
Israel erobert 900 Jahre alte Burg Beaufort bei tiefstem Einmarsch in den Libanon seit 26 Jahren und kündigt unbefristeten Aufenthalt an
Israelische Truppen haben die mittelalterliche Burg Beaufort und ihren strategischen Bergrücken im Südlibanon eingenommen. Dies markiert den tiefsten israelischen Einmarsch in das Land seit einem Vierteljahrhundert und einen bedeutenden Vorstoß gegen die Hisbollah trotz einer sechswöchigen Waffenruhe.
Die Eroberung der Burg Beaufort
Israelische Streitkräfte haben die 900 Jahre alte Burg Beaufort und den umliegenden Bergrücken im Südlibanon eingenommen, wie das Militär am Sonntag bestätigte. Die Operation zielte darauf ab, die Kontrolle über den Beaufort-Rücken und das Gebiet Wadi al-Saluki zu erlangen sowie die unter iranischer Führung aufgebaute Infrastruktur der Hisbollah zu zerstören. Die Burg, eine im 12. Jahrhundert von Kreuzfahrern erbaute Festung, liegt auf einer Höhe von 700 Metern und bietet einen beherrschenden Blick über weite Teile des Südlibanon und Nordisraels.
Wer die Bürger Israels bedroht, der wird seine strategischen Vermögenswerte einen nach dem anderen verlieren.
Der Vorstoß ist der tiefste israelische Einmarsch in den Libanon seit dem Abzug im Jahr 2000, als Israel eine 18-jährige Besetzung des Südens beendete. Israelische Truppen hatten die Burg zuvor von der Invasion in den Libanon 1982 bis zu jenem Abzug gehalten.
Strategische Bedeutung und Militäroperationen
Der Beaufort-Rücken wird seit Jahrhunderten genutzt, um das umliegende Gebiet militärisch zu kontrollieren. Nach Angaben des israelischen Militärs verübte die Hisbollah zahlreiche Angriffe von dem Rücken aus und feuerte „Hunderte von Geschossen … auf israelische Zivilisten und IDF-Soldaten“. Die israelische Nachrichtenseite Walla berichtete, dass die Armee nun schnell Bewegungen der Hisbollah erkennen und die Miliz angreifen kann, was den Transport von Kämpfern, Munition und anderen Gütern erheblich erschwert.
- Hisbollah beginnt, Raketen und Drohnen auf Israel abzufeuern, Tage nach Beginn des größeren Iran-Konflikts.
- Israel errichtet eine Trennlinie etwa 10 km von der libanesischen Grenze entfernt und stellt einen Streifen unter militärische Kontrolle.
- Im weiteren Iran-Krieg wird eine Waffenruhe verkündet, die Front zwischen Israel und der Hisbollah bleibt jedoch aktiv.
- Einer der schwersten Tage mit Hisbollah-Beschuss auf Nordisrael seit der Waffenruhe im April; Schulschließungen werden angeordnet.
- Israelische Truppen erobern Burg Beaufort und den Bergrücken; Verteidigungsminister Katz kündigt unbefristete Militärpräsenz an.
Bei der Operation wurde ein israelischer Soldat getötet, der 21-jährige Michael Tyukin, der bei einem Drohnenangriff der Hisbollah im Südlibanon ums Leben kam. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Operation im Libanon oder an der Grenze getöteten israelischen Soldaten liegt nun bei 25. Mehr als 3.300 Menschen sind seit dem 2. März bei israelischen Angriffen im Libanon gestorben, als die Hisbollah Tage nach Beginn des größeren Iran-Konflikts begann, Raketen und Drohnen auf Israel abzufeuern.
Unbefristete Präsenz und politische Reaktionen
Verteidigungsminister Israel Katz kündigte an, dass israelische Truppen auf unbestimmte Zeit auf der Burg Beaufort bleiben würden, als Teil dessen, was er eine „Sicherheitszone“ im Libanon nannte. In einer Rede bei einer Gedenkfeier für Gefallene des Libanon-Kriegs von 1982 erklärte Katz: „26 Jahre nach dem Abzug haben unsere heldenhaften Soldaten Beaufort zurückerobert und werden dort als Teil der Sicherheitszone im Libanon bleiben.“ Er feierte auch Angriffe auf „Tausende von Häusern“ und „Terror-Infrastruktur“ in libanesischen Grenzdörfern und behauptete: „Ein dschihadistischer Feind versteht nur eine Sprache: die Eroberung von Territorium und die Zerstörung von Häusern."
Dies ist ein Versuch, Geschichte auszulöschen.
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam verurteilte die israelischen Aktionen und beschuldigte Israel einer „Politik der verbrannten Erde“ und weitreichender Zerstörung im Südlibanon. Er warnte davor, dass das Land nicht zum „Bauernopfer“ in regionalen Konflikten werden dürfe. Die libanesische Führung betrachtet die Sicherheitszone als Besetzung libanesischen Territoriums.
Waffenruhe-Kontext und anhaltende Feindseligkeiten
Die Einnahme erfolgt trotz einer Waffenruhe, die vor mehr als sechs Wochen im weiteren Iran-Krieg verkündet wurde. Der Samstag war einer der schwersten Tage mit Hisbollah-Beschuss auf Nordisrael seit der Waffenruhe im April und führte zu Schulschließungen und Einschränkungen. Israelisiche Truppen wurden auch bei Operationen in der Nähe von Nabatieh gemeldet, einer Hochburg der Hisbollah im Südlibanon. Der israelische Militärsprecher forderte einen großen Teil der Bewohner im Südlibanon auf, sich nördlich des Sahrani-Flusses zu begeben, etwa 40 Kilometer von der Grenze entfernt.
Die Festung ist ein Symbol für die Arroganz der Hisbollah.
Es gab keine unmittelbaren Stellungnahmen aus dem Libanon oder von der Hisbollah zur Einnahme der Burg. Das UNESCO-gelistete Bauwerk, das als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Festungen beschrieben wird, wurde um 1137 vom damaligen König von Jerusalem erbaut. Es bleibt unklar, ob das Gelände während der Kämpfe beschädigt wurde.


