
Israel und Libanon unterzeichnen Rahmenabkommen in Washington für 'dauerhaften Frieden', bedingt durch Entwaffnung bewaffneter Gruppen
Unter Vermittlung der USA unterzeichneten Israel und der Libanon am Freitag in Washington ein Rahmenabkommen, das auf dauerhaften Frieden und Sicherheit abzielt. Das Abkommen macht einen schrittweisen israelischen Truppenabzug von der überprüften Entwaffnung nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen abhängig.
Ein Rahmen für 'dauerhaften Frieden'
Israel, der Libanon und die Vereinigten Staaten unterzeichneten am Freitag in Washington ein trilaterales Rahmenabkommen, das Ergebnis von fünf Runden direkter Gespräche, die Mitte April begannen, den ersten derartigen Verhandlungen seit Jahrzehnten. Außenminister Marco Rubio, der das Abkommen bekannt gab, bezeichnete es als "einen Rahmen für dauerhaften Frieden und Sicherheit" zwischen zwei Nachbarn, die sich seit 1948 technisch im Kriegszustand befinden. Der Text bekräftigt "ihr gemeinsames Ziel, dauerhaften Frieden und Sicherheit zu schaffen" und drückt den Ehrgeiz aus, "den Konflikt zu beenden und gute nachbarschaftliche Beziehungen aufzubauen", während er "das Recht eines jeden Staates auf Frieden" bekräftigt. Streitigkeiten sollen durch "direkte bilaterale Verhandlungen unter Vermittlung und Unterstützung der Vereinigten Staaten" beigelegt werden.
Wir freuen uns, ein Rahmenabkommen zwischen der souveränen Regierung des Libanon und der Regierung Israels unter Vermittlung und Unterstützung der Vereinigten Staaten bekannt zu geben.
Entwaffnung und Abzug
Im Kern des Abkommens steht ein abgestufter Prozess: Die libanesischen Streitkräfte werden ihre "wirksame souveräne Autorität über das gesamte libanesische Gebiet" wiederherstellen, vorbehaltlich der "überprüften Entwaffnung nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen und der Demontage der dazugehörigen Infrastruktur". Der Text, ohne die Hisbollah explizit zu nennen, macht diese Bedingung zur Voraussetzung für einen "schrittweisen Abzug der israelischen Verteidigungsstreitkräfte aus libanesischem Gebiet". Die libanesische Regierung ihrerseits lehnt "jede Behauptung eines staatlichen oder nichtstaatlichen Akteurs ab, in ihrem Namen ohne ihre ausdrückliche Genehmigung Gewalt anzuwenden", und hält solche Behauptungen für rechtswidrig.
Pilotzonen und militärische Koordinierung
Das Rahmenabwerk sieht eine schrittweise Übergabe durch zwei "Pilotzonen" vor, die von den libanesischen und israelischen Armeen gemeinsam festgelegt werden, in denen die israelischen Streitkräfte nach Erfüllung der Entwaffnungsbedingungen schrittweise Positionen an die libanesischen Streitkräfte abgeben. Eine gemeinsame militärische Koordinierungsgruppe unter US-Beteiligung wird die Umsetzung überwachen. Der vollständige Inhalt des Abkommens wurde nicht öffentlich gemacht.
Netanyahu warnt vor Rückkehr von Zivilisten
Trotz der Unterzeichnung signalisierte der israelische Ministerpräsident Benyamin Netanyahu, dass vertriebene Bewohner aus Gebieten, in denen die israelische Armee im Südlibanon noch stationiert ist, noch nicht zurückkehren dürfen. In einem vorab aufgezeichneten Video sagte er, Israel halte eine "Sicherheitszone" aufrecht, in die weder die Hisbollah noch Zivilisten einreisen dürfen.
Wir lassen die Hisbollah nicht rein, und wir lassen auch die Zivilbevölkerung nicht rein.


