
Frankreich verzeichnet 1.000 Übersterbefälle, während historische Hitzewelle in Europa nachlässt
Die Gesundheitsbehörden in Frankreich haben seit Mittwoch rund 1.000 mehr Todesfälle als üblich registriert, während das Land seine intensivste Hitzewelle seit 2003 erlebte – mit einer voraussichtlich weiter steigenden Zahl.
Hitzewelle fordert Opfer
Santé publique France gab am Sonntag bekannt, dass seit dem 24. Juni etwa 1.000 zusätzliche Todesfälle auf der Grundlage elektronischer Sterbeurkunden beobachtet wurden. Die Behörde betonte, dass die Zahl noch nicht konsolidiert sei und wahrscheinlich eine Unterschätzung darstelle, und warnte, dass „die Sterblichkeit höher sein wird“.
Seit dem 24. Juni wurden rund 1.000 zusätzliche Todesfälle beobachtet – unkonsolidierte Zahlen – im Vergleich zu den Todesfällen der Vormonate.
Die Übersterblichkeit betrifft überwiegend Menschen über 65 Jahre, die 85 % der Fälle ausmachen. Ein auffälliger Anstieg der Todesfälle zu Hause um 40 % gibt besonders Anlass zur Sorge, vor allem in der Region Île-de-France um Paris.
Regionale Auswirkungen und Krankenhäuser unter Druck
Die stärksten Anstiege wurden in den Regionen verzeichnet, die in den vergangenen Tagen unter roter Hitzewarnung standen: Île-de-France, Nouvelle-Aquitaine, Bretagne, Centre-Val de Loire, Normandie und Pays de la Loire. Allein am Freitag starben in Paris 109 Menschen an öffentlichen Orten oder zu Hause, verglichen mit einem täglichen Durchschnitt von 14.
Es gibt keine Möglichkeit, sich an einen beispiellosen Höhepunkt in Europa anzupassen.
Krankenhäuser melden einen Anstieg der Notrufe, wobei sowohl Patienten als auch medizinisches Personal von den Bedingungen überfordert sind.
- April–Mai Durchschn.
- 950 Todesfälle
- 24.06.2026
- 1200 Todesfälle
- 25.06.2026
- 1400 Todesfälle
- 26.06.2026
- 1400 Todesfälle
Rekordtemperaturen in ganz Europa
Die Hitzewelle brach nationale und lokale Rekorde weit über Frankreich hinaus. Der deutsche Wetterdienst bestätigte einen Allzeithöchstwert von 41,5 °C in Drewitz (Sachsen-Anhalt), während Dänemark in Aarhus 37 °C maß – der heißeste Junitag seit 1874. Die extreme Hitze führte auch zu Streckensperrungen auf der Autobahn A2 in Deutschland, wobei ein Polizeisprecher erklärte: „Die A2 bricht immer wieder auf, und wir müssen immer wieder einen Abschnitt nach dem anderen sperren.“ In Berlin setzte die Polizei Wasserwerfer ein, um die Bevölkerung zu kühlen.
Warnungen vor verzögerten Folgen
Obwohl die Temperaturen in Frankreich am Sonntag nach 11 Tagen extremer Hitze fielen, warnen die Behörden, dass die gesundheitlichen Folgen noch nicht abgeschlossen sind. Hitze hat eine verzögerte physiologische Wirkung, hält die Krankenhäuser unter starkem Druck und deutet auf einen weiteren Anstieg der Todeszahlen hin.
Die Sterblichkeit wird aufgrund einer Unterschätzung der Daten höher sein.
Gesundheitsministerin Stéphanie Rist hatte bereits am Samstag gewarnt, dass die Todeszahlen „über dem üblichen“ Niveau lägen. Die aktuelle Bewertung beginnt erst am 24. Juni, als die Welle sich verstärkte und große Teile des Landes 40 °C überschritten. Bis Sonntag befanden sich nur noch zwei Départements im Nordosten unter roter Warnung, während fast die Hälfte Frankreichs, einschließlich der Region Paris, unter orangefarbener Warnung blieb.
- Die Hitzewelle in Frankreich verstärkt sich; die Temperaturen überschreiten in weiten Teilen des Landes 40 °C, was den Beginn des Anstiegs der Übersterblichkeit markiert.
- Paris verzeichnet 109 Todesfälle an öffentlichen Orten oder zu Hause; Deutschland erreicht mit 41,5 °C in Drewitz einen Allzeitrekord; Dänemark misst 37 °C in Aarhus, den heißesten Junitag seit 1874.
- Die Temperaturen in Frankreich sinken, aber die Krankenhäuser bleiben unter Druck; Santé publique France gibt erste Sterblichkeitszahlen bekannt und warnt, dass diese wahrscheinlich steigen werden.


