
Israel droht der Palästinensischen Autonomiebehörde nach Messerangriff im nördlichen Westjordanland mit einem umfassenden Krieg
Verteidigungsminister Israel Katz gab Anweisungen bekannt, Militäroperationen gegen die Führung der Palästinensischen Autonomiebehörde vorzubereiten, falls ein Angriff nach dem Vorbild des 7. Oktober 2023 erfolgt. Dies geschah nach einer tödlichen Auseinandersetzung im nördlichen Westjordanland.
Verteidigungsdirektive und Vergeltungsbedingungen
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz gab am 7. September 2026 bekannt, dass die Streitkräfte den Befehl erhalten haben, sich auf einen umfassenden Krieg gegen die Palästinensische Autonomiebehörde vorzubereiten. Die Direktive gilt, falls die Sicherheitsmechanismen oder angegliederte Gremien eine Offensive im Ausmaß des Angriffs vom 7. Oktober 2023 einleiten oder vorbereiten. Premierminister Benjamin Netanyahu schloss sich Katz bei der Ausgabe der Anweisungen an, die Militäroperationen vorsehen, die direkt gegen die oberste Führung und die operativen Organe der Autonomiebehörde mit Sitz in Ramallah gerichtet sind. Die von Katz detailliert beschriebenen Vergeltungsmaßnahmen umfassen gezielte Tötungen hochrangiger Persönlichkeiten, dauerhafte Militärstationierungen und die Evakuierung von Zivilisten aus Städten und Dörfern, in denen militante Aktivitäten stattfinden. Der Verteidigungsminister verglich diese in Aussicht gestellten Operationen mit den von israelischen Streitkräften im Gazastreifen und im Südlibanon eingerichteten Sicherheitszonen.
Wenn die Sicherheitsmechanismen der Palästinensischen Autonomiebehörde und verwandte Gremien einen Terroranschlag im Stil des 7. Oktober gegen IDF-Einheiten und jüdische Siedlungen durchführen oder wir mit Sicherheit wissen, dass sie einen solchen durchführen werden, haben Premierminister Benjamin Netanyahu und ich der IDF befohlen, sich auf die Eröffnung eines umfassenden Krieges vorzubereiten.
Messerangriff im nördlichen Westjordanland und Fahndung
Die Ministerwarnung folgte einem Messerangriff, der früher am 7. September 2026 gegen einen israelischen Siedler im nördlichen Westjordanland verübt wurde. Das Opfer erlitt Verletzungen und wurde vom Rettungsdienst Magen David Adom in ein Krankenhaus gebracht. Nach dem Messerangriff leiteten israelische Soldaten eine Fahndungsaktion ein, orteten den flüchtenden palästinensischen Angreifer und erschossen ihn. Premierminister Benjamin Netanyahu bekräftigte daraufhin, dass Israel weiterhin Militante eliminieren, ihre Organisatoren ins Visier nehmen und die Infrastruktur im gesamten Gebiet zerschlagen werde. Nachrichtenberichten zufolge gibt es keine Hinweise auf eine Beteiligung der Palästinensischen Autonomiebehörde an der Planung oder Durchführung des Messerangriffs. Die rivalisierende islamistische Gruppe Hamas lobte den Messerangriff und forderte eine Eskalation der Angriffe auf Soldaten und Siedler.
- Ein palästinensischer Angreifer ersticht einen israelischen Siedler und flieht vom Tatort
- Israelische Soldaten orten den Angreifer und erschießen ihn
- Verteidigungsminister Israel Katz ordnet Vorbereitungen für einen umfassenden Krieg gegen die Sicherheitsmechanismen der Palästinensischen Autonomiebehörde an
- Der Präsident des Palästinensischen Nationalrates, Rawhi Fattouh, weist die Warnung als politisches Manöver zurück
Palästinensische und politische Reaktionen
Palästinensische Vertreter wiesen die Warnung zurück und bezeichneten die Rhetorik als Versuch, die Spannungen vor den für Ende Oktober 2026 angesetzten israelischen Parlamentswahlen zu eskalieren. Rawhi Fattouh, der Präsident des Palästinensischen Nationalrates, erklärte, die Drohungen spiegelten die mangelnde Bereitschaft der israelischen Regierung wider, friedliche Verhandlungen zu führen. Außerhalb Ostjerusalems leben rund drei Millionen Palästinenser zusammen mit mehr als 500.000 israelischen Siedlern im gesamten Westjordanland. Die Gewalt von Siedlern gegen palästinensische Bewohner hat in den letzten Monaten zugenommen, oft ohne oder mit nur geringen rechtlichen Konsequenzen.
Israel sucht keinen Partner für den Frieden, sondern eine permanente Quelle, um Konflikte anzuheizen und Chaos und Instabilität zu verbreiten.
Sicherheitsbedenken und Truppenstationierungen
Israels Militärführung meldete logistische und sicherheitstechnische Herausforderungen bei der Verteidigung neu errichteter Siedlungen und Außenposten. Die Zeitung Haaretz berichtete, dass die israelische Präsenz im Westjordanland in der Woche des 7. September 2026 auf 26 Bataillone ansteigen soll. Mehrere Kommandeure stellten fest, dass neu errichtete Außenposten oft nicht über eine angemessene Sicherheitsinfrastruktur verfügen und nur über einzelne Zufahrtsstraßen durch palästinensische Dörfer zu erreichen sind, was sie bei Hinterhalten angreifbar macht. Die Militärführung äußerte Bedenken, dass die Truppen durch gleichzeitige Operationen im Gazastreifen, in Syrien und im Südlibanon überlastet sind, wo bei nächtlichen Luftangriffen 12 Menschen, darunter zwei Kinder, getötet wurden. Hochrangige Militärangehörige berichteten zudem von wachsendem politischen Druck und begrenzter Koordination mit der Zivilpolizei, während die Spannungen zwischen Siedlern und Palästinensern anhalten.


