Huthi-Raketen treffen Jemens Präsidentenpalast in Aden, zwei Wachleute getötet
Fünf ballistische Raketen trafen am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, den al-Maashiq-Palast, den Sitz der international anerkannten Regierung Jemens. Der Premierminister und weitere Minister blieben nach Angaben unverletzt, während die von Beamten genannten Opferzahlen voneinander abweichen.
Raketen treffen den Präsidentenpalast in Aden
Huthi-Rebellen feuerten am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, ballistische Raketen auf den al-Maashiq-Palast in Aden und griffen damit den Sitz der international anerkannten Regierung Jemens an. Informationsminister Moammar al-Eryani sagte, fünf ballistische Raketen hätten den Palast getroffen, und erklärte gegenüber der BBC, der Premierminister und weitere Minister seien unverletzt geblieben, viele andere jedoch verletzt worden. Rauch stieg aus der Umgebung des Palastes auf, und Korrespondenten von Al Jazeera berichteten von Explosionen in der Nähe am selben Tag. Das Ausmaß der Schäden am Palastkomplex war in den ersten Berichten noch nicht bekannt.
Opferzahlen weichen voneinander ab
Die Zahl der Toten hängt davon ab, welche offizielle Quelle zitiert wird. Al-Eryani sagte, zwei Sicherheitskräfte seien getötet worden, und Europa Press berichtete, die Regierung habe zwei getötete und sechs verletzte Wachleute bestätigt. Von ANSA zitierte militärische Regierungsquellen nannten vier Tote und zehn Verletzte, und ein portugiesischsprachiger Bericht gab die Zahl ebenfalls mit mindestens vier Toten und zehn Verletzten an. Dieser Bericht schrieb die beiden Todesfälle den Leibwächtern von Premierminister Shaya al-Zindani zu. Die Zahlen stammen aus am Donnerstag veröffentlichten Berichten und sind daher als frühe Zählungen zu lesen.
Huthi-Behauptungen und saudische Ziele
Der militärische Sprecher der Huthis, Yahya Saree, sagte, die Gruppe habe das "Hauptquartier der Militäroperationen des saudischen Feindes in Aden" ins Visier genommen, und von den Huthis betriebene Medien nannten Waffendepots unter den Zielen. In seiner Erklärung stellte Saree den Angriff als Teil einer erklärten Politik dar:
Der Angriff auf das Hauptquartier der Militäroperationen des saudischen Feindes in Aden erfolgt im Rahmen der erklärten Politik, Konzentrationen saudischer Streitkräfte anzugreifen, wo immer sie sich befinden.
Saudi-Arabien erklärte, es habe eine auf Medina gerichtete Rakete abgefangen. Der Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Koalition, Turki al-Maliki, sagte, der König-Khalid-Flughafen in Riad sei in einem Zeitraum von elf Tagen mindestens 20 Huthi-Angriffen ausgesetzt gewesen, zudem seien Dutzende weitere Flughäfen, Ölanlagen und Häfen angegriffen worden. Er zeigte Aufnahmen von Angriffen auf den Hauptflughafen, wo Passagiere zu sehen waren, die in Sicherheit flohen. Die New York Times berichtete, Saudi-Arabien beschuldige den Iran, den eskalierenden Krieg anzuheizen.
Kämpfe greifen auf Taiz und die Küste über
Die Kämpfe zwischen den Huthis und den von Saudi-Arabien unterstützten Kräften intensivierten sich in Taiz, das die Huthis faktisch belagern. Al Jazeera wies darauf hin, dass die Kontrolle über Taiz, Jemens drittgrößte Stadt, einer Seite die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandeb verschaffen würde. Die regierungstreue Homeland Shield Force erklärte, sie wehre einen Huthi-Angriff auf den Flughafen Dhubab ab und sichere den Flughafen gemeinsam mit den Southern Giants Brigades. Notícias ao Minuto berichtete, die Huthis hätten Anfang September eine große Offensive gestartet, um die Westküste des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen, und saudische Kampfflugzeuge leisteten den Regierungstruppen Luftunterstützung, die versuchten, strategisches Gebiet am Roten Meer zurückzuerobern.
- Huthis starten eine große Offensive, um die Westküste Jemens unter ihre Kontrolle zu bringen
- Ballistische Raketen der Huthis treffen den al-Maashiq-Palast in Aden
Regierung und weiterreichende Spannungen
Die Regierung erklärte, Premierminister al-Zindani und weitere Minister seien in Sicherheit. Von dem portugiesischsprachigen Bericht zitierte Quellen gaben an, der Vorsitzende des Präsidialrats, Rashad al-Alimi, und weitere Ratsmitglieder hielten sich in Riad und an anderen Orten im Jemen auf. Der Präsidialrat hat acht Mitglieder und arbeitet seit Jahren von Riad aus, wie die New York Times berichtete. Der Korrespondent von Al Jazeera in Sanaa sagte, im Land wachse die Angst vor einem umfassenden Bürgerkrieg, der über Saudi-Arabien hinaus regionale Mächte hineinziehen könnte. Iranische Berichte beschrieben einen brennenden Öltanker im Golf von Oman, einen Tag nachdem am 14. Oktober ein Frachtschiff in der Straße von Hormus nach dem Aufprall auf eine Mine gesunken war.