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Kurz gefasst

  • Drei ballistische Raketen trafen am 19. Oktober das Lager al-Alam in Schabwa. Die Provinzbehörden von Schabwa beziffern die Zahl auf mehr als 53 getötete Rekruten und mehr als 200 Verletzte.

  • Die AP zitierte Beamte, die von mindestens 20 getöteten Soldaten sprachen, die NYT zitierte den Armeesprecher mit mindestens 47, und die AFP berichtete von mindestens 50 Toten. Die Angaben zu den Verletzten reichen von mehr als 100 bis mehr als 200.

  • Rashad al-Alimi versprach eine harte Antwort und bat UN-Generalsekretär António Guterres am 19. Oktober, die Houthis als ausländische terroristische Organisation einzustufen.

  • Ein von Saudi-Arabien geführter Luftangriff am Sonntag, dem 18. Oktober, tötete nach Angaben des von den Houthis geführten Gesundheitsministeriums mindestens neun Menschen in Saada, darunter fünf Kinder. Bewohner von Riad erhielten am 19. Oktober eine Warnung vor einer feindlichen Luftbedrohung.

AtaqAdenSaada
Ataq, Aden, Saada, Riad · Jemen, Saudi-Arabien
Wie es dazu kam
  1. 18.10.Von Saudi-Arabien geführter Luftangriff in Saada tötet nach Angaben des von den Houthis geführten Gesundheitsministeriums mindestens neun Menschen, darunter fünf Kinder und zwei Frauen
  2. 19.10.Drei ballistische Raketen treffen während einer Morgenübung das Ausbildungslager al-Alam in Schabwa
  3. Montag, 19. Oktober 2026Bewohner von Riad erhalten eine Warnung vor einer feindlichen Luftbedrohung, ähnliche Warnungen in Al-Kharj

Raketen treffen ein Rekrutenlager in Schabwa

Nach Angaben der jemenitischen Streitkräfte feuerten Houthi-Kräfte am 19. Oktober drei ballistische Raketen auf das Lager al-Alam in der Provinz Schabwa und trafen ein Ausbildungszentrum für Sicherheits- und Polizeirekruten. Das Lager liegt im Distrikt Jardan nördlich der Provinzhauptstadt Ataq, an einer Route in Richtung der regierungskontrollierten Provinz Marib und nahe den Versorgungslinien der Regierungstruppen. Oberst Majed al-Nuzaili, der Armeesprecher, bestätigte die Abschüsse in sozialen Medien, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Vier Regierungs- und Medizinvertreter erklärten gegenüber Reuters, der Angriff habe während einer Morgenübung stattgefunden. Die von den Houthis betriebene Nachrichtenagentur Saba erklärte, die Gruppe habe auf dem Lager nach eigenen Angaben saudische „Truppenansammlungen“ zum Ziel genommen und Rekruten nicht erwähnt.

Opferzahlen unterscheiden sich je nach Quelle

Die Zahl der Toten hat sich im Laufe des Tages verändert und schwankt zwischen den Medien stark. Die Provinzbehörden von Schabwa erklärten, mehr als 53 Rekruten seien getötet und mehr als 200 verletzt worden; der Guardian berichtete von mindestens 53 Toten. Ein früherer Bericht der AP zitierte anonyme Beamte, die die Zahl auf nicht weniger als 20 Soldaten bezifferten, während die NYT den Armeesprecher mit der Angabe zitierte, mindestens 47 seien getötet und 53 verletzt worden. Ein Regierungsvertreter sagte der AFP, mindestens 50 seien tot und mehr als 100 verletzt. Die Krankenhäuser in Schabwa waren überlastet, sodass die am schwersten Verletzten nach Aden, Hadramaut und Al Mukalla gebracht wurden. Der stellvertretende Gouverneur von Schabwa, Fahd Al-Khulaifi, sagte der NYT in einem Telefoninterview:

„Die Zahl der Märtyrer ist sehr hoch und dürfte weiter steigen.“

Fahd Al-Khulaifi
Gemeldete Tote im Lager al-Alam nach Quelle, 19. Oktober 2026Personen
Behörden Schabwas (mehr als)53
Jemenitischer Armeesprecher (mindestens)47
AFP, Regierungsvertreter (mindestens)50
AP, anonyme Beamte (mindestens)20
Behörden Schabwas (mehr als)
53 Personen
Jemenitischer Armeesprecher (mindestens)
47 Personen
AFP, Regierungsvertreter (mindestens)
50 Personen
AP, anonyme Beamte (mindestens)
20 Personen

Daten aus dem Artikeltext

Reaktion der Regierung und Forderungen nach Einstufung als Terrororganisation

Rashad al-Alimi, Vorsitzender des Präsidialrats, sagte, die Toten seien neue Rekruten aus dem ganzen Land, und versprach eine harte Antwort. Er telefonierte am 19. Oktober mit UN-Generalsekretär António Guterres und bat die Vereinten Nationen, die Houthis als ausländische terroristische Organisation einzustufen. Alimi stellte den Angriff als Teil dessen dar, was er das Muster terroristischer Anschläge der Houthi-Milizen nannte, sobald diese unter Druck gerieten. Die Provinzbehörde von Schabwa bezeichnete den Angriff als offenen Angriff auf die Provinz, und Gouverneur Awad bin Al-Wazir besuchte die Verletzten im Krankenhaus. Eine Untersuchung soll klären, wie so viele Soldaten dem Raketenfeuer schutzlos ausgesetzt werden konnten.

