Am Dienstag, dem 27. Oktober, wählen die Israelis eine neue Knesset – die sechste Parlamentswahl seit 2019 und die erste seit dem von der Hamas angeführten Angriff vom 7. Oktober 2023.
Die Umfragen zeigen weder Benjamin Netanyahu noch Gadi Eisenkot vorn, und beide schließen Koalitionen mit arabischen Parteien aus, was eine stabile Mehrheit erschwert.
Mit 77 Jahren ist Netanyahu bereits der am längsten amtierende Ministerpräsident Israels und könnte diese Amtszeit um bis zu vier weitere Jahre verlängern.
Netanyahu führt Israels längsten Krieg an mehreren Fronten, darunter gegen die Hamas im Gazastreifen, die Hisbollah im Libanon, die Huthis im Jemen und gemeinsam mit den Vereinigten Staaten gegen den Iran.
Von den 251 am 7. Oktober 2023 Verschleppten wurden 105 in einem frühen Austausch freigelassen, 87 starben in der Gefangenschaft, bevor zwei Abkommen im Jahr 2025 alle verbliebenen Geiseln befreiten.
Am Dienstag, dem 27. Oktober, wählen die Israelis – es ist die sechste Parlamentswahl seit 2019 und die erste seit dem von der Hamas angeführten Angriff vom 7. Oktober 2023. Die Umfragen zeigen weder Ministerpräsident Benjamin Netanyahu noch seinen Herausforderer Gadi Eisenkot vorn, das Rennen ist Kopf an Kopf. Keiner von beiden könnte ohne Weiteres eine stabile Mehrheit bilden, da beide Koalitionen mit arabischen Parteien ausschließen. Die Wahl wird als Referendum über Netanyahu gerahmt, der 77 Jahre alt und bereits der am längsten amtierende Ministerpräsident Israels ist. Eine neue Amtszeit würde ihm bis zu vier weitere Jahre im Amt bringen.
Die Angriffe vom 7. Oktober haben Netanyahus Bild als Garant der israelischen Sicherheit schwer beschädigt. Die von der Hamas angeführten Angriffe auf den Süden Israels töteten etwa 1.200 Menschen und verschleppten 251 Geiseln in den Gazastreifen. Netanyahu, der militärische Konfrontationen lange gemieden hatte, führt seither das, was als Israels längster Krieg an mehreren Fronten beschrieben wird: gegen die Hamas im Gazastreifen, die Hisbollah im Libanon, die Huthi-Miliz im Jemen und, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten, gegen den Iran. Zudem hat er die Besetzung des Westjordanlands ausgeweitet, Siedlungen wachsen lassen und die Gewalt von Siedlern gegen Palästinenser eskalieren lassen. Nun präsentiert er den Wählern in Einkaufszentren und Fernsehstudios eine härtere Version seiner selbst. Der israelische Kommentator und Netanyahu-Biograf Mazal Mualem sagt, er habe sich ändern müssen, um politisch zu überleben.
„Er hat den alten Bibi getötet und einen neuen in die Welt gesetzt.“
Der Spiegel-Korrespondent Thore Schröder sagt, der Wahlkampf werde von der Frage bestimmt, wie der Angriff vom 7. Oktober überhaupt geschehen konnte. In einer Podcast-Folge erklärt er, was Eisenkot zum Kandidaten „Anti-Bibi“ macht, zur Alternative zu Netanyahu in den Augen vieler Wähler. Schröder beschreibt Israel als ein Land, das von dem Angriff noch immer tief geprägt ist.
„Israel bleibt ein traumatisiertes Land.“
Er sagt zudem, die Israelis vertrauten den Palästinensern schlicht nicht mehr – eine Stimmung, die den Wahlkampf in Richtung Sicherheit und weg von einer Friedensagenda treibe. Netanyahu und Eisenkot schließen beide eine Zusammenarbeit mit arabischen Parteien aus, was die Wege zu einer Regierungsmehrheit verengt, selbst wenn einer von ihnen am Ende vorn liegt.
Die Wahl ist auch ein Referendum darüber, wie die Regierung mit der Geiselkrise umging. Von den 251 Verschleppten wurden 105 in einem frühen Austausch sechs Wochen nach der Entführung freigelassen. Danach wurde mehr als ein Jahr lang kein weiteres Abkommen vereinbart, trotz täglicher Proteste auf einem Platz in Tel Aviv, der in Geiselplatz umbenannt wurde, und trotz des moralischen Drucks der Geiselfamilien. Zwei weitere Abkommen im Jahr 2025 befreiten alle noch lebenden Geiseln, doch 87 waren in der Gefangenschaft gestorben. Viele Israelis machen die islamistischen Mörder für diese Todesfälle verantwortlich, und der Wahlkampf hat diese Debatte wiederbelebt.
Daten aus dem Artikeltext
Die Süddeutsche Zeitung merkt an, dass der Wahlkampf von der Sicherheit dominiert wird, während Wirtschaft, Wohnen und Kriminalität, die politische Aufmerksamkeit bräuchten, weniger Raum bekommen. Der Iran-Krieg steht im Zentrum des Wahlkampfs, und Kriegsgegner sind in der Debatte eine Minderheit. Wirtschaftsdaten liefern etwas Kontext: Der Internationale Währungsfonds erwartet für Israel in diesem Jahr ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von rund 63.700 Dollar, verglichen mit knapp unter 57.000 Dollar in Deutschland. Die israelischen Wähler entscheiden also nicht nur über Sicherheit, sondern auch über die wirtschaftliche und gesellschaftliche Richtung des Landes.
Die Israelis wählen am Dienstag, dem 27. Oktober, und das Ergebnis entscheidet, ob Netanyahu für eine weitere Amtszeit im Amt bleibt. Koalitionsverhandlungen dürften folgen, da keiner der führenden Kandidaten aus eigener Kraft eine stabile Mehrheit hinter sich bringen kann. Ob Eisenkot ein knappes Rennen in einen Regierungswechsel verwandeln kann, hängt vom endgültigen Ergebnis und der Rechnung mit Partnern ab, die bereit sind, sich ihm anzuschließen.
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Pollar unterstützenWahlen · Jerusalem und Tel Aviv
Vor der Abstimmung liegt in den Umfragen weder Benjamin Netanyahu noch sein Herausforderer Gadi Eisenkot vorn – es ist die erste Wahl in Israel seit dem von der Hamas angeführten Angriff vom 7. Oktober 2023. Keinem von beiden wird zugetraut, ohne Weiteres eine stabile Mehrheit zu bilden.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Berliner Zeitung, N-tv, Spiegel Online und weiteren Medien. Veröffentlicht .