
Rhein erreicht 28°C, Sauerstoff in der Mosel sinkt drastisch – Deutsche Flüsse überhitzen, bedrohen Fischbestände
Die extremen Sommerhitze hat die Wassertemperaturen in Rhein, Main und Mosel über kritische Schwellenwerte getrieben. Der Rhein erreichte in Koblenz 28°C, der Sauerstoffgehalt in der Mosel fiel auf 2,6 mg/L, was behördliche Warnungen vor einem möglichen Fischsterben auslöste.
Wassertemperaturen steigen in deutschen Flüssen rasant
Eine intensive Hitzewelle hat die Wassertemperaturen in großen deutschen Flüssen auf ein für Wasserlebewesen gefährliches Niveau getrieben. Der Rhein erreichte am Freitag um 7:00 Uhr morgens laut Messungen der Undine-Plattform der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz 28 Grad Celsius, wo die bereits warme Mosel einmündet. Die Mosel selbst verzeichnete 27,8°C in Palzem und 27,6°C in Fankel. Weiter flussabwärts maß der Rhein 27,6°C in Mainz und 27,0°C in Worms.
- Koblenz (Zusammenfluss von Rhein und Mosel)
- 28 °C
- Palzem (Mosel)
- 27.8 °C
- Fankel (Mosel)
- 27.6 °C
- Mainz (Rhein)
- 27.6 °C
- Worms (Rhein)
- 27 °C
- Frankfurt Osthafen (Main)
- 27 °C
Sauerstoffwerte fallen unter kritische Marke
Die hohen Temperaturen haben die Konzentration von gelöstem Sauerstoff drastisch gesenkt, insbesondere in der Obermosel. In Palzem im Landkreis Trier-Saarburg fiel der Sauerstoffgehalt auf 2,6 Milligramm pro Liter, unter dem als kritisch für Fische geltenden Grenzwert von 3 mg/L, teilte das Umweltministerium in Mainz mit. Auch der Main ist betroffen; frühmorgendliche Messungen am Frankfurter Osthafen zeigten 27°C und überschritten damit die erste Warnschwelle von 25°C, bei der die Sauerstoffaufnahmekapazität des Flusses stark abnimmt.
Behörden warnen vor Fischsterben
Bei so niedrigen Sauerstoffkonzentrationen ist der Stress für Fische und andere Organismen akut, und zusätzliche sauerstoffzehrende Prozesse könnten das Fass zum Überlaufen bringen. „An der Obermosel können wir ein Fischsterben nicht ausschließen“, sagte die rheinland-pfälzische Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider (CDU). Sie erklärte, dass anhaltend hohe Lufttemperaturen, lange Tageslichtstunden und intensive UV-Strahlung alle zu steigenden Wassertemperaturen und fallenden Sauerstoffkonzentrationen beitragen und das ökologische Gleichgewicht stören.
Regierungen fordern sofortiges Handeln
Der Regierungspräsidium Darmstadt rief Anwohner und Industrie entlang des Mains dazu auf, Wärmeeinträge und Restverschmutzung durch Abwassereinleitungen zu minimieren und die Sauerstoffanreicherung im Gewässer zu maximieren. Ähnliche Warnungen gelten landesweit, da die Hitzewelle kein Ende abzeichnet.