„Die gezielte Attacke auf Rekruten stellt eine militärische Eskalation und einen offenen Angriff auf die Sicherheit der Provinz dar.“

Provinzbehörde von Schabwa

Eine weitere Eskalation mit Saudi-Arabien

Der Krieg wurde wieder aufgenommen, nachdem die Vereinigten Staaten und Israel Ende Februar den Iran angegriffen hatten, den wichtigsten Unterstützer der Houthis. Mitte September begann die Gruppe, entlang der Küste des Roten Meeres nach Süden in Richtung der Wasserstraße Bab al-Mandab vorzurücken. Ein von Saudi-Arabien geführter Luftangriff am Sonntag, dem 18. Oktober, tötete nach Angaben des von den Houthis geführten Gesundheitsministeriums mindestens neun Menschen in Saada, darunter fünf Kinder und zwei Frauen. Ein Angriff auf den Flughafen von Riad Anfang Oktober tötete 13 Menschen und verletzte mehr als 300. Am 19. Oktober erhielten Bewohner von Riad eine Nachricht mit einer Warnung vor einer feindlichen Luftbedrohung, und ähnliche Warnungen wurden in Al-Kharj ausgegeben, wo der Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan liegt. Die saudi-arabischen Behörden beschuldigten Teheran, die Eskalation zu fördern, und erklärten, die Houthis hätten einen saudi-arabischen Vorschlag für Gespräche in Maskat abgelehnt. Die Berichte darüber, ob die Gruppe den Angriff auf Schabwa für sich reklamierte, gehen auseinander: Einige berichten, sie habe ihn beansprucht und als gegen saudische Truppen gerichtet dargestellt, andere, es sei kein Bekenntnis abgegeben worden.

Wie es weitergeht

Schabwa verfügt über bedeutende Öl- und Gasfelder und das LNG-Terminal Balhaf, die größte Energieanlage des Landes. Ein militärischer Regierungsvertreter sagte gegenüber RTE, die Armee befürchte, die Angriffe könnten den Weg für eine Bodenoffensive ebnen, ähnlich der Einnahme von Mocha durch die Houthis. Derselbe Vertreter sagte, die Houthis hätten die Straße gekappt, die Schabwa mit der von den Houthis kontrollierten Provinz Al-Baida verbindet. Die Regierung hat eine Antwort versprochen, und eine Untersuchung zur Schutzlosigkeit der Truppen ist geplant. Houthi-Kräfte haben zudem die Straße zwischen dem regierungsgeführten Schabwa und dem von den Houthis regierten Gouvernement Baida gekappt.

Dieser Artikel gehört zu einem Strang

Der Nahe Osten nach Gaza

Was sich seit diesem Eintrag geändert hat:

  1. 19.10Huthi-Raketen trafen am 19. Oktober das Lager al-Alam in Schabwa, 18 bis 30 Tote gemeldet
  2. 19.10Berichten zufolge hat die Eskalation den Jemen-Waffenstillstand von 2022 gebrochen
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Weiter in der heutigen Ausgabe

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Quellen und Kontext

  • The New York Timesvor 1 Std.Huthi-Angriffe töten Dutzende in jemenitischem Wüstenmilitärlager, sagen BeamteHouthi Strikes Kill Dozens in Yemeni Desert Military Camp, Officials Say · Original auf Englisch
  • The Guardianvor 1 Std.Huthi-Angriff tötet 53 Menschen bei größtem einzelnen Verlust an Menschenleben seit Wiederaufnahme des Jemen-BürgerkriegsHouthi attack kills 53 in biggest single loss of life since Yemen civil war reignited · Original auf Englisch
  • Notícias ao Minutovor 1 Std.Riad warnt Bevölkerung vor LuftbedrohungRiade alerta população sobre ameaça aérea · Original auf Portugiesisch
  • Der Tagesspiegelvor 1 Std.Überforderte Kliniken in Schabwa: Mindestens 50 Tote nach Huthi-Angriff auf Armeestützpunkt im Jemen
Rashad al-Alimi
Vorsitzender des jemenitischen Präsidialrats, der eine harte Antwort auf den Angriff versprach
António Guterres
UN-Generalsekretär, den Alimi bat, die Houthis als ausländische terroristische Organisation einzustufen

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Raketen treffen ein Rekrutenlager in SchabwaRaketen treffen ein Rekrutenlager in SchabwaOpferzahlen unterscheiden sich je nach QuelleOpferzahlen unterscheiden sich je nach QuelleReaktion der Regierung und Forderungen nach Einstufung als TerrororganisationReaktion der Regierung und Forderungen nach Einstufung als TerrororganisationEine weitere Eskalation mit Saudi-ArabienEine weitere Eskalation mit Saudi-ArabienWie es weitergehtWie es weitergeht

Auf Grundlage von Berichten von

The New York Times, The Guardian, Notícias ao Minuto, Der Tagesspiegel, Le Monde.fr, RTE.ie, Spiegel Online, AP NEWS

Liste der Quellen
StrangDer Nahe Osten nach Gaza

Konflikte · Ataq, Aden und Saada

Houthi-Raketenangriff auf jemenitisches Ausbildungslager tötet mindestens 53 Menschen, sagen Behörden

Drei ballistische Houthi-Raketen trafen am 19. Oktober ein Ausbildungszentrum für Sicherheitsrekruten in der Provinz Schabwa; nach Behördenangaben wurden mehr als 200 Menschen verletzt. Bewohner von Riad erhielten am selben Tag eine Warnung vor einer feindlichen Luftbedrohung.

Ataq
Aden
Saada

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