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Sicherheit·vor 3 Std.

Italienischer Höhlenforscher, 20, nach 12-stündigem Albtraum aus 120 Metern Tiefe in der Grotta dei Cinghiali Volanti im Piemont gerettet

Ein 20-jähriger Höhlenforscher aus Ligurien wurde am frühen Montagmorgen nach einer groß angelegten Nachtaktion gerettet, bei der sein Bein von einem 250-Kilo-Felsbrocken in der Grotta dei Cinghiali Volanti bei Garessio in Italien befreit wurde.

Eine komplexe, regionsübergreifende Rettungsaktion endete am Montag, dem 1. Juni 2026, um 5:40 Uhr erfolgreich und befreite einen 20-jährigen Höhlenforscher, der über 12 Stunden in 120 Metern Tiefe in der Grotta dei Cinghiali Volanti (Fliegende Eber-Höhle) in der Gemeinde Garessio in der Provinz Cuneo, Piemont, eingeschlossen war.

Der Unfall

Der junge Mann, ein Ligurier, war am Sonntagnachmittag mit einer Gruppe unterwegs, als sich ein großer Felsbrocken, der von einigen Berichten auf rund 250 Kilogramm geschätzt wird, beim Vorbeigehen löste und sein Bein einklemmte. Seine Begleiter, die die Höhle verlassen konnten, schlugen gegen 17:00 Uhr Alarm. Der Höhlenforscher blieb während des gesamten Vorfalls bei Bewusstsein und kooperativ, unterstützt aus der Ferne durch medizinisches Personal des nationalen Alpen- und Höhlenrettungskorps (CNSAS), das speziell für solche Umgebungen ausgebildet ist.

Die Rettungsaktion

Insgesamt 42 technische Spezialisten des CNSAS aus den Regionen Piemont, Ligurien und Lombardei wurden eingesetzt, darunter acht medizinische Fachkräfte und acht „Disostruttori“ – Techniker, die auf komplexe unterirdische Eingriffe spezialisiert sind. Das erste Rettungsteam erreichte den Unfallort innerhalb einer Stunde, stieg zum eingeschlossenen Höhlenforscher hinab und richtete eine Telefonleitung ein, um den Kontakt zur Oberfläche aufrechtzuerhalten. Die Bemühungen konzentrierten sich darauf, den Felsbrocken zu verkleinern und enge Durchgänge im Höhlensystem zu erweitern, um eine mögliche Tragenevakuierung zu ermöglichen.

Die Möglichkeit, dass der Verletzte während der Evakuierung aktiv mitarbeiten konnte, machte die Rettungsarbeiten schneller und einfacher.

CNSAS rescuers

Medizinische Beurteilung und Bergung

Nach der Entfernung des Felsbrockens wurde im Inneren der Höhle ein kleines medizinisches Lager eingerichtet, um eine gründliche Untersuchung durchzuführen. Der klinische Zustand des Höhlenforschers wurde insgesamt als gut eingeschätzt, und er benötigte keinen Transport auf einer Trage. Seine Fähigkeit, während der Evakuierung aktiv zu helfen, beschleunigte den Ausstieg, obwohl die Operation aufgrund der Komplexität der unterirdischen Umgebung noch mehrere Stunden dauerte. Er wurde an medizinisches Personal übergeben und zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Zeitleiste der Rettungsaktion
  1. Alarm von den Begleitern des Höhlenforschers ausgelöst, nachdem ein Felsbrocken in 120 m Tiefe sein Bein einklemmt.
  2. Erstes Rettungsteam erreicht den Unfallort und stellt Kontakt mit dem eingeschlossenen Höhlenforscher her.
  3. 42 Spezialisten arbeiten aktiv daran, den Felsbrocken zu verkleinern und Höhlengänge für eine mögliche Tragenevakuierung zu erweitern.
  4. Felsbrocken ist entfernt; ein medizinisches Lager wird im Inneren der Höhle eingerichtet, um den Zustand des Höhlenforschers zu beurteilen.
  5. Rettungsoperation endet erfolgreich; der Höhlenforscher wird lebend geborgen und ins Krankenhaus gebracht.

Das Höhlensystem

Die Grotta dei Cinghiali Volanti ist Teil des Karstgebietes Rocca d'Orse im Val d'Inferno, einer rauen Region, die von Wanderern, Geologen und Höhlenforschungsteams für Forschung und Erkundung aufgesucht wird. Die Höhle wurde im Herbst 2007 vom Speleo Club Tanaro entdeckt und verfügt über ein ausgedehntes unterirdisches Netzwerk, das sich unter der Garb della Donna Selvaggia, einer weiteren Höhle in der Gegend, erstreckt.

Behördeneinsatz mehrerer Organisationen

Neben den 42 CNSAS-Spezialisten waren an der Operation die Carabinieri, der Hubschrauberrettungsdienst der Azienda Zero der Region Piemont – der den Transport von Personal und Material in der Höhe unterstützte – sowie freiwillige Feuerwehrleute aus Garessio und die SAF-Einheit (Speleo-Alpine-Fluvial) von Cuneo beteiligt. Insgesamt nahmen 53 alpine und höhlenforschende Rettungstechniker aus verschiedenen italienischen Regionen an dem Einsatz teil.

Garessio

8 Quellen

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