
Indien testet 2,2 Millionen Medizinanwärter unter Militäreskorte und Telegram-Sperre nach Fragenleck neu
Rund 2,2 Millionen indische Studierende wiederholten am Sonntag die medizinische Aufnahmeprüfung NEET unter biometrischen Kontrollen, KI-Überwachung und einer Telegram-Sperre, nachdem ein Fragenleck die Absage der Mai-Sitzung erzwungen hatte.
Eine Prüfung mit hohem Einsatz abgesagt
Der National Eligibility cum Entrance Test (NEET) ist das einzige Tor zu Indiens medizinischen Hochschulen, mit rund 2,2 Millionen Kandidaten, die jährlich um etwas mehr als 100.000 Studienplätze im Grundstudium konkurrieren. Die Bestehensquote liegt bei 5-6 %, was ihn zu einem der selektivsten Aufnahmetests der Welt macht. Die Studierenden bereiten sich in der Regel jahrelang unter immensem familiärem Druck vor, da ein Medizinstudium sowohl hohes Einkommen als auch soziales Ansehen verleiht.
- Kandidaten (2026)
- 2200000 Studierende
- Plätze (über 100.000)
- 100000 Studierende
Die Ausgabe vom Mai 2026 wurde abrupt annulliert, nachdem Berichte aufkamen, dass die Prüfungsfragen und -antworten auf Telegram-Kanälen kursierten. Die Regierung erklärte die Ergebnisse für ungültig, eine Entscheidung, die die Studierenden verzweifeln ließ. Indische Medien berichteten später von mehreren Selbstmorden von Studierenden im Zusammenhang mit der Absage.
Die Sicherheitsmaßnahmen
Für die Wiederholungsprüfung am Sonntag setzten die Behörden ein von der National Testing Agency als „mehrstufiges Sicherheitssystem zur Gewährleistung einer fairen und transparenten Prüfung“ beschriebenes System ein. Mehr als 200.000 Mitarbeiter, darunter Polizei, wurden mobilisiert. Prüfungsunterlagen wurden unter Militäreskorte transportiert, und der Zugang zu Telegram wurde eingeschränkt.
ein mehrstufiges Sicherheitssystem zur Gewährleistung einer fairen und transparenten Prüfung
Die Kandidaten sahen sich biometrischer Authentifizierung, KI-gestützter Videoüberwachung und GPS-Tracking der Prüfungsbögen gegenüber. Das Ausmaß der Operation war für einen indischen Aufnahmetest beispiellos und spiegelte den Versuch der Regierung wider, die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. Telegram-Gründer Pawel Durow kritisierte die Einschränkung mit der Begründung, sie verhindere Betrug nicht, während sie normale Nutzer betreffe.
Es verhindert nichts, bestraft aber 150 Millionen normale Nutzer in Indien.
Proteste und politische Folgen
Die Absage löste in ganz Indien einen Sturm der Empörung aus. Studierende und Oppositionsgruppen veranstalteten Demonstrationen, die den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan forderten. Die Cockroach Janata Party (CJP), eine satirische, aber einflussreiche Protestbewegung, gewann seit ihrem Start im Mai Millionen von Followern in den sozialen Medien und kanalisierte die Frustration der Jugend über das Prüfungssystem.
Ermittlungen und Festnahmen
Die Central Bureau of Investigation (CBI) verhaftete den mutmaßlichen Drahtzieher des Lecks, einen Chemielehrer. Die Behörde erklärte, Telegram sei von „Betrugsnetzwerken genutzt worden, um Kandidaten zu betrügen“. Der Skandal hat die Debatte über die Integrität der indischen Hochrisikoprüfungen neu entfacht; ähnliche Betrugsvorwürfe im Jahr 2025 wurden von den Prüfungsbehörden zurückgewiesen, die ungewöhnlich hohe Punktzahlen auf einen leichteren Test zurückführten.

