
Zahl der Hundertjährigen in Japan übersteigt erstmals 100.000 – demografischer Niedergang verschärft sich
Die Zahl der Hundertjährigen in Japan erreichte im September 2026 mit 107.677 einen neuen Höchststand – das 56. Jahr in Folge mit einem Anstieg, während die jährlichen Geburten auf 671.000 fielen.
Meilenstein bei den Hundertjährigen
Die Zahl der Hundertjährigen in Japan hat erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1963 die Marke von 100.000 überschritten. Nach Angaben des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales, die vor dem Tag der Verehrung der Alten veröffentlicht wurden, leben im September 2026 landesweit 107.677 Menschen im Alter von 100 Jahren oder älter. Das sind rund 8.000 mehr als im Vorjahr – der 56. Anstieg in Folge. Frauen stellen 88 Prozent dieser Gruppe, das entspricht 94.298 Personen. Die älteste Frau des Landes ist Fuyo Kishimoto, eine 114-jährige Einwohnerin von Kyoto, der älteste Mann ist Hikaru Kato, 112 Jahre alt, aus Kumamoto. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge gibt es weltweit rund 672.000 Hundertjährige – Japan hat damit die höchste nationale Gesamtzahl.
- 1963
- 153
- 1998
- 10000
- 2026
- 107677
Langlebigkeit und Alltag
Japanische Gesundheitsbehörden und Forscher führen die hohe Lebenserwartung auf mehrere Lebensstilfaktoren zurück. Die tägliche Ernährung besteht überwiegend aus Fisch, Gemüse und Reis und ist vergleichsweise arm an gesättigten Fetten. Alltägliche körperliche Aktivitäten wie Gehen, Radfahren, Dehnen und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind bei älteren Erwachsenen nach wie vor üblich. In ihrer Freizeit betreiben Hundertjährige unter anderem Boden-Golf und Karaoke, während die Fernsehproduzentin Fukuko Ishii auch nach ihrem 100. Geburtstag weiterarbeitete. Der älteste Mann des Landes, Hikaru Kato, ist 112 Jahre alt und lebt in Kumamoto.
Die steigende Zahl der Hundertjährigen ist ein Zeichen für den medizinischen Fortschritt und die verbesserte Lebensqualität, aber sie stellt uns auch vor große Herausforderungen bei der Finanzierung der Renten und der Gesundheitsversorgung.
Bevölkerung unter 120 Millionen
Japan verzeichnete 2025 nur 671.000 Geburten bei 1,59 Millionen Todesfällen. Damit sank die Gesamtbevölkerung zum 1. Januar 2026 auf 119,19 Millionen. Die Geburtenrate fiel 2025 auf 1,14 Kinder pro Frau – das zehnte Jahr in Folge mit einem Rückgang und weit unter dem Bestandserhaltungsniveau von 2,1. Die Zahl der ausländischen Einwohner übersteigt inzwischen 4 Millionen (3,26 Prozent der Bevölkerung), ein wachsender Wert, der den demografischen Rückgang jedoch nicht ausgleicht.
- Geburten
- 671000
- Todesfälle
- 1590000
Wirtschaftlicher und sozialer Druck
Mit einem Durchschnittsalter von 49,9 Jahren hat Japan nach Monaco die zweitälteste Bevölkerung der Welt (Weltbank). Rund 30 Prozent der Japaner sind 65 Jahre oder älter; das Nationale Institut für Bevölkerungs- und Sozialforschung prognostiziert, dass dieser Anteil bis 2070 auf fast 40 Prozent steigen wird, während die Gesamtbevölkerung auf etwa 87 Millionen sinkt. Etwa 40 Millionen Menschen beziehen derzeit eine staatliche Rente, was die Sozialversicherungsfinanzierung belastet, da die Steuerbasis der Erwerbstätigen schrumpft. Die Ministerien beantragten für den Bundeshaushalt 2027 insgesamt 143 Billionen Yen (800 Milliarden Euro), vor allem für Sozial- und Gesundheitsausgaben. Premierministerin Sanae Takichi bezeichnete den langfristigen demografischen Niedergang als „stillen Notfall“ für die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die Märkte haben sich angepasst: Windelverkäufe für Erwachsene übertreffen die für Babys seit mehr als einem Jahrzehnt, und Hersteller produzieren motorisierte Mobilitätsexoskelette sowie autofokussierende Brillen.


