
Polens Inflation erreicht Ziel von 2,5 % – Treibstoff und Lebensmittel günstiger
Die Verbraucherinflation in Polen fiel im Juni auf 2,5 % im Jahresvergleich, nach 3,1 % im Mai, wie die Schnellschätzung des Statistischen Hauptamtes (GUS) ergab. Die Preise sanken gegenüber dem Vormonat um 0,5 %, angetrieben von günstigeren Kraftstoffen und Lebensmitteln.
Inflationsdaten überraschen nach unten
Die Verbraucherpreisinflation in Polen fiel im Juni 2026 auf 2,5 % im Jahresvergleich, nach 3,1 % im Mai, wie eine am Dienstag vom Statistischen Hauptamt (GUS) veröffentlichte Schnellschätzung ergab. Der Wert lag unter dem Median der Analystenprognosen von 2,7 %, die von PAP Biznes erhoben wurden, und brachte die Inflation exakt auf das Ziel der Nationalbank Polens (NBP) von 2,5 % mit einer Toleranzspanne von plus/minus einem Prozentpunkt zurück. Im Monatsvergleich sanken die Verbraucherpreise um 0,5 % und beschleunigten damit den Rückgang von 0,3 % im Mai, wobei die Erwartungen eines Rückgangs von 0,2 % übertroffen wurden. Das letzte Mal lag die Inflation auf diesem Niveau im Februar.
- VPI (tatsächlich)
- 2.5 %
- VPI (Prognose)
- 2.7 %
- VPI (Mai)
- 3.1 %
- Lebensmittel
- -0.3 %
- Treibstoff
- 5.3 %
- Energie
- 4.8 %
Treibstoff und Lebensmittel treiben den Rückgang an
Den größten Beitrag zur Disinflation leisteten die Treibstoffpreise, die gegenüber Mai um 7,4 % fielen, im Jahresvergleich jedoch noch 5,3 % höher lagen. Der starke monatliche Rückgang erfolgte, obwohl das staatliche CPN-Programm mit niedrigeren Mehrwertsteuersätzen auf Kraftstoffe Mitte Juni auslief. Die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke sanken im Jahresvergleich um 0,3 %, der erste negative Wert seit Oktober 2016, und fielen gegenüber dem Vormonat um 0,7 %. Die gute Versorgungslage auf den heimischen und globalen Agrarmärkten – die Erzeugerpreise für Grundprodukte lagen im Mai um über 16 % unter dem Vorjahresniveau – trug zu den niedrigeren Lebensmittelpreisen bei. Die Energiepreise blieben jedoch eine Quelle des Aufwärtsdrucks und stiegen im Jahresvergleich um 4,8 %, obwohl sie gegenüber dem Vormonat um 0,4 % nachgaben.
- VPI (tatsächlich)
- -0.5 %
- VPI (Prognose)
- -0.2 %
- Treibstoff
- -7.4 %
- Lebensmittel
- -0.7 %
- Energie
- -0.4 %
Marktreaktion: Zloty schwächelt, Anleihen legen zu
Die Finanzmärkte haben ihre Erwartungen an die Zinsentwicklung schnell neu bewertet. Der polnische Zloty gab nach; der Euro stieg auf 4,30 PLN, den höchsten Stand seit Anfang März, und der Dollar erreichte 3,772 PLN, den höchsten Stand seit Ende Mai 2025. Die Renditen polnischer Staatsanleihen fielen, da die Anleger die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen geringer einschätzten. Die Rendite für zweijährige Anleihen fiel um 5 Basispunkte auf 4,07 %, die fünfjährige um 14 Basispunkte auf 4,70 % und die zehnjährige um 5,4 Basispunkte auf 5,27 %, den niedrigsten Stand seit Anfang März. Dies spiegelt eine Verschiebung der Erwartungen wider, dass der Geldpolitische Rat möglicherweise sogar Zinssenkungen in Betracht ziehen könnte, obwohl einige Ökonomen weiterhin vorsichtig bleiben.
Wir haben für Juni eine Inflation von 2,7 Prozent prognostiziert.
Ausblick: Zinssenkungen noch in weiter Ferne
Trotz des Erreichens des Inflationsziels sind die Ökonomen nicht überzeugt, dass Zinssenkungen unmittelbar bevorstehen. Kamil Łuczkowski von der Bank Pekao sagte, er erwarte in diesem Jahr keine Zinssenkungen, und verwies auf die Inflationsprognose der NBP vom Juli, die wahrscheinlich eine Inflation zeigen werde, die mit rund 3,5 % immer noch nahe der oberen Bandbreite des Ziels liege. Die Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel) dürfte Schätzungen zufolge im Juni von 3,1 % im Mai auf rund 3,0 % gesunken sein, liegt aber weiterhin über der Gesamtteuerungsrate. Detaillierte Inflationsdaten für Juni werden vom GUS am 15. Juli veröffentlicht.


