KI-generiert·Mehr erfahren
© stern.de
Konflikte·vor 3 Std.

Iran verhängt erneut Blockade der Straße von Hormus – Stunden nach Waffenruhe, unter Berufung auf israelische Angriffe im Libanon

Das iranische Militärkommando gab die erneute Schließung am Samstag bekannt und machte israelische Angriffe im Südlibanon dafür verantwortlich, die das von den USA vermittelte Rahmenabkommen verletzt hätten, das die kritische Öl-Drehscheibe kurzzeitig wieder geöffnet hatte.

Waffenstillstandsverstöße führen zu erneuter Blockade

Nur wenige Tage nachdem ein US-iranisches Rahmenabkommen eine monatelange Blockade beendet hatte, erklärte das zentrale Militärkommando Irans die Straße von Hormus erneut für die Schifffahrt gesperrt. Die am Samstag im Staatsfernsehen ausgestrahlte Ankündigung stellt die Maßnahme in direkten Zusammenhang mit den anhaltenden israelischen Militäroperationen im Südlibanon.

Angesichts der offensichtlichen Vertragsverletzungen und des Versäumnisses der USA, den ersten Punkt des Abkommens zur Beendigung des Krieges umzusetzen, sowie als Reaktion auf die unaufhörlichen Verstöße des zionistischen Regimes gegen die Waffenruhe im Südlibanon wird hiermit bekannt gegeben, dass die Straße von Hormus für die Schifffahrt gesperrt ist.

Das zentrale Militärkommando Irans

Libanon als Brennpunkt

Das am 17. Juni unterzeichnete Rahmenabkommen sah eine regionale Waffenruhe vor, die am Freitag um 16:00 Uhr Ortszeit in Kraft treten sollte. Israel und die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz beschuldigten sich sofort gegenseitig, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Die israelische Armee erklärte, sie werde weiterhin jede Bedrohung bekämpfen, während die Hisbollah erklärte, sie werde sich an die Waffenruhe halten, aber jeden Versuch, weiteres Land zu besetzen, bekämpfen. Der Iran forderte die USA auf, Druck auf Israel auszuüben, und drohte damit, ein endgültiges Abkommen nicht zu unterzeichnen, bis Israel sich aus dem Südlibanon zurückzieht.

Irans Sicherheitsdoktrin

Teherans Beharren darauf, den Libanon-Konflikt mit seinem Abkommen mit Washington zu verknüpfen, spiegelt eine neue Sicherheitsdoktrin wider.

Die Schicksale Teherans und Beiruts sollen miteinander verknüpft werden.

Die Strategie Irans besteht darin, seine eigenen Sicherheitsgarantien an die Lage seines wichtigsten regionalen Verbündeten zu knüpfen. Diese Verknüpfung erhöht die Risiken für jeden israelischen Angriff im Libanon und erschwert den ohnehin fragilen diplomatischen Prozess.

Rahmenabkommen in Gefahr

Das ursprüngliche, von Pakistan und Katar vermittelte Rahmenabkommen sah ein 60-tägiges Zeitfenster für die Aushandlung eines endgültigen Friedensvertrags vor. Es beinhaltete auch die Zusage Irans, hochangereichertes Uran zu verdünnen, und die Wiederherstellung der freien Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Die Blockade war am Donnerstag aufgehoben worden, doch die erneute Schließung stellt das gesamte Abkommen in Frage. Das iranische Militärkommando warnte, dass die Schließung nur ein „erster Schritt“ sei und dass weitere Maßnahmen folgen würden, wenn die Verstöße andauerten.

Zeitleiste der Hormus-Blockade und des Waffenstillstandsabkommens
  1. Der Iran-Krieg beginnt, die Straße von Hormus wird weitgehend blockiert.
  2. US-iranisches Rahmenabkommen unterzeichnet, einschließlich Waffenruhe und Wiedereröffnung der Meerenge.
  3. Blockade der Straße von Hormus für aufgehoben erklärt.
  4. Waffenruhe im Libanon geplant; Israel und Hisbollah beschuldigen sich gegenseitig der Verstöße.
  5. Irans Militärkommando kündigt erneute Schließung der Straße von Hormus an.

Energiemärkte und Diplomatie

Rund 20 Prozent des globalen Energiehandels passieren die schmale Meerenge, den einzigen Zugang zum Persischen Golf. Eine anhaltende Blockade wird die Lieferketten und die internationalen Energiemärkte belasten, gerade als diese sich nach der vorherigen Schließung zu stabilisieren begannen. Die diplomatischen Bemühungen sind dabei, aufzuholen: Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Berater Jared Kushner versuchen, die Verhandlungen in der Schweiz wieder aufzunehmen, nachdem ein geplanter Start am Freitag abgesagt worden war.

Straße von Hormus · Teheran · Jerusalem · Beirut

7 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft