Regierung · Berlin
Bundesregierung plant zwei Milliarden Euro Kürzung beim Wohngeld – jeder dritte Empfänger verliert Anspruch
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) hat einen Gesetzentwurf zur Ressortabstimmung vorgelegt, der die jährlichen Wohngeldausgaben um zwei Milliarden Euro senken und rund 400.000 Haushalte aus dem Bezug streichen würde.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Spiegel Online, ZEIT ONLINE, Handelsblatt und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Die Ausgaben von Bund und Ländern für das Wohngeld sinken von rund fünf Milliarden auf drei Milliarden Euro, wobei Bund und Länder je eine Milliarde Euro einsparen.
Rund 400.000 der derzeit 1,2 Millionen Empfängerhaushalte werden nicht mehr anspruchsberechtigt sein, und alle verbleibenden Empfänger müssen mit Kürzungen rechnen.
Der Gesetzentwurf von Ministerin Hubertz wurde zur Ressortabstimmung versandt; eine Kabinettsentscheidung steht aus.
Laut Bauministerium sind 44 % der Wohngeldhaushalte Familien, 52 % sind Rentnerhaushalte.
Kürzungen angekündigt
Bundesbauministerin Verena Hubertz bestätigte am 19. Juni 2026, dass die Bundesregierung tiefe Einschnitte beim Wohngeld vorantreibt. Der Gesetzentwurf mit dem Titel „Gesetz zur Vereinfachung und Fortentwicklung des Wohngeldgesetzes“ wurde zur Ressortabstimmung versandt, danach stimmt das Kabinett ab. Die jährlichen Gesamtausgaben von Bund und Ländern sollen von rund fünf Milliarden Euro auf etwa drei Milliarden Euro sinken, je zur Hälfte: eine Milliarde Einsparung auf Bundesebene, eine Milliarde auf Länderebene.
„Jedes Ministerium muss sparen, damit wir in Zukunft wieder größere Handlungsspielräume haben.“
Wer ist betroffen
Alle derzeitigen Empfänger werden die Kürzungen zu spüren bekommen. Ein Drittel der rund 1,2 Millionen Wohngeldhaushalte – etwa 400.000 – verliert mit Inkrafttreten der neuen Regelungen den Anspruch ganz. Viele davon sind Haushalte, deren Einkommen nur knapp unter der aktuellen Grenze lag. Bestehende Bewilligungsbescheide bleiben bis zum Ablauf gültig, in der Regel nach 12 oder 24 Monaten.
„Die Kürzungen beim Wohngeld werden leider alle bisherigen Empfänger betreffen. Ein Drittel der bisherigen Wohngeldhaushalte wird rausfallen.“
Laut Statistischem Bundesamt bezogen 2024 1,2 Millionen Haushalte die Leistung, bei Gesamtkosten von 4,7 Milliarden Euro. Das Bauministerium gibt an, dass 44 Prozent der Empfänger Familien und 52 Prozent Rentnerhaushalte sind.
- Familien
- 44 %
- Rentner
- 52 %
- Sonstige
- 4 %
Daten aus dem Artikeltext
Politische Reaktion
Hubertz bezeichnete den Schritt als schmerzhaft, insbesondere für eine Sozialdemokratin, sagte aber, der Etat ihres Hauses lasse keine Alternative. Die Partei Die Linke griff den Plan an.
„Wieder kürzt die Merz-Regierung bei denen, die schon wenig haben.“
Der Berliner SPD-Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters, Steffen Krach, hatte zuvor das gesamte Sparpaket kritisiert, das Kürzungen beim Elterngeld, höhere Deutschlandticket-Kosten und eine Erhöhung des Bafög-Satzes auf Eis legt.
Haushaltsdruck
Hubertz verwies auf die schwierige Haushaltslage – Krisen, schwaches Wirtschaftswachstum und ein Reformstau – die jedes Ministerium zum Sparen zwinge. Die geforderte Milliardenkürzung in ihrem Ressort sei anders nicht zu stemmen, so Hubertz.
„Der Etat meines Hauses gibt leider keine andere Möglichkeit her, um die geforderte Milliarde zu erbringen. Insofern führt da leider kein Weg daran vorbei.“
- Aktuell
- 5 Mrd. €
- Geplant
- 3 Mrd. €
Daten aus dem Artikeltext
Wie geht es weiter
Der Entwurf wird nun von den anderen Ministerien geprüft. Nach Abschluss der Ressortabstimmung wird das Kabinett über die Vorlage entscheiden. Ein Termin steht noch nicht fest. Die Reform folgt auf das Wohngeld-Plus-Gesetz von 2023, das die Anspruchsberechtigung deutlich ausgeweitet hatte.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Verena Hubertz
- Bundesbauministerin (SPD)
- Ines Schwerdtner
- Parteivorsitzende der Linken
- Steffen Krach
- SPD-Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin
- Orte
- Berlin
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen