
Frankreich schließt 845 Schulen und verbietet Alkohol beim Fête de la Musique, während rote Hitzewarnung 35 Departements abdeckt
Frankreich erlebt eine außergewöhnliche Hitzewelle: 35 Departements befinden sich in der roten Alarmstufe, Temperaturen von bis zu 42°C werden erwartet. Die Regierung hat 845 Schulen geschlossen, Alkohol beim Fête de la Musique verboten und die Notdienste in höchste Alarmbereitschaft versetzt.
Rote Alarmstufe und Temperaturrekorde
Météo France hat 35 Departements ab Sonntag, den 21. Juni, mittags in die rote Alarmstufe versetzt, die höchste Stufe, weitere 45 Departements befinden sich in der orangen Alarmstufe. Die rote Einstufung kennzeichnet eine außergewöhnliche Hitzewelle in Bezug auf Dauer, Intensität und geografische Ausdehnung und hat laut Wetterdienst „starke gesundheitliche Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung“ sowie breitere gesellschaftliche Folgen. Das Warnsystem wurde 2004 nach der katastrophalen Hitzewelle von 2003 eingeführt. Bei roter Alarmstufe können Präfekten große Versammlungen einschränken oder verbieten, und Kindergärten, Freizeitzentren sowie Ferienlager können angewiesen werden, Aktivitäten im Freien abzusagen. Am Sonntag werden in vielen Gebieten Temperaturen von 40°C erwartet, lokal wurden bis zu 41°C gemessen, und am Montag sollen die Werte weiter steigen, zwischen 37°C und 42°C.
- Rote Alarmstufe
- 35
- Orange Alarmstufe
- 45
Schulschließungen und flexible Unterrichtszeiten
Bildungsminister Edouard Geffray gab am Sonntagmorgen bekannt, dass 845 Schulen und Collèges am Montag nicht öffnen werden. „845 Schulen und Collèges werden geschlossen“, sagte Geffray in einem Fernsehinterview. Weitere 1.800 Einrichtungen werden mit flexiblen Öffnungszeiten arbeiten und die Schüler am frühen Nachmittag entlassen. Die betroffenen Schulen liegen überwiegend in den Gebieten mit roter Alarmstufe. Die Regierung hatte zuvor erklärt, Schulschließungen seien das letzte Mittel, doch die extremen Vorhersagen zwangen zu dieser Maßnahme.
845 Schulen und Collèges werden geschlossen.
Alkoholverbot und das Fête de la Musique
Das jährliche Fête de la Musique, das Millionen zu Open-Air-Konzerten im ganzen Land lockt, bereitete den Behörden besondere Sorgen. Das Büro des Premierministers gab nach einer Krisensitzung am Samstag bekannt, dass Alkoholkonsum bei staatlich organisierten Veranstaltungen in allen roten Alarmzonen verboten ist. „Für alle vom Staat und seinen Einrichtungen organisierten Veranstaltungen wurde angewiesen, keinen Alkohol auszuschenken“, teilte das Büro mit. Auch der öffentliche Alkoholkonsum auf den Straßen dieser Gebiete ist untersagt, und die Veranstalter sind angewiesen, Alkohol zu beschränken, „um die Rettungsdienste zu entlasten und den medizinischen Teams die Konzentration auf die Pflege der Schwächsten zu ermöglichen“.
Für alle vom Staat und seinen Einrichtungen organisierten Veranstaltungen wurde angewiesen, keinen Alkohol auszuschenken.
Notfallmaßnahmen und historischer Kontext
Die Regierung versetzte Rettungsdienste und Militäreinheiten in Waldbrandbereitschaft, sagte mehrere Outdoor-Sportveranstaltungen ab und verstärkte die Überwachung der Kühlwasserversorgung für die Atomreaktoren des Landes. Der Eiffelturm und andere Pariser Wahrzeichen installierten Nebelduschen, um die Menschenmengen zu kühlen. Besondere Sorge gilt den Obdachlosen und älteren Menschen; rund 15.000 ältere Menschen starben in der französischen Hitzewelle 2003. Mehr als 200.000 Menschen in ganz Europa sind in den letzten vier Jahren an hitzebedingten Ursachen gestorben, die meisten davon vermeidbar, so das WHO-Regionalbüro für Europa diesen Monat. Premierminister Sébastien Lecornu berief am Samstag eine Krisensitzung ein und wird voraussichtlich am Sonntag eine weitere abhalten; er wies die Minister an, Pläne für eine bessere Anpassung an Hitzewellen in der Zukunft auszuarbeiten.
Mehr als 200.000 Menschen in ganz Europa sind in den letzten vier Jahren an hitzebedingten Ursachen gestorben, und die meisten Todesfälle waren vermeidbar.
- Premierminister Sébastien Lecornu hält Krisensitzung ab, kündigt Alkoholverbotspläne an.
- 35 Departements treten in rote Alarmstufe ein; Temperaturen erreichen 40°C; Nebelduschen werden eingesetzt.
- 845 Schulen geschlossen, 1.800 mit flexiblen Öffnungszeiten; Temperaturen voraussichtlich bis zu 42°C.

