
Italien überarbeitet Bußgeldkatalog mit höheren Strafen für Fahren ohne Versicherung und Gehweg-Nutzung von E-Scootern
Das italienische Ministerium für Infrastruktur und Verkehr hat einen überarbeiteten Bußgeldkatalog mit 795 Verstoßkategorien an Branchenverbände verteilt, der die Strafen für Fahren ohne Versicherung erhöht, während die Gesamtkosten der Sanktionen um 7 % gesenkt werden.
Überarbeitung des Bußgeldkatalogs
Das italienische Ministerium für Infrastruktur und Verkehr hat einen aktualisierten Sanktionskatalog für die Straßenverkehrsordnung an Verkehrsbetreiber und Branchenverbände zur formellen Prüfung übermittelt. Der Entwurf aktualisiert die Sanktionen für 795 Verstoßkategorien vor deren Inkrafttreten. Nach dem überarbeiteten Katalog werden nur 66 Verstoßkategorien (8 % der Gesamtzahl) höhere Strafen erhalten. Das Ministerium stellte fest, dass alle anderen bestehenden Bußgelder sinken werden, wobei mehrere Senkungen die Kosten für Autofahrer deutlich reduzieren.
Insgesamt sinkt die Sanktionswirkung im Vergleich zum aktuellen Katalog um etwa 7 %, auch unter Berücksichtigung, dass ein Teil der Erhöhungen nur wenige Euro beträgt.
Gezielte Erhöhungen für risikoreiche Verstöße
Das Ministerium konzentrierte die Bußgelderhöhungen auf Verstöße, die als erhebliche soziale Gefahr eingestuft wurden oder bei denen die bestehenden Strafen als unzureichend bewertet wurden. Das Führen eines Kraftfahrzeugs ohne obligatorische Kfz-Haftpflichtversicherung wird mit einer Geldstrafe von 1.000 Euro belegt, gegenüber derzeit 866 Euro. Die Sanktionen für Verstöße gegen die Vorfahrtsregeln bei heiklen Manövern, einschließlich Einfahren in eine Straße, Rückwärtsfahren und Wenden, steigen von 42 Euro auf 80 Euro.
- Fahren ohne Versicherung (aktuell)
- 866 €
- Fahren ohne Versicherung (vorgeschlagen)
- 1000 €
- Vorfahrtsverstoß (aktuell)
- 42 €
- Vorfahrtsverstoß (vorgeschlagen)
- 80 €
- Gehwegfahren (aktuell)
- 40 €
- Gehwegfahren (vorgeschlagen)
- 160 €
- Feuer in Straßennähe (aktuell)
- 250 €
- Feuer in Straßennähe (vorgeschlagen)
- 1000 €
Auch die Strafen für Verstöße im Bereich der Mikromobilität und Behinderung von Fußgängern werden im Rahmen des Vorschlags erhöht. Das Fahren von E-Scootern in einer Weise, die Fußgänger behindert, wird mit einer Geldstrafe von 160 Euro belegt, gegenüber 40 Euro. Das Fahren von zwei- oder dreirädrigen Fahrzeugen wie Fahrrädern, Rollern und Motorrädern auf Gehwegen wird ebenfalls mit einer erhöhten Strafe von 160 Euro statt 40 Euro belegt. Darüber hinaus wird das Anzünden von Feuern in der Nähe öffentlicher Straßen mit einer Strafe von 1.000 Euro belegt, eine Erhöhung von 250 Euro.
Neue Sanktionskategorien und Konsultationszeitplan
Der überarbeitete Katalog führt 85 neue sanktionierbare Verstöße ein, die 11 % der insgesamt 795 Kategorien ausmachen. Das Ministerium fügte diese Verstöße nach Eingaben lokaler Polizeikräfte hinzu, die darauf hinwiesen, dass bestimmte schwerwiegende Handlungen im aktuellen Katalog keine maßgeschneiderten Sanktionen hatten. Beamte stellten fest, dass das Fehlen spezifischer Bestimmungen zuvor zu Auslegungs- und operativen Schwierigkeiten bei der Verkehrsüberwachung geführt hatte.
Der aktualisierte Katalog befindet sich derzeit in der öffentlichen Konsultation zwischen Ministeriumsbeamten, Verkehrsbetreibern und Branchenverbänden. Interessengruppen haben bis zum 13. September 2026 Zeit, Bewertungen einzureichen und Änderungen an den Bestimmungen vorzuschlagen. In jüngsten Mitteilungen wies das Ministerium kursierende Berichte über einen Entwurf für Fahrer über 85 Jahre zurück, der Einschränkungen wie Autobahnverbote, Null-Promille-Grenzen und einen Fahrradius von 100 Kilometern vorgesehen hatte. Das Ministerium bestätigte jedoch strengere medizinische Untersuchungen für ältere Autofahrer sowie härtere Strafen für die Nutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt.
Reaktion von Verbraucherverbänden und Versicherungsdaten
Der Verbraucherrechtsverband Adusbef kritisierte die vorgeschlagene Strafe für Fahren ohne Versicherung und erklärte, dass die Erhöhung auf 1.000 Euro nicht ausreiche, um die weit verbreitete Nichteinhaltung zu bekämpfen. Die Organisation betonte, dass obligatorische Haftpflichtversicherungen Dritte vor Schäden schützen, die bei Verkehrsunfällen entstehen. Nach Angaben des Verbands sind derzeit 9 Millionen der 47 Millionen in Italien zugelassenen Kraftfahrzeuge ohne Pflichtversicherung unterwegs.
- Fahrzeuge insgesamt
- 47 Millionen Fahrzeuge
- Nicht versicherte Fahrzeuge
- 9 Millionen Fahrzeuge


