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Regierung·vor 2 Std.

Kommission in Mecklenburg-Vorpommern schlägt umfassende Reformen vor, um das Land für junge Menschen attraktiver zu machen

Eine Landtagskommission in Mecklenburg-Vorpommern hat einen 400-seitigen Bericht mit über 60 Empfehlungen verabschiedet, die darauf abzielen, das Leben junger Menschen zu verbessern und der Bevölkerungsabwanderung entgegenzuwirken.

Bildung und Arbeitsweise der Kommission

Die 25-köpfige Kommission „Jung sein in MV“ wurde im Januar 2022 vom Schweriner Landtag eingesetzt. Ihr gehören Abgeordnete aller Fraktionen sowie der FDP-Gruppe an, ebenso Vertreter von Sportverbänden, Umweltverbänden und dem Jugendamt. In vier Jahren hielt sie etwa 50 Sitzungen ab, hörte 300 Experten an und bezog knapp 5.000 junge Menschen in Anhörungen und Diskussionen ein. In dieser Woche verabschiedete sie einen 400-seitigen Abschlussbericht mit über 60 Empfehlungen in vier Hauptbereichen: soziale und politische Teilhabe, formale und non-formale Bildung, gesundes und sicheres Aufwachsen sowie kinder- und jugendfreundliche Infrastruktur und Lebensräume.

Der Abschlussbericht ist kein Endpunkt, sondern ein Auftrag.

Bildung und Berufsvorbereitung

Die Empfehlungen betonen die frühkindliche Konzentration auf Kernkompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen und Sprache. Schulen sollen individuellere Förderung bieten und die kritische Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz lehren. Umfang und Häufigkeit von Hausaufgaben sollen begrenzt werden. Um junge Menschen realistisch auf Ausbildungs- und Studienwege vorzubereiten, soll die Berufsorientierung fächerübergreifend in den Schulen verankert werden, unter Einbeziehung regionaler Unternehmen; ein landesweites Praktikumsportal soll eingerichtet werden. Lehrkräfte sollen von nicht-pädagogischen Aufgaben entlastet und die Pflichtstundenzahl schrittweise gesenkt werden.

Gesundheit, Sicherheit und Teilhabe

Für das psychische und physische Wohlbefinden schlägt die Kommission niedrigschwellige Sport- und Bewegungsangebote, gesunde Mahlzeiten in Kitas und Schulen sowie frühzeitige Intervention bei psychischen Problemen vor. Die Förderung von Demokratie und politischer Bildung soll mit digitaler Kompetenz verknüpft werden, angesichts des wachsenden Einflusses von Desinformation, Hassrede und KI-generierten Falschinformationen auf das Leben junger Menschen. Präventive Maßnahmen sind notwendig.

Politischer Fahrplan

Der Bericht wird dem Landtag Anfang Juli als Gesetzesantrag vorgelegt, der gemeinsam von SPD, Linken, Grünen, CDU und der FDP-Gruppe unterstützt wird. Die AfD-Fraktion trägt den Antrag nicht mit. Die Empfehlungen dienen als Fahrplan für die nächste Landesregierung.

Schwerin

3 Quellen

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