
Italien streicht vorgeschlagene obligatorische zertifizierte E-Mail-Regel aus Reform der Straßenverkehrsordnung
Verkehrsminister Matteo Salvini gab bekannt, dass italienische Autofahrer nicht verpflichtet werden, eine zertifizierte E-Mail-Adresse für Fahrzeugzulassungen, -untersuchungen oder Führerscheinverlängerungen zu unterhalten.
Salvini lehnt obligatorische zertifizierte E-Mail ab
Italien wird von Fahrzeughaltern nicht verlangen, eine zertifizierte elektronische Post (PEC)-Adresse zu registrieren, um verwaltungstechnische Fahrzeugaufgaben im Rahmen der bevorstehenden Reform der Straßenverkehrsordnung durchzuführen. Verkehrsminister und Vizepremierminister Matteo Salvini bestätigte am Samstagmorgen, den 22. August 2026, dass die Anforderung nicht Teil des endgültigen Gesetzestextes sein wird. Der in Konsultation befindliche Basisentwurf hatte erwogen, einen im nationalen Register (INAD) eingetragenen digitalen Wohnsitz für Auto- und Motorradbesitzer beim Zugang zu wichtigen Verwaltungsdiensten verpflichtend zu machen. Salvini gab die Entscheidung in einer vom Ministerium für Infrastruktur und Verkehr (MIT) veröffentlichten Erklärung bekannt, nachdem öffentliche Bedenken hinsichtlich der vorgeschlagenen Regeln aufgekommen waren.
Der Vorschlag, Anträge auf Ausstellung oder Verlängerung eines Führerscheins, die Fahrzeugzulassung oder die Fahrzeuguntersuchung an die Mitteilung eines digitalen Wohnsitzes mit einer obligatorischen PEC zu knüpfen, wird nicht in die neue Straßenverkehrsordnung aufgenommen.
Umfang der vorgeschlagenen Verwaltungsregeln
Im ursprünglichen Entwurf umfasste die Anforderung eines digitalen Wohnsitzes ein breites Spektrum routinemäßiger Kfz-Verfahren. Die vorgeschlagenen Regeln schrieben eine PEC-Adresse für die Ausstellung und Verlängerung von Führerscheinen, regelmäßige Fahrzeuguntersuchungen, Erstzulassungen und Wiederzulassungen nach Kennzeichendiebstahl vor. Die Verordnung umfasste auch Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen, die dauerhaft in Italien gefahren werden, und verlangte eine bestätigte digitale Adresse zur Vervollständigung der Eintragung im ausländischen Fahrzeugregister (Reve).
Die potenziellen Regeländerungen führten komplexe Verfahren für Fahrzeugeigentumsübertragungen ein. Nach dem vorgeschlagenen Mechanismus mussten sowohl der Käufer als auch der Verkäufer aktive digitale Wohnsitze unterhalten, um die Transaktion zu registrieren. Kfz-Serviceagenturen wären verpflichtet gewesen, vorab Überprüfungen in der INAD-Datenbank durchzuführen, mit dem Risiko eingefrorener Verkäufe, falls eine Partei nicht nachkam. In Italien ist eine zertifizierte E-Mail nur für registrierte Berufstätige und Unternehmen verpflichtend, während sie für Privatpersonen freiwillig bleibt. Jahresabonnements für standardmäßige gewerbliche PEC-Dienste kosten zwischen 5 und 15 Euro, während spezialisierte Berufspläne mehrere Dutzend Euro pro Jahr erreichen. Der Entwurf ließ auch die operative Rolle von Vermittlern wie den Büros des Automobilclubs von Italien (ACI) und Autohäusern sowie die Auswirkungen auf ältere Bürger und Bewohner in Gebieten mit eingeschränkter Internetverbindung ungeklärt.
Konsultation der Interessengruppen und nächste Schritte
Das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr stellte klar, dass die Maßnahme zum digitalen Wohnsitz nur ein Vorschlag unter vielen war, die während des Sommerüberprüfungsprozesses eingereicht wurden. Im August 2026 reichten über 100 Branchenverbände, technische Experten, Handelsfachleute, Gewerkschaften und Unternehmen Anregungen und Feedback an das Ministerium bezüglich der Reform ein.
- Über 100 Branchenverbände und Gewerkschaften übermitteln der Behörde Reformfeedback
- Matteo Salvini bestätigt, dass die obligatorische zertifizierte E-Mail aus der Reform ausgeschlossen wird
- Ministerium beginnt mit der Ausarbeitung des endgültigen Textes der Straßenverkehrsordnung
Das Ministerium hat den 13. September 2026 als Zieltermin für den Beginn der Erstellung des endgültigen Textes der Straßenverkehrsordnung festgelegt, sodass den Beamten und Interessengruppen mehr als einen Monat Zeit bleibt, um bestehende Entwürfe zu ändern. Salvini betonte, dass das Ministerium beabsichtigt, sich auf die Vereinfachung des Verwaltungsaufwands für die Bürger zu konzentrieren, anstatt neue Verfahrenshürden zu schaffen, während die gesetzgeberischen Bemühungen auf Verbesserungen der Verkehrssicherheit konzentriert werden.
Keine Verpflichtung und keine neuen Auflagen. Wir arbeiten daran, Verfahren und das Leben der Bürger zu vereinfachen, und vor allem, mehr Sicherheit für alle auf italienischen Straßen zu gewährleisten.


