- Nacht vom 16. auf den 17. Oktober 2026Kabera wird vermutlich getötet
- 17.10.Leichnam in einem Gebüsch in Kamengo im Distrikt Mpigi gefunden
- 19.10.Polizei gibt Ermittlungen bekannt; Kopf weiterhin nicht gefunden
Die Tat
Die ugandische Polizei untersucht die Tötung eines etwa 50 Jahre alten Mannes, dem der Kopf abgeschnitten wurde, sagte Polizeisprecher Kituuma Rusoke am Montag, 19. Oktober, auf einer Pressekonferenz. Angehörige identifizierten den Getöteten als Robert Kabera, einen ehemaligen Sergeant Major der ruandischen Armee. Anwohner fanden den Leichnam am Samstag, 17. Oktober in einem Gebüsch in Kamengo im Distrikt Mpigi, südwestlich von Kampala. Der Kopf wurde nicht gefunden, und die Polizei hat noch kein klares Motiv. Es wird davon ausgegangen, dass Kabera in der Nacht vom 16. auf den 17. Oktober getötet wurde.
Wer Kabera war
Kabera diente in der ruandischen Armee und spielte laut De Morgen auch in deren Militärmusikkapelle. Im November 2020 floh er nach Uganda, wo er sich als Flüchtling registrieren ließ und erklärte, sich nicht mehr sicher zu fühlen. Die ruandische Armee erklärte daraufhin, sie habe eine Untersuchung gegen ihn wegen sexuellen Missbrauchs eines Familienmitglieds eingeleitet – ein Vorwurf, den er bestritt und als Propaganda bezeichnete. In Uganda wurde er zunehmend meinungsstark. Sein YouTube-Kanal Major Robert TV hatte mehr als 144.000 Abonnenten und über 800 Videos, von denen viele Kagame und seine Regierung kritisierten. Ein Lied, Commander Ingabire, würdigte die Oppositionsführerin Victoire Ingabire, die Jahre im Gefängnis verbrachte und im Juni 2025 erneut festgenommen wurde.
Frühere Angriffe und die Angst seiner Familie
Sein Bruder Victor Agaba sagte der Nachrichtenagentur AFP, drei Männer hätten Kabera im Oktober 2023 in Kampala angegriffen. Der Bruder sagte zudem, die Armee habe ein Strafverfahren gegen ihn angestrengt, und Kabera habe gewusst, dass es sich um eine Hexenjagd handelte, bevor er Ruanda verließ. Die Familie erklärte, Kabera habe sich vor seinem Tod auf den Weg gemacht, um eine Baustelle etwa 45 km außerhalb von Kampala zu besichtigen.
In einer schriftlichen Nachricht an BBC Great Lakes erklärte seine Witwe Jeanne d'Arc Rwigema Uwizeye, sie fürchte nun um die Sicherheit ihrer Familie.
„Es ist beängstigend. Ich werde noch verrückt, die Kinder und ich haben keine Sicherheit.“
Ruandas Schweigen und frühere Tötungen
Die ruandische Regierung hat sich nicht öffentlich zu der Tötung geäußert. Kigali hat jede Beteiligung wiederholt bestritten, wenn Kritiker im Ausland getötet wurden. Patrick Karegeya, ein ehemaliger Chef des ruandischen Geheimdienstes, der mithalf, eine Oppositionspartei zu gründen, wurde 2014 tot in einem Hotelzimmer in Johannesburg aufgefunden. 2019 erließ Südafrika Haftbefehle gegen zwei Ruander, die beschuldigt werden, ihn ermordet zu haben. Der Telegraaf weist zudem darauf hin, dass 2021 ein bekannter Kritiker in Mosambik getötet wurde, was Kaberas Tod in ein längeres Muster von Tötungen von Kagames Kritikern im Ausland einordnet.