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Regierung·vor 4 Std.

Bundesregierung plant zwei Milliarden Euro Kürzung beim Wohngeld – jeder dritte Empfänger verliert Anspruch

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) hat einen Gesetzentwurf zur Ressortabstimmung vorgelegt, der die jährlichen Wohngeldausgaben um zwei Milliarden Euro senken und rund 400.000 Haushalte aus dem Bezug streichen würde.

Kürzungen angekündigt

Bundesbauministerin Verena Hubertz bestätigte am 19. Juni 2026, dass die Bundesregierung tiefe Einschnitte beim Wohngeld vorantreibt. Der Gesetzentwurf mit dem Titel „Gesetz zur Vereinfachung und Fortentwicklung des Wohngeldgesetzes“ wurde zur Ressortabstimmung versandt, danach stimmt das Kabinett ab. Die jährlichen Gesamtausgaben von Bund und Ländern sollen von rund fünf Milliarden Euro auf etwa drei Milliarden Euro sinken, je zur Hälfte: eine Milliarde Einsparung auf Bundesebene, eine Milliarde auf Länderebene.

Jedes Ministerium muss sparen, damit wir in Zukunft wieder größere Handlungsspielräume haben.

Wer ist betroffen

Alle derzeitigen Empfänger werden die Kürzungen zu spüren bekommen. Ein Drittel der rund 1,2 Millionen Wohngeldhaushalte – etwa 400.000 – verliert mit Inkrafttreten der neuen Regelungen den Anspruch ganz. Viele davon sind Haushalte, deren Einkommen nur knapp unter der aktuellen Grenze lag. Bestehende Bewilligungsbescheide bleiben bis zum Ablauf gültig, in der Regel nach 12 oder 24 Monaten.

Die Kürzungen beim Wohngeld werden leider alle bisherigen Empfänger betreffen. Ein Drittel der bisherigen Wohngeldhaushalte wird rausfallen.

Laut Statistischem Bundesamt bezogen 2024 1,2 Millionen Haushalte die Leistung, bei Gesamtkosten von 4,7 Milliarden Euro. Das Bauministerium gibt an, dass 44 Prozent der Empfänger Familien und 52 Prozent Rentnerhaushalte sind.

Wohngeld-Empfängerhaushalte nach Typ (2024) · %
Familien
44 %
Rentner
52 %
Sonstige
4 %

Politische Reaktion

Hubertz bezeichnete den Schritt als schmerzhaft, insbesondere für eine Sozialdemokratin, sagte aber, der Etat ihres Hauses lasse keine Alternative. Die Partei Die Linke griff den Plan an.

Wieder kürzt die Merz-Regierung bei denen, die schon wenig haben.

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters, Steffen Krach, hatte zuvor das gesamte Sparpaket kritisiert, das Kürzungen beim Elterngeld, höhere Deutschlandticket-Kosten und eine Erhöhung des Bafög-Satzes auf Eis legt.

Haushaltsdruck

Hubertz verwies auf die schwierige Haushaltslage – Krisen, schwaches Wirtschaftswachstum und ein Reformstau – die jedes Ministerium zum Sparen zwinge. Die geforderte Milliardenkürzung in ihrem Ressort sei anders nicht zu stemmen, so Hubertz.

Der Etat meines Hauses gibt leider keine andere Möglichkeit her, um die geforderte Milliarde zu erbringen. Insofern führt da leider kein Weg daran vorbei.

Jährliche Wohngeldausgaben (Bund & Länder) · Mrd. €
Aktuell
5 Mrd. €
Geplant
3 Mrd. €

Wie geht es weiter

Der Entwurf wird nun von den anderen Ministerien geprüft. Nach Abschluss der Ressortabstimmung wird das Kabinett über die Vorlage entscheiden. Ein Termin steht noch nicht fest. Die Reform folgt auf das Wohngeld-Plus-Gesetz von 2023, das die Anspruchsberechtigung deutlich ausgeweitet hatte.

Berlin

7 Quellen

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