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Kurz gefasst

  • Ein internationales Team aus Spanien, den USA und Deutschland veröffentlichte die Studie in der Zeitschrift Science und verwendete Computermodelle auf Basis ethnografischer Daten von 171 Jäger-und-Sammler-Gesellschaften.

  • Der Höhepunkt der sprachlichen Vielfalt lag etwa zwischen 1000 v. Chr. und 1000 n. Chr., mit möglicherweise 50.000 gesprochenen Sprachen – zehnmal so viele wie im frühen Holozän.

  • Zu Beginn des Holozäns vor 12.000 Jahren gab es nur 4.500 bis 6.200 Sprachen, weniger als die heutigen 7.500.

  • Landwirtschaft und technologische Innovationen ermöglichten Bevölkerungswachstum, das über Jahrtausende die Zunahme der sprachlichen Vielfalt vorantrieb.

  • Die Expansion großer Staaten und Imperien führte zu einem raschen Rückgang, da dominante Sprachen kleinere verdrängten.

  • Erstautor Damian Blasi sagte, dass Aussterbeprozesse die sprachliche Vielfalt weit mehr geprägt haben könnten als bisher angenommen.

Leipzig
Leipzig, Cambridge, Barcelona · Deutschland, Vereinigte Staaten, Spanien
Wie es dazu kam
  1. 1000 v. Chr.–1000 n. Chr.Höhepunkt der Vielfalt: etwa 50.000 Sprachen, ein „Goldenes Zeitalter“
  2. Nach 1000 n. Chr.Aufstieg von Imperien und dominanten Sprachen führt zu raschem Niedergang
  3. GegenwartEtwa 7.500 Sprachen sind übrig; Aussterbeprozesse setzen sich fort

Ein biblisches Echo

Die in Science veröffentlichte Studie eines internationalen Teams aus Spanien, den USA und Deutschland erinnert an die Geschichte vom Turmbau zu Babel. Die biblische Erzählung von der Sprachverwirrung könnte ein reales Gegenstück haben: den Höhepunkt der sprachlichen Vielfalt um das 6. Jahrhundert v. Chr., als der Etemenanki-Tempelturm erbaut wurde. Die Forscher beschreiben ein „Goldenes Zeitalter“ der sprachlichen Vielfalt zwischen etwa 1000 v. Chr. und 1000 n. Chr., in dem möglicherweise Zehntausende von Sprachen gesprochen wurden.

Modelliert anhand von Jägern und Sammlern

Das Team zählte nicht direkt prähistorische Sprachen. Sie bauten Computermodelle, die ethnografische Daten von 171 Jäger-und-Sammler-Gesellschaften mit weltweiten Bevölkerungszahlen kombinierten. Dies ermöglichte es ihnen, die Verteilung von Gruppen mit unterschiedlichen Sprachen im Laufe der Zeit zu schätzen. Der Ansatz zeigt ein Muster von Wachstum und Niedergang, das Annahmen über den frühen sprachlichen Reichtum in Frage stellt.

Aufstieg und Fall der Sprachen

Zu Beginn des Holozäns vor 12.000 Jahren gab es wahrscheinlich nur 4.500 bis 6.200 Sprachen. Mit der Ausbreitung der Landwirtschaft und dem Bevölkerungswachstum nahm die Vielfalt zu und erreichte einen Höhepunkt von vielleicht 50.000 Sprachen – zehnmal so viele wie im frühen Holozän. Dann, als große Staaten und Imperien expandierten, verdrängten dominante Sprachen viele kleinere, was zu einem raschen Rückgang führte. Heute sind noch etwa 7.500 Sprachen übrig.

