
Rumänien und Indien knüpfen neue Beziehungen: Präsidentin Murmu besucht Bukarest erstmals seit 32 Jahren
Rumäniens Präsident Nicușor Dan begrüßte am Donnerstag die indische Präsidentin Droupadi Murmu im Cotroceni-Palast – der erste Besuch eines indischen Staatsoberhaupts in Rumänien seit 32 Jahren. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen, mit der vorgeschlagenen Direktflugverbindung und neuen Hochschulabkommen.
Erster indischer Präsidentenbesuch seit 32 Jahren
Präsidentin Droupadi Murmu wurde am Donnerstag, dem 23. Juli 2026, von Präsident Nicușor Dan im Cotroceni-Palast empfangen, womit ein Staatsbesuch begann, der bis Samstag dauert. Es ist der erste Besuch eines indischen Staatsoberhaupts in Rumänien seit 1994, eine Lücke von 32 Jahren. Der letzte rumänische Präsidentenbesuch in Indien fand 2006 statt. Präsident Dan bezeichnete den Anlass als einen Neuanfang für die bilateralen Beziehungen und wies darauf hin, dass die diplomatischen Beziehungen 2028 ihr 80-jähriges Bestehen feiern werden.
Ich glaube, Ihr Besuch markiert einen Neuanfang in unseren bilateralen Beziehungen.
Der Besuch umfasst offizielle Gespräche, eine gemeinsame Pressekonferenz, ein Staatsbankett und ein bilaterales Wirtschaftsforum am Freitag. Die rumänische Präsidialverwaltung bezeichnete das Ereignis als Meilenstein, der den hochrangigen politischen Dialog nach zwei Jahrzehnten wiederbelebt.
- Präsidentin Murmu wird von Präsident Nicușor Dan im Cotroceni-Palast empfangen; Gespräche über bilaterale Partnerschaft, wirtschaftliche Zusammenarbeit und globale Konflikte.
- Die Präsidenten Dan und Murmu halten eine gemeinsame Pressekonferenz ab, in der sie unterzeichnete Abkommen und gemeinsame Positionen zur Ukraine und zum Nahen Osten bekannt geben.
- Ein Staatsbankett zu Ehren von Präsidentin Murmu wird im Cotroceni-Palast ausgerichtet.
- Die Präsidenten eröffnen ein bilaterales Wirtschaftsforum mit Unternehmensvertretern aus beiden Ländern, das für Freitag, den 24. Juli, geplant ist.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Direktflugverbindung
Die wirtschaftliche Zusammenarbeit dominierte die Tagesordnung. Präsident Dan wies auf das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien als Rahmen hin, der beiden Volkswirtschaften bedeutende Möglichkeiten eröffnet. Er betonte, dass eine Direktflugverbindung zwischen Rumänien und Indien dazu beitragen könnte, die gegenseitigen Investitionen zu steigern.
Wir haben eine große Chance vor uns, insbesondere im wirtschaftlichen Bereich.
Beide Führungspersönlichkeiten erörterten Möglichkeiten, indische Investitionen in Rumänien und rumänische Investitionen in Indien zu steigern. Das bilaterale Wirtschaftsforum am Freitag, das von den beiden Präsidenten eröffnet wird, wird Unternehmensvertreter und rumänische Behörden zusammenbringen, um konkrete Projekte zu erkunden.
Akademische und sportliche Abkommen unterzeichnet
Während des Besuchs wurden mehrere Kooperationsdokumente unterzeichnet. Ein bilaterales Programm in Wissenschaft und Technologie wurde abgeschlossen, zusammen mit Abkommen zwischen der Universität Bukarest und der Universität Neu-Delhi. Diese richten einen Lehrstuhl für Indienstudien an der Universität Bukarest und einen Lehrstuhl für rumänische Zivilisation in Neu-Delhi ein.
Ich freue mich, dass die beiden Abkommen heute hier unterzeichnet wurden, und die Zusammenarbeit im Bereich des Sports, wo wir Komplementaritäten finden können.
Auch ein Sportkooperationsabkommen wurde unterzeichnet, das darauf abzielt, Bereiche zu identifizieren, in denen sich die beiden Länder ergänzen können. Die akademischen und kulturellen Austausche sind Teil einer breiteren Anstrengung zur Stärkung der zwischenmenschlichen Beziehungen, aufbauend auf der Gemeinsamen Erklärung von 2024, die zehn Jahre der Erweiterten Partnerschaft markierte.
Kondolenz und geopolitischer Dialog
Die Präsidenten befassten sich auch mit dem Krieg in der Ukraine und dem Konflikt im Nahen Osten. Präsident Dan sprach den Angehörigen von vier indischen Seeleuten sein Beileid aus, die bei einem Angriff am 19. Juli in der Nähe von Odessa ums Leben kamen. Beide Führungspersönlichkeiten unterstützten die Lösung der Konflikte auf diplomatischem Wege und wiesen darauf hin, dass die Instabilität nicht nur die direkt beteiligten Länder, sondern auch die Weltwirtschaft betrifft.
Noch einmal mein Beileid für die vier indischen Seeleute, die bei dem Angriff am 19. Juli in der Nähe von Odessa ums Leben kamen.
Sie vertraten gemeinsame Positionen zur Notwendigkeit diplomatischer Lösungen und unterstrichen die breiteren sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Folgen der anhaltenden Kriege.
## Ausblick Der Staatsbesuch wird am Donnerstagabend mit einem Staatsbankett und am Freitag mit dem Wirtschaftsforum fortgesetzt. Die rumänische Seite betrachtet den Besuch als Plattform, um die positive Dynamik in den bilateralen Beziehungen zu beschleunigen, insbesondere nach der Verabschiedung der Gemeinsamen Erklärung von 2024 und der Vertiefung der strategischen Partnerschaft zwischen der EU und Indien. Es wird erwartet, dass der Vorschlag für eine Direktflugverbindung und die neu unterzeichneten Abkommen in den kommenden Monaten in konkrete Folgemaßnahmen umgesetzt werden.


