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Heutiger Brief

Asche legt Jakarta lahm

Putin setzt Hauptstadtangriffe aus, Deutschland wählt, Golfgefechte bedrohen Ölrouten

Diplomatie brachte Kyjiw und Moskau etwas Ruhe, aber kaum Frieden. Anderswo testeten Wähler in Ostdeutschland die Brandmauer der Nachkriegszeit, Golfgewässer wurden hässlicher, und ein Vulkan nahe Jakarta erinnerte Fluggesellschaften daran, dass die Natur Flugpläne noch immer schneller streicht als Regulierer.

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Europäische Union · Aktualisiert vor 11 m

Europäische Demokratien und Populismus

AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt mit 44,5 % bestätigt, BSW als möglicher Königsmacher, aber noch keine Regierung gebildet und keine Brandmauer durchbrochen.

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© ANSA.it
Regierung·23. Juli

Italien kehrt Beweislast bei Minderjährigen um: Einsichtsfähigkeit wird nun vermutet, Meloni sagt 'wer irrt, zahlt'

Die italienische Regierung hat am 23. Juli 2026 einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die gesetzliche Vermutung für Minderjährige im Alter von 14 bis 18 Jahren umkehrt und sie als straffähig vermuten lässt, sofern nicht das Gegenteil bewiesen wird. Die als 'Anti-Maranza' bezeichnete Maßnahme verlagert die Beweislast von der Staatsanwaltschaft auf die Verteidigung.

Die neue Vermutung

Nach dem derzeitigen italienischen Recht müssen Richter von Fall zu Fall prüfen, ob ein Minderjähriger zwischen 14 und 18 Jahren zum Zeitpunkt der Straftat über Einsichts- und Willensfähigkeit verfügte. Der vom Ministerrat am 23. Juli 2026 verabschiedete Gesetzentwurf ändert Artikel 98 des Strafgesetzbuchs dahingehend, dass eine solche Fähigkeit bis zum Beweis des Gegenteils vermutet wird. Das Mindestalter für die Strafmündigkeit bleibt bei 14 Jahren, und die Strafen bleiben unverändert. Justizminister Carlo Nordio bezeichnete es als eine "relative Vermutung", nicht absolut, da die Verteidigung weiterhin Gegenbeweise vorlegen kann.

Wir haben das Alter für die Strafmündigkeit von Minderjährigen nicht gesenkt, das bei 14 Jahren bleibt, und wir haben die Strafen nicht erhöht. Die Neuheit ist die Vermutung der Strafmündigkeit.

— Carlo Nordio

Begründung der Regierung

Premierministerin Giorgia Meloni kündigte die Maßnahme in einer Videobotschaft an und stellte sie als Teil eines umfassenderen Vorgehens gegen Jugendkriminalität dar. Sie verwies auf frühere Schritte: Festnahme für Minderjährige, die mit einer Waffe erwischt werden, strenge Regeln gegen das Tragen von Messern und härtere Strafen für Gruppenvandalismus. Der Gesetzentwurf richte sich sowohl gegen diejenigen, die Minderjährige als kriminelle Arbeitskräfte ausbeuten, als auch gegen jugendliche Straftäter, die glauben, sie seien unantastbar.

Wer angreift, raubt, verwüstet, muss immer zahlen, auch wenn sie 15 oder 16 sind. Früher wurde Unfähigkeit vermutet; jetzt wird Verantwortung vermutet.

— Giorgia Meloni

Meloni fügte hinzu, dass "Härte ohne Alternativen nicht ausreicht, aber Alternativen ohne Härte das Problem nicht lösen." Sie sagte, der Staat müsse streng mit denen sein, die irren, aber auch für diejenigen da sein, die Gefahr laufen, sich zu verlieren.

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Gegenwind der Opposition

Der Gesetzentwurf stieß auf scharfe Kritik der Mitte-Links-Opposition. Matteo Mauri, Sicherheitssprecher der Demokratischen Partei, sagte, die Maßnahme "kriminalisiert eine ganze Generation" und beschuldigte die Regierung, "Propaganda und Repression" zu wählen, anstatt die Ursachen anzugehen.

Es kriminalisiert eine ganze Generation. Wieder einmal wählt die Regierung den Weg der Propaganda und Repression anstatt die Probleme anzugehen.

— Matteo Mauri

Der Gesetzentwurf geht nun an das Parlament, wo eine hitzige Debatte erwartet wird.

Gesetzgebungsdetails

Der Text ändert Artikel 98 des Strafgesetzbuchs durch Hinzufügen eines Satzes: "In den im ersten Satz genannten Fällen wird die Einsichts- und Willensfähigkeit des Minderjährigen bis zum Beweis des Gegenteils vermutet." Er ändert auch Artikel 9 des Präsidialdekrets 448/1988, der es Staatsanwälten und Richtern erlaubt, speziell für die Beurteilung der Strafmündigkeit Beweise zu sammeln. Eine finanzielle Unbedenklichkeitsklausel stellt sicher, dass keine neuen öffentlichen Ausgaben anfallen.

Nordio bezeichnete den Gesetzentwurf als das "letzte Stück" einer Reihe von Maßnahmen, die mit dem Caivano-Dekret begannen, das als Reaktion auf die zunehmende Jugendkriminalität erlassen wurde.

Es ist das letzte Stück einer ganzen Reihe von Maßnahmen, beginnend mit dem Caivano-Dekret, das als Reaktion auf den Anstieg der Jugendkriminalität erlassen wurde.

— Carlo Nordio

Die Regierung genehmigte außerdem Vertragsverlängerungen für Schulleiter und Universitätsangestellte mit monatlichen Erhöhungen von 500 Euro und stellte die Ausbildung an Akademien und Konservatorien der Universitätsausbildung gleich.

Was als nächstes passiert

Der Gesetzentwurf ist nicht sofort wirksam; er muss beide Kammern des Parlaments durchlaufen. Es wurde kein Zeitplan festgelegt, aber die Mehrheit der Regierung deutet darauf hin, dass er voranschreiten wird. Die Opposition hat geschworen, dagegen zu kämpfen, was die Bühne für einen kontroversen Gesetzgebungsprozess bereitet.

Rom
Giorgia MeloniCarlo NordioMatteo Mauri
RomeGiorgia MeloniCarlo Nordio

8 Quellen

  • Guerra ai baby-delinquenti, minori imputabili dai 14 anni - Notizie
    ANSA.it·23. Juli
  • Varato ddl anti-maranza, sempre imputabili tra i 14 e i 18 anni - Notizie
    ANSA.it·23. Juli
  • ++ Giustizia: Nordio, presunzione imputabilità per i minorenni ++ - Notizie
    ANSA.it·23. Juli
  • Minori, via libera del Cdm alla norma 'anti-maranza': cosa prevede
    Adnkronos·23. Juli
  • Cambiano le regole sull'imputabilità dei minori, Meloni: "Chi sbaglia paga"
    Tgcom24·23. Juli
  • Norma anti maranza, Giorgia Meloni: "Chi sbaglia risponde delle proprie azioni, anche i minorenni"
    Tgcom24·23. Juli
  • Meloni: "Colpiamo chi sfrutta i minori ma anche chi crede di essere intoccabile"
    Rai news·23. Juli
  • Ddl imputabilità minore, ecco cosa prevede il nuovo testo
    Rai news·23. Juli

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