„Eine erste Überraschung war, dass es unmittelbar vor der Einführung der Landwirtschaft wahrscheinlich keine außergewöhnliche sprachliche Vielfalt gab. Höchstwahrscheinlich gab es sogar weniger Sprachen als heute.“

Russell Gray, Direktor

„Die sprachliche Vielfalt nahm dann über Jahrtausende hinweg mit der wachsenden menschlichen Bevölkerung zu.“

Russell Gray, Direktor
Geschätzte Sprachanzahl über Epochen hinweg
Frühes Holozän (vor 12.000 Jahren)5.350
Höhepunkt (1000 v. Chr.–1000 n. Chr.)50.000
Heute7.500
Frühes Holozän (vor 12.000 Jahren)
5350
Höhepunkt (1000 v. Chr.–1000 n. Chr.)
50000
Heute
7500

Daten aus dem Artikeltext

Die tiefe Spur des Aussterbens

Erstautor Damian Blasi merkt an, dass die Sprachen, die wir heute sehen, die Überlebenden sind. Aussterbeprozesse könnten die sprachliche Vielfalt weit mehr geprägt haben als bisher angenommen. Die Dominanz der Sprachen expandierender Gruppen führte dazu, dass viele lokale Sprachen spurlos verschwanden.

„Aussterbeprozesse könnten die sprachliche Vielfalt weit mehr geprägt haben, als wir bisher erkannt haben.“

Damian Blasi, Erstautor

Vorsicht von außen

Der Linguist Johann-Mattis List, der nicht an der Studie beteiligt war, warnt davor, dass solche Rekonstruktionen mit vielen Unsicherheiten behaftet sind. „Wir wissen einfach nicht, wie es war“, sagte er, fügte aber hinzu, dass es gut sei, dass solche Studien durchgeführt werden. Blasi entgegnete, die Modelle seien „sehr robust“ und die Annahmen fundiert.

„Wir wissen einfach nicht, wie es war.“

Johann-Mattis List, Linguist an

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Quellen und Kontext

  • Handelsblattam 24.07. um 04:12"Goldenes Zeitalter": Studie: In der Antike gab es Zehntausende Sprachen
  • RP Onlineam 24.07. um 04:07"Goldenes Zeitalter": Studie: In der Antike gab es Zehntausende Sprachen
  • ZEIT ONLINEam 24.07. um 04:05"Goldenes Zeitalter": Studie: In der Antike gab es Zehntausende Sprachen
Russell Gray
Direktor der Abteilung für Sprachliche und Kulturelle Evolution am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig
Damian Blasi
Erstautor der Studie, Forscher an der ICREA und der Harvard University
Johann-Mattis List
Linguist an der Universität Passau, nicht an der Studie beteiligt

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Veröffentlicht am 24.07. um 04:27.

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In diesem Text

  1. 1Ein biblisches EchoEin biblisches Echo
  2. 2Modelliert anhand von Jägern und SammlernModelliert anhand von Jägern und Sammlern
  3. 3Aufstieg und Fall der SprachenAufstieg und Fall der Sprachen
  4. 4Die tiefe Spur des AussterbensDie tiefe Spur des Aussterbens
  5. 5Vorsicht von außenVorsicht von außen

Auf Grundlage von Berichten von

Handelsblatt, RP Online, ZEIT ONLINE

Liste der Quellen

Entdeckungen · Leipzig, Cambridge und Barcelona

Studie: In der Antike gab es möglicherweise Zehntausende Sprachen – Höhepunkt etwa 1000 v. Chr. bis 1000 n. Chr.

Computermodelle auf Basis von Daten über Jäger-und-Sammler-Gesellschaften deuten darauf hin, dass die sprachliche Vielfalt mit der Landwirtschaft zunahm, zwischen 1000 v. Chr. und 1000 n. Chr. mit rund 50.000 Sprachen ihren Höhepunkt erreichte und dann mit der Ausbreitung von Imperien zusammenbrach, sodass heute noch etwa 7.500 Sprachen übrig sind.

Leipzig

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KI-Text auf Grundlage von Berichten von Handelsblatt, RP Online und ZEIT ONLINE. Veröffentlicht am 24.07. um 04:27.

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