traf und eine kämpferische DR-Kongo-Mannschaft 2:1 besiegte, um ins Achtelfinale einzuziehen.
Der Schock-Führungstreffer
Im Mercedes-Benz Stadium in Atlanta kassierte England bereits in der 7. Minute ein frühes Gegentor, als Brian Cipenga den Ball an Jordan Pickford vorbeischob und DR Kongo eine Führung verschaffte, die bis tief in die zweite Hälfte Bestand haben sollte. Die afrikanische Mannschaft, die erst an ihrer zweiten WM teilnimmt und seit 1974 als Zaire nicht mehr dabei war, hatte bereits durch das Erreichen der K.-o.-Runde Geschichte geschrieben. Ihr furchtloses, proaktives Spiel verunsicherte die hoch favorisierten Engländer, die vor der Pause keinen einzigen Torschuss aufs Tor brachten.
- 7. Minute: Cipenga erzielt die Führung für DR Kongo
- 75. Minute: Kane gleicht per Kopf aus
- 86. Minute: Kane gewinnt das Spiel mit einem kraftvollen Schuss
- Nächstes Spiel: England gegen Mexiko im Achtelfinale
Kanes Rettungsaktion
England drängte, fand aber Torhüter Lionel Mpasi in überragender Form vor. Er parierte Jude Bellingham zweimal aus kürzester Distanz und hielt auch Harry Kane aus der Nähe. Yoane Wissa traf für DR Kongo kurz vor der Halbzeit den Pfosten und hätte die Führung beinahe verdoppelt. Thomas Tuchels Team verbesserte sich nach einer Trinkpause, und in der 75. Minute flankte Anthony Gordon zu Kane, der per Kopf den Ausgleich erzielte. Elf Minuten später legte Gordon erneut für Kane auf, der den Ball unter die Latte hämmerte und zum 2:1-Endstand traf.
- England
- 1500 Mio. €
- DR Kongo
- 125 Mio. €
Der finanzielle Unterschied war eklatant: Laut polnischen Berichten wird der Kader Englands auf knapp 1,5 Milliarden Euro geschätzt, der von DR Kongo auf lediglich 125 Millionen. 75 Minuten lang war dieses Missverhältnis nicht zu sehen.
Was sie sagten
Tuchel gab zu, seine Mannschaft habe den „denkbar schlechtesten Start“ erwischt, und lobte die Geduld des Teams. Kane nannte das Spiel „verrückt“ und führte die Wende auf eine gesteigerte Intensität nach der Pause zurück. DR Kongos Trainer Sébastien Desabre klagte: „Einer der besten Spieler der Welt hat zwei Tore geschossen. Das ist schade.“
Die Experten waren sich einig, den englischen Kapitän zu feiern. Wayne Rooney sagte auf BBC One, Kanes Kopfball sei „ein genialer Zug“ gewesen, aber das zweite Tor sei „unglaublich – er ist unser Superstar und unser Held.“ Joe Hart ergänzte: „Ich liebe die Aggression und das Feuer in seinem Gesicht. Als es darauf ankam, lieferte er.“
Die DR Kongo brachte Romantik in dieses Turnier, ein Team, das ein kriegszerrissenes Land vereinte, und sie führten nach einem Tor von Brian Cipenga in der siebten Minute. Sie waren bereit, etwas absolut Außergewöhnliches zu erreichen.
Medienurteil
Britische und polnische Medien beschrieben Englands Leistung als mühevoll und verschonten nur Kane. Der Guardian schrieb, Tuchels Team habe „mit dem Desaster geflirtet“, während die Daily Mail DR Kongo als „Außenseiter“ bezeichnete und anmerkte, das Spiel habe „mit einer demütigenden Niederlage enden können.“ Mehrere Kommentatoren stellten fest, dass England ohne seinen Kapitän bereits ausgeschieden wäre. Für Kontroversen sorgte zudem in der ersten Halbzeit eine gelbe Karte für Kane wegen Simulation, eine Entscheidung, die der VAR bestätigte.
Nächste Herausforderung
England zieht ins Achtelfinale ein und trifft dort am 6. Juli im Estadio Azteca auf den Co-Gastgeber Mexiko. Die Gegner und der Austragungsort werden nach der knappen Rettung in Atlanta wohl eine deutlich bessere Leistung verlangen.


