
FIFA verschwieg 1,76 Millionen Dollar, die ihre WM-Einheit an Infantino zahlte, berichtet die Times
Eine von der Times zitierte US-Steuererklärung zeigt, dass FWC2026 US Inc. dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino 2024 1,76 Millionen Dollar zahlte – ein Betrag, der im Jahresbericht des Verbands fehlt.
Was die Times berichtete
Die Times berichtete am Montag, dem 12. Oktober 2026, dass der Jahresbericht der FIFA für 2024 für Präsident Gianni Infantino Einnahmen von 4,6 Millionen Euro auswies, eine weitere Summe jedoch ausließ. Einer US-Steuererklärung zufolge, die die Zeitung gegengeprüft hat, zahlte FWC2026 US Inc., die von der FIFA zur Organisation der WM 2026 gegründete Tochtergesellschaft, ihm 2024 1,76 Millionen Dollar. Die Times schätzt, dass 2025 und 2026 ähnliche oder höhere Zahlungen geleistet worden sein könnten. Fanpage berichtet, die Zahlungen seien nicht öffentlich offengelegt und erst durch die Recherche aufgedeckt worden. Die folgende Zeitleiste nennt die Daten, auf die sich die Berichterstattung stützt.
- FWC2026 US Inc. zahlte Infantino laut einer US-Steuererklärung 1,76 Millionen Dollar, nicht im Jahresbericht der FIFA ausgewiesen
- Die Times schätzt, dass ähnliche oder höhere Zahlungen geleistet worden sein könnten
- Die Times veröffentlicht ihre Recherche; die FIFA erklärt das Verschweigen nicht
- Angesetzte Wahl des FIFA-Präsidenten in Rabat, Marokko
Widersprüchliche Zahlen
Die Medien sind sich bei den Beträgen uneinig. Das Gehalt für 2024 erscheint in den FIFA-Bilanzen als 4,6 Millionen Euro bei Ouest France und Le Parisien, als 4,59 Millionen Euro bei Fanpage und als 4,274 Millionen Schweizer Franken bei Le Soir und Rai News. Die nicht deklarierte Summe erscheint als 1,76 Millionen Dollar bei Le Soir und Rai News und als mehr als 1,5 Millionen Euro bei Ouest France, 20 Minutes und Le Parisien. Fanpage nennt 1,58 Millionen Euro für 2024 und insgesamt 6,17 Millionen Euro für beide Summen. Die Artikel bringen diese Zahlen nicht in Einklang, sodass jeder Betrag so zu lesen ist, wie das jeweilige Medium ihn nennt.
Die Villa in Miami
Die Times untersuchte auch Infantinos Wohnsituation in Miami. Laut Le Soir wohnte er in einer Luxusvilla, die 2023 für 27 Millionen Dollar von Eric Schmidt gekauft wurde, dem früheren Vorstandsvorsitzenden von Google. Fanpage verortet die Immobilie im Viertel Sunset Islands in Miami Beach. Ein Sprecher von Schmidt sagte der Times, Infantino habe drei Jahre lang eine marktübliche Miete gezahlt, wohne aber nicht mehr dort. Laut 20 Minutes sagen mehrere in der Recherche zitierte Quellen, das zusätzliche Geld sei für seine Nutzung der Villa gezahlt worden. Die Zeitung fragte, ob die Zahlungen dazu dienten, seine Wohnkosten und seinen Lebensstil in Miami zu decken; die FIFA bestätigte diese Vermutung nicht.
Reaktion der FIFA und Rufe nach einer Untersuchung
Die FIFA erklärte nicht, warum die zusätzlichen Zahlungen in ihren Jahresabschlüssen fehlten. Ein Sprecher sagte, das Gehalt des Präsidenten und seine vertraglichen Leistungen würden vom zuständigen Unterausschuss festgelegt und seien den US-Behörden wie gesetzlich vorgeschrieben gemeldet worden. Miguel Maduro, früherer Vorsitzender des FIFA-Governance-Ausschusses, nannte das Verschweigen einen klaren Regelverstoß, sollte der Präsident weitere Summen von mit der FIFA verbundenen Unternehmen ohne Offenlegung erhalten haben. Er sagte, die FIFA-Statuten verlangten vollständige Transparenz, und fordert eine Untersuchung. Le Soir bezeichnet seine Aussage als flagranten Verstoß gegen die Statuten.
Hintergrund der Wahl
Infantino führt die FIFA laut Fanpage seit 2016 und strebt eine Wiederwahl an. 20 Minutes zufolge ist die Abstimmung für den 18. März in Rabat, Marokko, angesetzt, etwa fünf Monate nach dem Bericht. Laut 20 Minutes haben sich viele Verbände und Konföderationen seit dem Bekanntwerden eines Projekts im Sommer, einen Teil der WM-Rechte an private Fonds abzugeben, öffentlich von ihm distanziert; der Artikel bezeichnet den Plan als aufgegeben. Ramon Vega hat angekündigt, ebenfalls für die Präsidentschaft zu kandidieren. Ouest France berichtet, auch Arsène Wenger könnte antreten.


