
Tschechischer Zug von Hamburg nach Prag verliert nach Sturm Strom – Hunderte in 50°C Hitze eingeschlossen
Ein Zug der Tschechischen Bahn von Hamburg nach Prag blieb am Samstagabend in Brandenburg nach einem Sturm, der einen Baum auf die Oberleitung stürzte, liegen. 630 Fahrgäste saßen ohne Klimaanlage und bei Temperaturen bis zu 50°C fest.
Ein voll besetzter Zug der Tschechischen Bahn auf der Strecke von Hamburg nach Prag kam am Samstagabend im brandenburgischen Landkreis Prignitz zum Stehen, nachdem ein Sturm einen Baum auf die Oberleitung gestürzt hatte. Der Vorfall ließ rund 630 Fahrgäste stundenlang ohne Strom, Klimaanlage und funktionierende Türen zurück – während Europa unter einer schweren Hitzewelle leidet.
Der Vorfall
Kurz nach dem Sturm am Samstagabend verlor der Zug die gesamte Stromversorgung. Ohne Strom fiel die Klimaanlage aus und die Türen blieben verriegelt. Die Einsatzkräfte mussten Bäume wegschneiden, um den Zug zu erreichen und die Türen gewaltsam zu öffnen. Die Regionalzeitung Märkische Allgemeine berichtete als erste über den Vorfall.
Rettungsmaßnahmen
Die Feuerwehr evakuierte vorrangig Kinder, Schwangere und ältere Fahrgäste, während die Übrigen an Bord blieben. Nach mehreren Stunden, kurz vor 23:00 Uhr, traf eine Diesellok ein und schleppte den havarierten Zug nach Karstädt. Dort stellte sich heraus, dass der Zug seine Fahrt nicht fortsetzen konnte. Die Behörden richteten eine Notunterkunft in einer Sporthalle ein, wo die Fahrgäste die Nacht verbrachten.
- Sturm bringt Baum auf Oberleitung nahe Karstädt, Zug von Hamburg nach Prag fällt aus
- Rettungskräfte schneiden Bäume frei und öffnen Türen gewaltsam; Kinder, Schwangere und Ältere zuerst evakuiert
- Kurz vor 23:00 Uhr schleppt Diesellok den Zug zum Bahnhof Karstädt
- Etwa 500 Fahrgäste mit Bussen zum Bahnhof Karstädt gebracht, reisen mit ICE-Zügen der Deutschen Bahn weiter
Hitze und Krankenhauseinweisungen
Im Inneren des gestrandeten Zuges stiegen die Temperaturen dramatisch an. Der Kreisbrandmeister Christian Reisinger schätzte die Hitze auf etwa 40 Grad Celsius, während die Märkische Allgemeine von Werten bis zu 50 Grad berichtete. Drei Personen wurden mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus eingeliefert. Deutschland und weite Teile Europas leiden seit Tagen unter einer rekordverdächtigen Hitzewelle.
Die Temperaturen im Inneren erreichten etwa 40 Grad Celsius.
Weiterreise
Am Sonntagmorgen brachten örtliche Busse etwa 500 Menschen zum Bahnhof Karstädt. Von dort konnten die Fahrgäste ihre Reise mit zwei ICE-Hochgeschwindigkeitszügen der Deutschen Bahn fortsetzen. Der Zug der Tschechischen Bahn war nicht mehr fahrbereit.


