ICE-Beamte sollen mexikanischen Bauarbeiter in Houston absichtlich angefahren haben
Ein von ICE-Beamten gesteuerter SUV hat am Samstag, dem 10. Oktober, in Houston einen 48-jährigen mexikanischen Bauarbeiter angefahren, wie sein Anwalt angibt. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher schwerer Körperverletzung eingeleitet, während ICE erklärt, man habe einen Beifahrer mit Vorstrafe verfolgt.
Vorfall am Samstag in Houston
Beamte der Einwanderungsbehörde ICE fuhren bei einem Einsatz in Houston, Texas, einen dunklen SUV, als das Fahrzeug am Samstag, dem 10. Oktober, einen 48-jährigen mexikanischen Bauarbeiter anfuhr. Der Mann war auf dem Weg zur Arbeit und gerade aus seinem eigenen Fahrzeug ausgestiegen, als Überwachungsaufnahmen zeigen, wie der SUV ihn erfasst. Sein Anwalt Kim Bruno erklärte am Montag, dem 12. Oktober, der Vorfall sei kein Unfall gewesen, sondern absichtlich geschehen. Der ICE-Einsatz war Teil der Verhaftungs- und Abschiebungsoffensive der Behörde gegen Migranten ohne legalen Status unter Präsident Donald Trump.
- Ein ICE-SUV erfasst am Samstag in Houston, Texas, einen 48-jährigen mexikanischen Bauarbeiter
- Der Anwalt des Opfers erklärt, der SUV habe ihn absichtlich angefahren
Verletzungen und Operation
Cesar Espinosa, Direktor der Menschenrechtsorganisation FIEL Houston, sagte, der Mann habe Verletzungen an der Hüfte und knapp unterhalb des Knies sowie einen gebrochenen Knöchel. Er sei bereits am verletzten Bein operiert worden. Espinosa zufolge sind mehrere weitere Operationen geplant, um das Bein wiederherzustellen. Die Verletzungen sind der bislang schwerste gemeldete Schaden in diesem Fall, und die beschriebene Behandlung dürfte sich noch über längere Zeit hinziehen.
Staatsanwaltschaft und die Darstellung von ICE
Der Bezirksstaatsanwalt von Harris County, Sean Teare, hat ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher schwerer Körperverletzung mit einer tödlichen Waffe eingeleitet. Teare sagte dem Houston Chronicle, mehrere Ermittler mit jahrzehntelanger Erfahrung bei Zusammenstößen zwischen Fahrzeugen und Fußgängern hätten die Aufnahmen geprüft und glaubten nicht, dass es sich um einen versehentlichen Zusammenstoß gehandelt habe. Einwanderungsbeamte erklärten gegenüber Houston Public Media, der Mann sei vor ein ICE-Fahrzeug gelaufen, als er erfasst wurde. ICE gibt an, der Einsatz habe der Festnahme eines Beifahrers im Fahrzeug des Opfers gegolten, der eine Vorstrafe habe.
Breitere Kritik an der Vorgehensweise von ICE
ICE spielt eine zentrale Rolle bei der harten Linie der Trump-Regierung gegen irreguläre Einwanderung, und die Behörde steht wegen ihrer Festnahmen, Abschiebungen und Methoden unter Druck, die Kritiker als brutal beschreiben. ICE-Beamte sind schwer bewaffnet und meist maskiert, und ihre Methoden stoßen in den gesamten Vereinigten Staaten auf starken Widerstand. Im Januar erschossen ICE-Beamte in Minneapolis zwei US-Bürger, eine unbewaffnete Autofahrerin und einen Mann, der am Rande einer Abschieberazzia erschossen wurde. In einem separaten Fall in New York schossen ICE-Beamte auf einen Mann in seinem Auto, in dem sich auch ein fünfjähriges Kind befand – ein Vorfall, der Proteste auslöste.


