Hessische Steuerprüfer schließen 50 Influencer-Prüfungen im Jahr 2025 ab, NRW bildet Taskforce
Die Steuerbehörden in Hessen haben 2025 die Zahl der Prüfungen von Influencern und Content-Erstellern auf 50 erhöht, nach 17 im Jahr 2024, und dabei 1 Million Euro zusätzliche Steuern eingenommen. Nordrhein-Westfalen hat eine eigene Taskforce eingerichtet, die davor warnt, dass viele Influencer Zehntausende Euro pro Monat verdienen, ohne eine Steuernummer zu haben.
Wachsende Prüfungszahlen
Das Hessische Finanzministerium berichtete, dass 2024 17 Prüfungen in der Kategorie „Influencer/Content Creator“ abgeschlossen wurden, 2025 stieg die Zahl auf 50. Zusätzlich flossen 1 Million Euro aus diesen Prüfungen in die Steuerkasse, während acht abgeschlossene Steuerstrafverfahren weitere 750.000 Euro einbrachten. Das Ministerium bildet seit 2024 Prüfer speziell für den Umgang mit Influencern aus, und rund 90 Prüfer bearbeiten nun solche Fälle in ihren Finanzämtern.
- 2024
- 17 Prüfungen
- 2025
- 50 Prüfungen
Wie Influencer verdienen
Steuerprüfer Michael Bonin vom Finanzamt Limburg-Weilburg, dem die Arbeit Spaß macht, weist auf die großen Datenmengen hin. Er beschreibt einen TikToker, der von der Plattform dafür bezahlt wird, dass die Zuschauer länger zusehen, etwa indem er in einem Eisloch badet.
Ich hätte nie gedacht, dass jemand damit mehr Geld verdienen kann als ich.
Einkünfte von Influencern stammen aus Markendeals, Affiliate-Marketing und Plattformzahlungen, wobei die Grenze zwischen Privatleben und kommerzieller Tätigkeit oft verschwimmt.
Die Taskforce in Nordrhein-Westfalen
2025 machte NRW mit einer neuen „Influencer-Taskforce“ in der Steuerfahndung auf sich aufmerksam. Stephanie Thien, die Leiterin der Einheit, erklärte, es sei nicht ungewöhnlich, dass ein Influencer mehrere Zehntausend Euro pro Monat verdient, ohne überhaupt eine Steuernummer zu haben.
Man kann 'Jane Doe' nicht erklären, warum sie online mit Luxus protzen kann und damit steuerlich davonkommt.
Das hessische Schulungskonzept wurde auf Anfrage bereits an andere Bundesländer weitergegeben.
Regeln für eine junge Branche
Der hessische Finanzminister Alexander Lorz (CDU) betonte die Notwendigkeit eines maßvollen Vorgehens.
Gerade weil die Grenzen zwischen persönlicher Darstellung und geschäftlicher Tätigkeit oft verschwimmen, erfordert dies eine Prüfung mit Augenmaß, klare Regeln und mehr Orientierung.
Das Ministerium wies zudem darauf hin, dass es für die noch junge Influencer-Branche bisher nur begrenzt Fachliteratur und Rechtsprechung gibt.
Petfluencer und absetzbare Kosten
Die Steuerbehörden sehen sich auch mit kuriosen Fällen wie „Petfluencern“ konfrontiert – Haustieren, die Einkünfte erzielen. Erkennt ein Finanzamt einen Hund als Petfluencer an, können seine Kosten im Einzelfall als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Das Ministerium sagt, das Steuerrecht müsse für YouTuber und TikToker manchmal grundlegend überdacht werden.
- Prüfungserstattungen
- 1000000 EUR
- Strafverfahren
- 750000 EUR


