
Portugal wird Alarmzustand wegen extremer Hitze und Waldbränden voraussichtlich verlängern, sagt Minister
Innenminister Luís Neves warnte, die kommende Woche werde „sehr ernst“ und bestätigte die Aktivierung des EU-Katastrophenschutzmechanismus sowie Notfallkontakte mit Marokko.
Extremwetter und Brandgefahr
Portugal erlebt eine anhaltende Phase extremer Hitze, mit Temperaturen von bis zu 47 °C in einigen Binnenregionen und Windböen von 70 bis 80 Kilometern pro Stunde. Die Kombination aus hohen Temperaturen, sehr niedriger Luftfeuchtigkeit und starken Winden hat das Land nach Angaben der Behörden in ein Pulverfass verwandelt. Der aktuelle Alarmzustand, der am Freitag, den 3. Juli um Mitternacht begann, sollte ursprünglich am Montag, den 6. Juli um 23:59 Uhr auslaufen, doch die Regierung räumt nun ein, dass er mit ziemlicher Sicherheit verlängert wird.
Die nächste Woche wird wieder eine sehr ernste Zeit sein. Die Aufrechterhaltung des Alarmzustands steht auf dem Tisch, wenn die Bedingungen anhalten.
Regierungsreaktion und Alarmstatus
Bei einer Pressekonferenz bei der Nationalen Behörde für Notfälle und Katastrophenschutz (ANEPC) am Samstagnachmittag sagte Innenminister Luís Neves, die Exekutive prüfe bereits eine Verlängerung der außergewöhnlichen Maßnahmen. Er betonte, dass die meteorologischen Prognosen keinen Raum für Nachlässigkeit ließen und das Land sich weiterhin in einer höchst gefährlichen Lage befinde. Der Alarmzustand sieht Beschränkungen vor und ermöglicht die Umschichtung von Löschkräften im gesamten Staatsgebiet.
- Alarmzustand tritt landesweit in Kraft
- Portugal beantragt Aktivierung des EU-Katastrophenschutzmechanismus
- Minister Neves spricht mit marokkanischem Amtskollegen, um Luftunterstützung anzufordern
- Pressekonferenz: Regierung räumt wahrscheinliche Verlängerung des Alarmzustands ein
- Aktueller Alarmzustand soll auslaufen; Verlängerung wird geprüft
Internationale Hilfe
Angesichts der Heftigkeit der Flammen und des gleichzeitigen Ausbruchs mehrerer Brände hat Portugal den Europäischen Katastrophenschutzmechanismus aktiviert. Neves gab zudem bekannt, dass er direkt mit seinem marokkanischen Amtskollegen gesprochen habe, um die Entsendung zusätzlicher Löschflugzeuge zu vereinbaren.
Ich habe vor einer Stunde mit meinem marokkanischen Amtskollegen gesprochen und warte in Kürze auf eine Antwort.
Löscharbeiten
Die Strategie der Einsatzkräfte konzentriert sich auf einen überwältigenden Ersteinsatz. Neves sagte, dass rund 94 bis 95 % der Brände in den ersten Momenten gelöscht worden seien und dass die Ressourcen landesweit verteilt würden, um eine möglichst schnelle Reaktion zu gewährleisten. Er lobte die Koordination zwischen Feuerwehr, Katastrophenschutz, regionalen Kommandos und Bürgermeistern und hob die starke Kameradschaft hervor, die er bei einem nächtlichen Besuch der Einsatzleitstellen in Águeda, Vouzela und Sever do Vouga erlebt habe.
Einer der schwerwiegendsten Vorfälle ist ein Großbrand in Vouzela, bei dem die Behörden Brandstiftung vermuten, da er in den frühen Morgenstunden ausgebrochen war. Der Minister räumte ein, dass das Land erst am Anfang eines harten Kampfes stehe.
Wir stehen am Anfang eines harten Kampfes, der Monate dauern wird.
Ausblick
Da die Hitzewelle voraussichtlich in Richtung Alentejo und Süden des Landes zieht, werden die kommenden Tage einen anhaltenden hohen Druck auf die Feuerwehren mit sich bringen. Neves verteidigte die Notwendigkeit, die Investitionen in Luftfahrzeuge zu verstärken, und bezeichnete dies als eine sich entwickelnde Anstrengung, die ständig neu überdacht werden müsse. Die Regierung wird in den nächsten Tagen über die formelle Verlängerung des Alarmzustands entscheiden, abhängig von der Entwicklung der Wetterbedingungen.


