
ICE vergibt 16,7-Millionen-Dollar-Auftrag über 6.000 Elektroschock-Handschuhe
Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde hat einen freihändigen Auftrag mit Compliant Technologies abgeschlossen, um Beamte in den nächsten sechs Monaten mit tragbaren Elektroschockgeräten auszustatten.
Vertragsdetails und Gerätespezifikationen
Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE hat einen freihändigen 16,7-Millionen-Dollar-Auftrag an Compliant Technologies LLC vergeben, einen in Kentucky ansässigen Hersteller, der von Militärveteranen gegründet wurde, um 6.000 Paar Elektroschock-Handschuhe zu beschaffen. Die Vereinbarung umfasst die Lieferung der Geräte sowie Unterstützungsausrüstung und Dienstleistungen über die nächsten sechs Monate. Das unter dem Akronym G.L.O.V.E. bekannte Gerät fungiert als normaler Streifenhandschuh, bis ein Beamter einen Knopf drückt, um einen elektrischen Schlag von 380 Volt auszulösen. Im Gegensatz zu einem Taser erfordert das Gerät direkten physischen Kontakt mit der Haut einer Person, um einen Impuls abzugeben, der viermal schwächer ist als herkömmliche Elektroschocker und ein vom Hersteller als mit einem Bienenstich vergleichbares Gefühl erzeugt. Der elektrische Impuls dauert einige Sekunden und soll sofortige Compliance von Personen erwirken, die sich einer Festnahme widersetzen. Compliant Technologies empfiehlt Beamten, die Handschuhe nicht bei Kindern, schwangeren Frauen, älteren Menschen oder Menschen mit Behinderungen einzusetzen.
Kongressopposition und Sicherheitsbedenken
Die Beschaffung erfolgte trotz formalen Widerstands demokratischer Abgeordneter und Bürgerrechtsorganisationen, die auf frühere Fälle übermäßiger Gewaltanwendung bei Einwanderungsdurchsetzungsoperationen verwiesen. Der Plan wurde erstmals Anfang August 2026 öffentlich, als ICE eine vorläufige Mitteilung über seine Absicht veröffentlichte, leitfähige Distraktions- und Deeskalationsausrüstung zu erwerben. Stunden bevor ICE die endgültige Auftragsmitteilung am 27. August 2026 veröffentlichte, sandte eine Gruppe von 16 demokratischen Senatoren unter Führung von Catherine Cortez Masto aus Nevada einen formellen Brief an den amtierenden Direktor der Behörde, in dem sie die sofortige Stornierung der Bestellung forderten. Die Senatoren verwiesen auf Durchsetzungskontroversen in mehreren Jurisdiktionen, darunter Minneapolis, Chicago, Los Angeles, Houston und Orte in Maine, wo Konfrontationen zwischen Agenten und Demonstranten zu schwerwiegenden Folgen führten, darunter der Tod von zwei US-Bürgern bei Demonstrationen in Minnesota im Januar 2026.
Der eklatante und tragische Missbrauch von Gewalt in Los Angeles, Chicago, Minneapolis, Houston, Maine und anderen Orten im ganzen Land wirft erhebliche Zweifel an der fachlichen Fähigkeit der Behörde auf, ein neues Werkzeug sicher einzusetzen, das verwendet werden könnte, um Amerikaner ohne Grund zu verletzen.
Weitere Einwände wurden von einem demokratischen Abgeordneten aus Mississippi und der American Civil Liberties Union erhoben, die argumentierten, dass das Personal der Behörde häufig mit begrenzter Aufsicht und unzureichender Ausbildung operiere.
Operativer Einsatz und Behördenquoten
ICE verteidigte die Beschaffung als notwendiges nicht-tödliches Deeskalationsmittel, das speziell für konfliktreiche Feldeinsätze konzipiert sei. Die behördliche Dokumentation spezifiziert, dass Beamte und Ermittler die Handschuhe bei Festnahmen, dem Transport widerspenstiger Häftlinge und der Bewältigung ziviler Unruhen außerhalb von Hafteinrichtungen einsetzen werden. Die Beschaffung fällt mit erhöhten operativen Anforderungen zusammen, da das Weiße Haus eine Behördenquote von 2.000 Festnahmen pro Tag zur Unterstützung von Präsident Donald Trumps Einwanderungsdurchgreifen festgelegt hat. Ein Sprecher des Heimatschutzministeriums erklärte, dass die Behörde kontinuierlich den Bedarf an Feldausrüstung evaluiere, um sicherzustellen, dass das Personal undokumentierte Einwanderer sicher festnehmen und abschieben könne. Neben der physischen Compliance bieten die Handschuhe einen visuellen Vorteil bei öffentlichen Begegnungen, da sie keine sichtbaren Spuren auf der Haut hinterlassen und auf Smartphone-Aufnahmen von Umstehenden weit weniger Aufmerksamkeit erregen als Taser, Pfefferspray oder Schlagstöcke.
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