
Hugh Jackman spielt einen brutalen, mörderischen Robin Hood in Michael Sarnoskis 'The Death of Robin Hood'
Michael Sarnoskis 'The Death of Robin Hood' streift den romantischen Mythos ab und enthüllt einen gewalttätigen, nihilistischen Geächteten, mit Hugh Jackman in einer wilden Darbietung.
Ein umgestülpter Mythos
Michael Sarnoskis dritter Film 'The Death of Robin Hood' ist eine radikale Abkehr vom schwertschwingenden Helden der Populärkultur. Der von A24 vertriebene Film zeigt den legendären Geächteten nicht als Fürsprecher der Armen, sondern als gnadenlosen Mörder, der von seiner Vergangenheit heimgesucht wird. Hugh Jackman spielt Robin als einen abgezehrten, nihilistischen Vagabunden, der im England des 13. Jahrhunderts umherirrt und einen würdevollen Tod sucht, während er den Familien seiner unzähligen Opfer ausweicht.
Als ich das Drehbuch las, sah ich, dass es nicht die typische Märchenvorstellung war, die ich von der Figur hatte, aber diese menschlichere Vision erschien mir sehr interessant.
Eine Geschichte von Robin Hood auf der Leinwand
Die Figur ist seit über einem Jahrhundert ein fester Bestandteil des Kinos. Die erste Verfilmung erschien 1922 mit Douglas Fairbanks, aber es war Michael Curtiz' 'The Adventures of Robin Hood' von 1938 mit Errol Flynn, der das romantische Bild zementierte. Spätere Darstellungen von Sean Connery (1976), Kevin Costner (1991) und Russell Crowe (2010) fügten jeweils neue Facetten hinzu, aber keine erreichte die Brutalität von Sarnoskis Version.
- Douglas Fairbanks spielt in Stummfilm 'Robin Hood' unter der Regie von Allan Dwan.
- Errol Flynn verewigt den romantischen Helden in Michael Curtiz' Technicolor-Film 'The Adventures of Robin Hood'.
- Sean Connery spielt einen alternden Robin in Richard Lesters 'Robin and Marian'.
- Kevin Costner bringt eine menschliche Note in 'Robin Hood: Prince of Thieves'.
- Russell Crowe porträtiert einen raueren Robin in Ridley Scotts 'Robin Hood'.
- Hugh Jackman spielt einen mörderischen Geächteten in Michael Sarnoskis 'The Death of Robin Hood'.
Gewalt und Erlösung
Der Film beginnt mit expliziter Gewalt: zertrümmerte Schädel, abgetrennte Gliedmaßen und schlammgetränkte Schlachtfelder. Sarnoski, bekannt für 'Pig' (2021) und 'A Quiet Place: Day One' (2024), setzt auf einen sinnlichen, fast taktilen Stil. Doch die Erzählung wechselt zur Introspektion, während Robin der Möglichkeit der Erlösung gegenübersteht. Der Film wird zu einer Reihe philosophischer Gespräche zwischen beschädigten Seelen, eingefangen mit einer statischen, ungezwungenen Kamera.
Kritikerstimmen
Spanische Kritiker haben mit einer Mischung aus Bewunderung und Zurückhaltung reagiert. El Mundo lobt Jackmans „quälende und überragende Darbietung“ und nennt den Film „ein zutiefst herzloses Drama, das sich seiner selbst vollkommen bewusst ist“. El Periódico stellt fest, dass der Film „manchmal kurz davor ist, in seiner eigenen Melancholie zu ersticken“, während El Confidencial seine Ultragewalt mit Nicolas Winding Refns 'Valhalla Rising' vergleicht. La Razón hebt die Nebendarsteller hervor, darunter Bill Skarsgård und Jodie Comer.
Dekonstruktion des Helden
Sarnoskis Drehbuch hinterfragt die Natur der Mythenbildung selbst. Der Film deutet an, dass die Robin-Hood-Legende eine beschönigte Geschichte ist, die dazu dient, politische und soziale Bedürfnisse zu befriedigen und eine weitaus dunklere Realität zu verschleiern. Wie El Confidencial es ausdrückt, ist der Film „der Sturz des Mythosbegriffs selbst“, der die Lücke zwischen beobachteten Ereignissen und den Zeugnissen, die zur Geschichte werden, auslotet.


