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Fußball·vor 3 Std.

Infantino verteidigt WM-Ticketpreise und Trump-Verbindung: „Ich bereue nichts“

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich am Mittwoch erstmals seit drei Jahren der Presse gestellt. Er wies die Kritik an den exorbitanten WM-Ticketpreisen als „einmaliges Erlebnis“ zurück, verteidigte sein enges Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump und rief angesichts eines somalischen Schiedsrichters, dem die Einreise verweigert wurde, zur Besonnenheit auf.

Seltener Pressetermin

Einen Tag vor dem Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika stellte sich FIFA-Präsident Gianni Infantino nahe dem Estadio Azteca erstmals seit drei Jahren den Reportern. Die Sitzung war geprägt von ausführlichen Monologen und zwei Aufforderungen, „über Fußball zu sprechen“, was Vergleiche mit dem Stil seines Verbündeten Donald Trump hervorrief.

Ticketpreis-Sturm

Infantino verteidigte die Preisgestaltung als marktgerecht, nicht willkürlich. „Es ist nicht so, dass jemand aufwacht und die Preise festlegt“, sagte er. Er verwies auf einen Einstiegspreis von 60 Dollar und einen Durchschnittspreis von 500 Dollar, die beide über den Vergleichswerten der US-Ligen lägen. Kritiker merken jedoch an, dass nur ein Bruchteil der Plätze in der niedrigsten Kategorie angeboten werde, während für das Finale in New Jersey Hospitality-Pakete von bis zu 600.000 Euro angeboten wurden und im Mai ein einzelnes Ticket für 32.970 Dollar verkauft wurde. Infantinos Antwort: „Jeder Dollar, den wir einnehmen, fließt zurück in den Fußball.“

Abgewiesener Schiedsrichter schürt Visaspannungen

Die Verweigerung eines US-Visums für den somalischen Schiedsrichter Omar Artan warf Fragen auf. Infantino nannte es „natürlich bedauerlich“, betonte aber die Grenzen der FIFA. „Wir versuchen, Lösungen zu finden, aber wir müssen respektieren, dass wir nicht die Könige der Welt sind, die Regierungen und Polizei leiten. Wir sind eine Sportorganisation.“ Er rief zur Besonnenheit auf und sagte: „Manchmal ist es gut, einfach abzuschalten, zu entspannen.“ Später deutete er an: „Wir hoffen, wir haben gute Nachrichten“, nannte aber keine Einzelheiten.

Trump-Freundschaft reuelos

Infantino sagte, er sei „sehr glücklich“ über sein „sehr gutes Verhältnis“ zu Trump und argumentierte, dass „ohne sein Engagement und seine Beteiligung eine Austragung der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten schlicht unmöglich gewesen wäre“. Auf die Frage, ob er es bereue, den USA die Ausrichtungsrechte zugesprochen zu haben, angesichts politischer Spannungen und des Konflikts zwischen den USA und dem Iran, antwortete er: „Ich bereue nichts.“

Medienreaktionen

Die internationale Presse verriss den Auftritt.

Gianni Infantinos Trump-artiges Geschwafel ist ein chaotischer Start in die Weltmeisterschaft.

The Independent
The Athletic beschrieb einen „Todesstern“ eines Turniers, bei dem „Zugeständnisse und menschliche Kosten eine unsichtbare Schwelle überschritten haben“. Das mexikanische Blatt Récord stellte fest, es herrsche „an keinem Spielort eine allgemeine Euphorie, sondern Proteste, Razzien gegen Migranten in den USA und Schießereien in Kanada“. Selbst deutsche Medien bezeichneten die Pressekonferenz als „trotzig“ und „bizarr“.

WM-Ticketpreise 2026 · $
Einstiegspreis
60 $
Durchschnittspreis
500 $
Höchster gemeldeter Finalticketpreis
32970 $
Mexiko-Stadt

8 Quellen

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