
Iran dementiert Trumps Behauptung laufender Gespräche, US-Seeblockade bis zur „totalen Kapitulation“
Das Außenministerium in Teheran erklärt, es fänden keine Verhandlungen mit Washington statt – ein Widerspruch zu Präsident Trumps Behauptung, die Gespräche seien am Montag wieder aufgenommen worden. Trump reagierte mit der Warnung, die US-Seeblockade der Straße von Hormus werde bis zu einer Einigung oder Irans „totaler Kapitulation“ andauern.
Widersprüchliche Signale zu den Verhandlungen
Am Abend des 2. August erklärte Präsident Donald Trump gegenüber Journalisten an Bord der Air Force One, eine Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus stehe kurz bevor, und die Atomverhandlungen mit Iran würden am nächsten Nachmittag beginnen. Am Morgen des 3. August dementierte Irans Außenministerium klar: „Im Moment finden keine Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten statt.“ Stunden später sagte Trump im Oval Office, die Gespräche liefen „genau jetzt“ auf Irans Bitte hin, und nannte es „die letzte Chance für Iran, einen guten Deal zu unterschreiben.“ Er fügte hinzu, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und andere hätten ihn gedrängt, der Diplomatie eine letzte Gelegenheit zu geben. Am späten Nachmittag wiederholte Teheran seine Ablehnung und erklärte, es stehe ausschließlich mit Oman in Kontakt, um eine vorübergehende sichere Route für Schiffe durch die strategische Wasserstraße einzurichten.
Trumps Ultimatum und die Seeblockade
Nach Irans zweitem Dementi postete Trump auf Truth Social, bezeichnete die iranische Führung als „unglaublich heuchlerisch“ und warnte, die US-Seeblockade werde ohne eine Einigung oder Irans „totale Kapitulation“ nicht enden.
Die iranische Führung ist unglaublich heuchlerisch! Sie bitten um ein Treffen, manche würden sagen, sie betteln, Gespräche beginnen, weitere sind schon für die nahe Zukunft geplant, und dennoch erklären sie offen und stolz, dass sie über nichts verhandeln und behaupten, nur mit Oman zu verhandeln.
Die Blockade der Straße von Hormus, durch die etwa 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert werden, ist ein zentrales Element des sechsmonatigen Konflikts. Trump erklärte später: „Ich werde nicht zulassen, dass Iran irgendjemandem Maut auferlegt. Wir haben die totale Kontrolle.“ Er sagte auch, er wolle Iran „jede mögliche letzte Chance vor der Enthauptung“ geben – eine Bemerkung, die die maximalistische Haltung der Regierung widerspiegelt.
Irans Oman-Kanal und regionale Warnung
Außenamtssprecher Esmail Baghaei stellte klar, dass Iran „nur mit Oman über die Verwaltung der Straße von Hormus Gespräche führt“ und die beiden Länder „ernsthaft Verhandlungen führen, um die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße zu gewährleisten“.
Derzeit führen wir nur mit Oman Gespräche über die Verwaltung der Straße von Hormus. Die beiden Länder verfolgen ernsthaft Verhandlungen, um die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße zu gewährleisten.
Er betonte, die Gespräche beschränkten sich auf die Wasserstraße und befassten sich nicht mit breiteren US-iranischen Fragen. Baghaei warnte auch, dass „der Krieg der Vereinigten Staaten gegen Iran ein Krieg gegen die gesamte Region ist“ und dass die regionalen Länder „eine gewisse Verantwortung für die derzeitige Situation tragen“ – eine deutliche Anspielung auf Saudi-Arabiens Forderung nach einem Ende des Konflikts. Er fügte hinzu, dass „die Abschreckungskraft Irans den Feind gestoppt hat“.
Druck aus dem Golf und Reaktion der Ölmärkte
Laut US-Medienberichten spielte Kronprinz Mohammed bin Salman aus Saudi-Arabien eine Schlüsselrolle dabei, Trump davon zu überzeugen, die für das Wochenende geplanten schweren Angriffe auszusetzen und den Verhandlungen eine weitere Chance zu geben. Die Golfstaaten sind zunehmend frustriert über eine aus ihrer Sicht unberechenbare US-Strategie, die zwischen militärischer Eskalation und diplomatischen Annäherungen schwankt. Sie befürchten, dass ein längerer Konflikt iranische Vergeltungsschläge gegen ihr Territorium und ihre Energieinfrastruktur auslösen könnte. Die Ölpreise fielen nach Trumps ersten optimistischen Äußerungen kurzzeitig unter 80 Dollar pro Barrel, doch das anschließende Dementi und die erneuten Drohungen sorgten für neue Volatilität an den Märkten.
- Trump sagt Journalisten an Bord der Air Force One, eine Hormus-Einigung sei nahe und die Atomgespräche würden am Montag wieder aufgenommen.
- Irans Außenministerium dementiert jegliche laufenden Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten.
- Trump behauptet im Oval Office, die Gespräche liefen 'genau jetzt' und nennt es Irans letzte Chance.
- Iran wiederholt das Dementi und erklärt, es spreche nur mit Oman über die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus.
- Trump postet auf Truth Social, die US-Seeblockade werde bis zu einer Einigung oder totalen Kapitulation andauern.
Was als Nächstes kommt
Da Washington und Teheran sich öffentlich widersprechen, scheinen die Aussichten auf einen baldigen diplomatischen Durchbruch gering. Trump hat die Blockade als unbefristetes Druckmittel dargestellt, während Iran darauf besteht, dass alle Verhandlungen über Oman vermittelt werden müssen und auf die Sicherheit der Schifffahrt beschränkt bleiben. Die Pattsituation lässt die Straße von Hormus im Zentrum einer prekären Sackgasse zurück, ohne direkte US-iranische Gespräche in Sicht.

