
Salvador Illa zieht Bilanz nach zwei Jahren als Präsident Kataloniens – Wohnungsbau und Bildung im Fokus
Der katalanische Präsident Salvador Illa hat bei einer Halbzeitrede am Montag in Barcelona einen 2,558 Milliarden Euro schweren Schulklimaplan vorgestellt und das Ziel von 50.000 öffentlichen Wohnungen bekräftigt.
Halbzeitrede in den Drassanes
Der katalanische Präsident Salvador Illa hat am 14. September 2026 im Museu Marítim de Barcelona eine programmatische Rede gehalten, um zwei Jahre im Amt zu markieren. Am selben Ort, an dem er 2024 seinen Wahlkampf unter dem Motto „Vereinen und dienen“ präsentiert hatte, stellte Illa seine Regierung als Überwinder eines Jahrzehnts politischer Blockade dar. Die Rede skizzierte unter dem Slogan „Die Zukunft ist da“ politische Prioritäten für das kommende Jahrzehnt in den Bereichen Bildung, Wohnen, Infrastruktur und technologische Anpassung. Illa betonte, dass sein parteiübergreifendes Kabinett die institutionelle Stabilität wiederhergestellt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt nach Jahren der Polarisierung um die Unabhängigkeitsbewegung gestärkt habe.
Heute ist Katalonien wieder ein gemeinsames Projekt für alle Katalanen.
- Illa stellt vor den Regionalwahlen den dritten Transformationsplan vor
- Kabinett trifft sich in Poblet, um die Fahrpläne der Ministerien festzulegen
- Katalonien baut 3.073 öffentliche Wohnungen
- Illa hält eine Halbzeitrede im Schifffahrtsmuseum Barcelona
Wohnungsbauziele und öffentliche Ausgaben
Der öffentliche Wohnungsbau und die Infrastrukturumsetzung bildeten die wirtschaftlichen Hauptpfeiler der Rede. Illa erklärte, dass in Katalonien im ersten Quartal 2026 3.073 öffentliche Wohneinheiten fertiggestellt wurden, was 60 % aller in diesem Zeitraum in ganz Spanien gebauten öffentlichen Wohnungen entspricht. Die Regionalregierung hält am Ziel fest, während der Legislaturperiode 50.000 öffentliche Wohnungen zu bauen, beaufsichtigt von der Ministerin für Territorium, Wohnungswesen und ökologischen Wandel, Sílvia Paneque. Illa verwies zudem auf die Umsetzung des katalanischen Haushalts in Höhe von 49,162 Milliarden Euro, des größten in der Geschichte der Generalitat, sowie auf laufende Ausbauprojekte für den Flughafen Barcelona-El Prat, die Häfen von Barcelona und Tarragona, die Linie 9 der Metro Barcelona und das S-Bahn-Netz Rodalies.
- Q1 2026 fertiggestellt
- 3073 Wohnungen
- Legislaturziel
- 50000 Wohnungen
Bildungsreform und Anpassung an den Klimawandel in Schulen
Im Bildungsbereich kündigte Illa eine Initiative an, um eine parteiübergreifende Vereinbarung zur Reform des regionalen Schulsystems über den Consell d'Educació de Catalunya auszuhandeln. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund von Spannungen mit Lehrergewerkschaften und regionalen Verwerfungen, nachdem Katalonien von der jüngsten PISA-Studie ausgeschlossen wurde, weil 23 % der Stichprobenschüler nicht an den Tests teilnahmen. Illa bekräftigte das Ziel, die öffentlichen Bildungsausgaben auf 6 % des katalanischen Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, den im katalanischen Bildungsgesetz von 2009 festgelegten Richtwert. Die Regierung stellte zudem 2,558 Milliarden Euro bereit, um vor dem Schuljahr 2030/2031 in mehr als 2.500 öffentlichen Schulen und regionalen Pflegeheimen Klimaanlagen zu installieren.
Hass schafft keine Lösung, er baut keine Sozialwohnungen, er verbessert keine Stadtteile, er baut keine Schulen und eröffnet keine Geschäfte.
Politischer Druck und wachsende Opposition
Die Halbzeitbilanz fällt in eine Zeit sich verändernder parlamentarischer Kräfteverhältnisse und ungünstiger Wahlaussichten für die regierende Sozialistische Partei Kataloniens (PSC). Eine am 11. September veröffentlichte Umfrage von Sigma Dos sagte der PSC einen Verlust von 11 Sitzen im Vergleich zum Ergebnis der Regionalwahl vom Mai 2024 voraus, während die rechtsextreme Unabhängigkeitspartei Aliança Catalana unter Führung der Ripoller Bürgermeisterin Sílvia Orriols auf dem Weg ist, zur zweitstärksten Kraft im Regionalparlament zu werden. Die Regionalregierung hatte zudem mit personellen Wechseln zu kämpfen, darunter die kürzliche Entlassung des stellvertretenden Bildungsministers nach dem PISA-Datenfehler und der Rücktritt des Generaldirektors der Mossos d'Esquadra, Josep Lluís Trapero. Um auf Veränderungen in der Arbeitswelt zu reagieren, kündigte Illa zudem die Einrichtung eines offiziellen Algorithmusregisters an, um künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz zu regulieren.


