
Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann fordert Schüler auf, nicht aufzugeben – und verweist auf eigenen Karriereumweg
Zum Start des neuen Schuljahres zog Brandenburgs Bildungsminister aus seiner Erfahrung, eine Ausbildung abgebrochen und später über den zweiten Bildungsweg einen Abschluss erlangt zu haben.
Ermutigung zum neuen Schuljahr
Zum Beginn des neuen Schuljahres in Brandenburg riet der Landesbildungsminister den Schülern, auch in schwierigen Phasen Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu bewahren. Gordon Hoffmann, Mitglied der Christlich Demokratischen Union (CDU), wandte sich über die Deutsche Presse-Agentur an die Schüler. Er stellte fest, dass Schüler oft Phasen erleben, in denen die schulischen Leistungen nachlassen, forderte sie jedoch auf, ihre Ziele nicht aufzugeben. Hoffmann erklärte, dass das Bildungssystem in Deutschland vielfältige Möglichkeiten biete, den Kurs zu korrigieren, und wies darauf hin, dass Einzelpersonen eine zweite, dritte oder vierte Chance erhalten könnten, ihre Entwicklung in die richtige Richtung zu lenken. Er betonte, dass die Schüler ihre eigene Bereitschaft zum Handeln und zur Investition von Mühe in ihr Studium zeigen müssten, wenn sie von diesen institutionellen Wegen profitieren wollten.
Selbst wenn Sie sich in einer Phase befinden, in der es nicht gut läuft: Geben Sie nicht auf, bleiben Sie dran! Und verlieren Sie nicht die Hoffnung.
Persönliche Rückschläge und Ausbildungsabbruch
Hoffmann stützte seinen Appell auf seine eigene persönliche und akademische Geschichte, da er als Schüler eine turbulente Zeit durchlebt hatte. Der gebürtige Prignitzer gab zuvor zu, dass er während seiner Schulzeit faul war und seinen Zehntklassabschluss nur knapp bestand. Seine schlechten schulischen Leistungen brachten ihn in die Nähe eines Jugendlichen ohne Schulabschluss. Nach der Schule begann Hoffmann eine Berufsausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Trotz Fortschritten im praktischen Lehrplan entschied er sich, die Lehre kurz vor den Abschlussprüfungen abzubrechen.
Ich rate jedem Schüler, sich tatsächlich anzustrengen. Das habe ich damals nicht getan, und ich denke, es war nicht selbstverständlich, dass ich die Kurve gekriegt habe.
Zweiter Bildungsweg und politische Karriere
Nachdem er seine technische Ausbildung abgebrochen hatte, baute Hoffmann seine berufliche Laufbahn über das deutsche System des zweiten Bildungswegs wieder auf. Er besuchte ein Fachgymnasium mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik. Darauf aufbauend absolvierte er später ein Hochschulstudium der Sozialen Arbeit. Hoffmann trat anschließend in den öffentlichen Dienst und in die Politik ein und wurde 2009 in den Brandenburger Landtag gewählt. Nach seiner parlamentarischen Tätigkeit wurde er Anfang dieses Jahres zum Bildungsminister Brandenburgs ernannt.
- Besteht den Zehntklassabschluss nach schulischen Schwierigkeiten nur knapp
- Bricht die Ausbildung zum Anlagenmechaniker kurz vor den Prüfungen ab
- Schließt Studien in Sozialpädagogik und Sozialer Arbeit ab
- Wird in den Brandenburger Landtag gewählt
- Wird zum Bildungsminister Brandenburgs ernannt
Gedanken zu Bildungsumwegen
Rückblickend auf seine Karriere bezeichnete Hoffmann den von ihm eingeschlagenen Weg als einen beträchtlichen Umweg, der unnötige Mühen erforderte. Er erklärte, dass das Bildungssystem den Menschen zwar erlaube, ihr Leben neu auszurichten, dass frühe Anstrengungen jedoch solche komplizierten Wege überflüssig machten. Hoffmann stellte fest, dass der Erfolg trotz früherer Misserfolge in seinem eigenen Fall keineswegs garantiert gewesen sei. Er forderte die aus den Sommerferien zurückkehrenden Schüler auf, sich von Beginn des Schuljahres an anzustrengen, anstatt sich auf spätere Korrekturen zu verlassen.
Es war ein beträchtlicher Umweg, den ich gemacht habe. Rückblickend hätte ich mir den sehr gerne erspart.


