Ikea investiert 1,2 Milliarden Euro in europäische Preissenkungen für 1.500 Produkte
Der schwedische Einzelhändler senkte ab dem 1. September 2026 die Preise in über 20 Ländern um bis zu 29 %, um rückläufigen Umsätzen und hohen Lebenshaltungskosten entgegenzuwirken.
Umfang der europäischen Preissenkungen
Ikea kündigte am 1. September 2026 eine Investition von 1,2 Milliarden Euro (1,39 Milliarden US-Dollar) in Preissenkungen in ganz Europa an, die mehr als 1.500 Produkte in über 20 Ländern betrifft. Die Initiative soll die Nachfrage nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit rückläufigen Umsätzen ankurbeln, da hohe Wohnkosten und anhaltende Inflation die Haushaltsausgaben für Wohnungseinrichtung einschränken. Produkte aus mehreren Kategorien werden durchschnittliche Preisnachlässe zwischen 15 % und 25 % erfahren, wobei jeder nationale Markt etwa 900 Artikel anpasst. Um Märkte außerhalb Europas zu unterstützen, die mit Währungsschwankungen und Inflation konfrontiert sind, hat die Ingka Group zusätzlich 70 Millionen Euro für Aktivitäten in Asien und Nordamerika bereitgestellt.
Die Lebenshaltungskosten steigen und es wird für viele Menschen immer schwieriger.
Länderspezifische Preisänderungen
Die Preissenkungen variieren je nach europäischem Markt und konzentrieren sich auf Aufbewahrungslösungen, Wohnzimmermöbel und Schlafzimmerserien. In Deutschland, Ikeas umsatzstärkstem Markt, betreffen die Reduzierungen über 1.500 Artikel mit durchschnittlich 20 %, darunter ein Rückgang von 27 % beim Besta-TV-Möbel und ein Preissturz des Poang-Sessels von 179 Euro auf 119 Euro. Im Vereinigten Königreich fiel das Billy-Regal um 28 %, das Trofast-Aufbewahrungsset um 24 %, die Alex-Schubladenbox von 70 Pfund auf 55 Pfund und das Kallax-Regal von 60 Pfund auf 49 Pfund. In Italien sanken die Preise um durchschnittlich 22 %, wobei Kallax-Aufbewahrungslösungen um bis zu 29 % und Besta-Rahmen um 26 % fielen.
- Italien (Kallax)
- 29 %
- Vereinigtes Königreich (Billy-Regal)
- 28 %
- Deutschland (Besta-TV-Möbel)
- 27 %
- Italien (Besta-Rahmen)
- 26 %
- Vereinigtes Königreich (Trofast-Aufbewahrung)
- 24 %
- Deutschland (Ikea 365+)
- 24 %
- Spanien (Durchschnittliche Senkung)
- 21 %
- Deutschland (Durchschnittliche Senkung)
- 20 %
In Spanien investieren die Ingka Group und Inter Ikea 53,4 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2027, um die Preise für 397 Artikel um durchschnittlich 21 % zu senken, darunter das Kivik-Sofa, die Brimnes-Serie und der Nissafors-Wagen. Ikea Irland führte ein 6-Millionen-Euro-Paket ein, das 457 Produkte um bis zu 25 % reduziert, darunter eine Standard-Doppelmatratze von 299 Euro auf 229 Euro und das Kallax-Regal von 70 Euro auf 59 Euro. Die Senkungen gelten bei europäischen Einzelhandelspartnern, darunter die Sarton Group auf den Balearen und Kanarischen Inseln, Mapa in der Türkei, Housemarket in Griechenland, Zypern und Bulgarien, die Miklatorg Group in Island und Inter Ikea Retail in den baltischen Staaten.
Ich bin fest davon überzeugt, dass dies keine einmalige Aktion ist. Wir werden weitermachen. Es ist eine langfristige Verpflichtung.
Anpassungen der Lieferkette und Ladenformate
Inter Ikea und die Ingka Group führten die Preisänderungen auf Fertigungseffizienz, Automatisierung und den Ausbau erneuerbarer Energien in den Produktionsstätten zurück. Die Neugestaltung von Produktlinien senkte die Logistikkosten, wobei Aktualisierungen der Pax-Kleiderschranklinie die Verpackungskosten um 70 % reduzierten. Inter Ikea betonte, dass Lieferanten nicht unter Kostendruck durch die niedrigeren Einzelhandelspreise geraten, da höhere Stückzahlen die geringeren Margen ausgleichen dürften. Wichtige Fertigungszentren in Polen, Italien, Litauen und Deutschland versorgen das europäische Netzwerk.
- Preissenkungen eingeführt, um die Kostensteigerungen in der Logistik nach der Pandemie auszugleichen
- Mehrjähriges Preissenkungsprogramm in Höhe von 2 bis 3 Milliarden Euro gestartet
- Eröffnung von sieben kleineren Stadtformat-Filialen in ganz Europa beginnt
- Ausrollen des 1,2 Milliarden Euro schweren europäischen Preissenkungspakets beginnt
Die Preisausrollung fällt mit Veränderungen der physischen Ladenfläche von Ikea zusammen. Der Einzelhändler hat seit Januar 2026 sieben kleinere Stadtfilialen in Europa eröffnet und sich damit von seinem traditionellen Vorstadt-Großmarktformat entfernt. Die Initiative folgt auf frühere Senkungen nach der Pandemie, darunter Preissenkungen im Jahr 2023 und zwischen 2 Milliarden und 3 Milliarden Euro, die seit 2024 für Preissenkungen ausgegeben wurden. Die Gesamtjahresergebnisse für das im August endende Geschäftsjahr werden die neuen Kürzungen noch nicht widerspiegeln, die finanziellen Auswirkungen werden für den kommenden Berichtszeitraum erwartet.


