
Bürgermeister von Bukarest fordert Insolvenz der STB, da Schulden 80 % des Stadthaushalts übersteigen, und beruft Krisensitzung des Stadtrats ein
Bürgermeister Ciprian Ciucu erklärt, die jährlichen Kosten des Nahverkehrsunternehmens inklusive Schulden und Strafen überstiegen 80 % des Stadthaushalts, und die Insolvenz sei der einzige Weg, eine Pleite zu vermeiden und Gehälter zu schützen.
Finanzieller Kollaps
Der Nahverkehrsbetreiber STB in Bukarest befindet sich in einem „desaströsen“ finanziellen Zustand, sagte Bürgermeister Ciprian Ciucu am Montag. Im Jahr 2025 benötigte das Unternehmen 5,6 Milliarden Lei für Betrieb, Schuldentilgung und Strafen – eine Summe, die dem gesamten Jahreshaushalt der Stadt entspricht. Monatlich sei die Verschuldung der STB zwei- bis dreimal höher als die Zahlungen des Rathauses, so Ciucu. Allein die Schulden der STB gegenüber der Steuerbehörde ANAF beliefen sich auf 1,5 Milliarden Lei, davon 400 Millionen Lei an Strafen. Insgesamt hätten die Strafen bei allen Gläubigern die Milliardengrenze überschritten.
Die kumulierten Kosten des Nahverkehrsdienstes für ein einziges Jahr, zusammen mit Schulden und den dazugehörigen Strafen, übersteigen 80 % des Jahreshaushalts des Bukarester Rathauses.
Der Bürgermeister warnte, dass die STB ohne Eingreifen die gesamte Stadt in die Insolvenz ziehen würde, da Gläubiger wiederholt versucht hätten, die Konten des Unternehmens zu pfänden, was den Oberflächenverkehr lahmlegen könnte.
## Ursachen Ciucu identifizierte vier Hauptgründe für die Krise. Erstens wurden ab 2020 die Sozialbeiträge der Arbeitnehmer an die ANAF nicht mehr gezahlt, wodurch sich über 1 Milliarde Lei an Kapital ansammelte und Strafen entstanden. Zweitens wurden 2019 22 städtische Unternehmen gegründet und mit Geldern der STB kapitalisiert, von denen sich viele später als nicht lebensfähig erwiesen. Drittens führten eine mangelhafte Führung aufgrund von Politisierung und fehlender Effizienz zu Problemen. Viertens blockierte die Angst vor den Gewerkschaften notwendige Korrekturmaßnahmen.
Ein weiterer Schlag kam von einer abgesagten Ausschreibung für 40 Straßenbahnen. Die Beschaffung von 2019–2020 wurde an VFU Pașcani vergeben, der Vertrag jedoch nie unterzeichnet, nachdem die Kontrollbehörde des damaligen Bürgermeisters Nicușor Dan Unregelmäßigkeiten feststellte und den Fall an die Antikorruptionsbehörde weiterleitete. Die STB sagte die Ausschreibung später ab, doch das Unternehmen gewann vor Gericht, was zu Strafen von rund 1 Milliarde Lei führte.
Insolvenz als Schutzschild
Der Bürgermeister betonte, dass die Insolvenz kein Bankrott, sondern ein gesetzlicher Restrukturierungsmechanismus sei. Im Rahmen eines gerichtlich überwachten Plans könnte die STB den Betrieb fortsetzen, die Gehälter der Mitarbeiter schützen und die Anhäufung weiterer Strafen stoppen. Ein erheblicher Teil der Schulden könnte erlassen werden, wenn der Richter den Sanierungsplan genehmigt.
Nur so können wir die STB davor schützen, weitere Strafen anzuhäufen – nur wenn sie in die Insolvenz geht. Sonst fließen sie weiter und wachsen.
Ciucu sagte, er habe die Geschäftsführung und die Gewerkschaften seit Februar aufgefordert, sich auf einen gemeinsamen Effizienzplan zu verständigen, aber keine konkrete Antwort erhalten.
Politischer Prozess
Ciucu forderte den Aufsichtsrat der STB auf, am Dienstagmorgen zusammenzutreten und die Insolvenz zu beantragen. Er berief zudem für Dienstag um 12:00 Uhr eine Krisensitzung des Generalrats ein, um der Hauptversammlung der Aktionäre (AGA) der STB ein ausdrückliches Mandat zur Empfehlung der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu erteilen.
Ich will die Insolvenz der STB nicht. Viele Politiker vermeiden es, dieses Wort auch nur auszusprechen. Aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es die einzig verantwortungsvolle Maßnahme ist, um das Unternehmen vor dem Bankrott zu retten, die Gehälter der Mitarbeiter zu schützen, die Anhäufung immer größerer Strafen zu stoppen und aus falschen Verträgen ohne wirtschaftliche Logik auszusteigen.
Der Bürgermeister sagte, er werde die Vertreter der politischen Parteien bitten, die Maßnahme zu unterstützen, und wies darauf hin, dass die Entscheidung beim Aufsichtsrat liege, nicht beim Bürgermeisteramt. Der Dienst werde fortgesetzt, aber ohne Insolvenz werde er irgendwann direkt in den Bankrott führen, warnte er.
- Ausschreibung für Straßenbahnbeschaffung an VFU Pașcani vergeben, später abgesagt; Strafen von rund 1 Milliarde Lei entstanden.
- Arbeitnehmerbeiträge an die ANAF werden nicht mehr gezahlt; Anhäufung von über 1 Milliarde Lei Schulden beginnt.
- STB benötigt 5,6 Milliarden Lei für Betrieb, Schulden und Strafen – so viel wie der gesamte Stadthaushalt.
- Bürgermeister Ciucu hält Pressekonferenz und fordert Insolvenz der STB.
- Aufsichtsrat der STB aufgefordert, zusammenzutreten und Insolvenz zu beantragen.
- Krisensitzung des Generalrats zur Ermächtigung der AGA, Insolvenz zu empfehlen.
- Jährliche Kosten der STB (2025)
- 5.6 Mrd. Lei
- Bukarester Stadthaushalt (2025)
- 5.6 Mrd. Lei
