Chivu übernimmt die Verantwortung
Inters Trainer Cristian Chivu sah sich auf seiner Pressekonferenz vor dem Spiel mit Fragen zum schwachen Start seines Klubs in der Champions League konfrontiert. Inter hat seine ersten beiden Partien der Ligaphase gegen Real Madrid und Brügge verloren, und Chivu sagte, er sei derjenige, der für diese Ergebnisse geradestehen müsse. Er erklärte, er analysiere die Gründe für jede Niederlage und schaue dabei zuerst auf die eigene Rolle, statt einzelne Spieler zu beschuldigen. Zudem verglich er sein Verhältnis zur Mannschaft mit der Art, wie er mit seinen eigenen Kindern spreche: Seine Zuneigung ändere sich nicht, auch wenn er die Stimme erhebe.
„Uns ist bewusst, dass wir vier Spiele in Folge verloren haben, sie müssen uns nicht ständig daran erinnern.“
Weniger reden über die Vergangenheit
Chivu plädierte dafür, dass sich das Team auf das nächste Spiel konzentrieren solle statt auf frühere Niederlagen, über die seiner Ansicht nach zu oft gesprochen wird. Er betonte, der Klub habe nie behauptet, die Champions League gewinnen zu müssen, und der Sieg im nächsten Spiel habe Priorität. Eine einzelne Niederlage dürfe für Inter zudem nicht zum nationalen Drama werden, sagte er und kritisierte den Druck, der auf dem Klub laste, jedes Spiel gewinnen zu müssen. Auf Nachfrage zur Bilanz merkte er an, dass Inter in dieser Saison sechsmal in Rückstand geraten sei und in vier dieser Partien das Ergebnis noch gedreht habe.
Bastoni zum Ziel Champions League
Verteidiger Alessandro Bastoni mahnte vor derselben Partie, die Mannschaft müsse nach den jüngsten Ergebnissen auf dem Boden bleiben. Er bezeichnete die Champions League als Traum und nicht als Ziel und sagte, die Spieler müssten Verantwortung für individuelle Fehler übernehmen, die er eher auf ein mentales Problem als auf Taktik oder Formationen zurückführte. Bastoni erklärte, 90 % der Gegentore Inters seien aus eigenen Fehlern entstanden – ein Problem, das die Mannschaft besprochen habe und korrigieren müsse. Inter hat sieben der letzten acht Europapokalspiele verloren, eine Serie, die die Grenzen der Mannschaft in Europa in den Fokus rückt.
„Die Champions League war immer ein Traum, aber kein Ziel.“
Schachtar Donezk und die Ausgangslage
Chivu beschrieb Schachtar Donezk als starke Mannschaft, die in der Champions League spielt, mit Erfahrung, Intensität und Qualität sowie einem Trainer, der sein Team gut einstellt. Inter empfängt den ukrainischen Klub am 21. Oktober im San Siro in Mailand, Anpfiff ist um 21:00 Uhr. Chivu sagte, das Spiel dürfe nicht als Selbstläufer betrachtet werden, weil Gegner mit weniger Druck gefährlich sein könnten. Er wünscht sich, dass seine Spieler schwierige Momente genießen und auf Widerstände reagieren. In Berichten von der Pressekonferenz hieß es, eine Niederlage würde Inters Hoffnungen auf das Weiterkommen praktisch beenden, mit Folgen, die auch in der Serie A zu spüren sein könnten.
Fragen zur Form
Chivu wirkte gereizter als sonst, als Journalisten ihn auf den Abwärtstrend in der Defensive im Vergleich zu den vergangenen Spielzeiten ansprachen, auf die Spielweise, die oft Aufholjagden erzwingt, und darauf, was er der Mannschaft in Bologna zur Halbzeit gesagt hatte. Er hatte Simone Inzaghi abgelöst und verlor nach der Halbzeitansprache in Bologna seine Stimme, sodass er die Interviews nach dem Spiel verpasste. Auf die Frage nach den Problemen der Mannschaft antwortete er, es werde zu viel über nichts geredet und nur das Negative gesucht, während er betonte, er sei ein Optimist, der auch die Reaktion nach Gegentoren in den Blick nehme.